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Ortstermin zum Thema Nordspange (v. li.): Ingo Mehner (CSU-Ortsvorsitzender), Bürgermeister Josef Janker, Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Staatssekretär Gerhard Eck und Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber.

Straßenverkehr in Tölz

Von der Nordspange bis zum Turbo-Kreisel

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Wo drückt der Schuh im Tölzer Straßenverkehr? Bürgermeister Janker nutzte die Gunst der Stunde des Wahlkampfs, um an berufener Stelle Anliegen loszuwerden. Staatssekretär Gerhard Eck war zu Besuch in der Stadt.

Bad Tölz – Hochrangige Vertreter der Staatsregierung geben sich derzeit im Landkreis die Klinke in die Hand. Dass vor der Bundestagswahl nun auch Innen-Staatssekretär Gerhard Eck – in Begleitung des CSU-Abgeordneten Alexander Radwan – zur Stippvisite in Bad Tölz vorbeikam, war eine Gelegenheit, die sich Bürgermeister Josef Janker nicht entgehen ließ. Er sprach Tölzer Verkehrsprobleme an, für die er sich mehr Unterstützung von oben wünscht.

Nordspange

Seinem Unmut über den schleppenden Fortschritt in Sachen Nordumfahrung hatte Janker schon im Vorfeld des Termins Luft gemacht (wir berichteten). „Wir stehen hier seit geraumer Zeit im Regen, und deswegen bin ich erzürnt“, sagte Janker am Dienstag zu Eck. Nach allem, was der Bürgermeister gehört habe, werde im zuständigen Staatlichen Bauamt Weilheim nicht mit dem gebührenden Nachdruck an den Planungen gearbeitet.

Die Antwort des Staatssekretärs zum Sachstand war im Prinzip nichts Neues – aber aus so berufenem Mund etwas, worauf sich Janker in Zukunft berufen kann: „Wir rechnen damit, dass es 2018 den Planfeststellungsbeschluss gibt.“ Das entspricht der Baugenehmigung. Danach könne relativ rasch mit dem Bau angefangen werden. „Denn wir sind in der segensreichen Situation, dass im Bundeshaushalt für den Straßenbau so viel Geld vorhanden ist wie nie zuvor“, so Eck. Selbst wenn gegen die Baugenehmigung geklagt werde, sei dennoch „der Baubeginn in Sichtweite“.

Auf Anfrage des Tölzer Kurier räumte Uwe Fritsch, der neue Chef des Staatlichen Bauamts Weilheim, am Mittwoch Verzögerungen bei der Planung ein. Dabei habe die Nordspange in seiner Behörde höchste Priorität. „Wir selbst haben aber gar nicht die Kapazitäten für die Planung, sondern vergeben das an Ingenieurbüros.“ Die seien jedoch – gerade weil der Bund derzeit so viel Geld für viele Bauprojekte ausschütte – alle voll ausgelastet. Zuletzt habe ein Büro konkret bei der Landschaftsplanung nicht den vorgegebenen Zeitplan eingehalten. „Wenn wir dann aber den Vertrag kündigen, dauert es ja noch länger“, so Fritsch. Dennoch werde das Bauamt eine geänderte Version des Bauantrags Anfang 2018 einreichen. Dann liege es an der Regierung von Oberbayern, die Baugenehmigung zu erteilen. Erfahrungsgemäß sei Ende 2018 damit zu rechnen.

Moraltverteiler

Bürgermeister Janker berichtete dem Staatssekretär zudem vom Wunsch der Stadt nach einen „Turbo-Kreisverkehr“ am Moraltverteiler. Von diesem Kreisel aus könne auch die „Siedlung“ angebunden werden. Seit Juni liege im Rathaus ein Gutachten vor, laut dem ein Kreisel deutlich effizienter sei als die jetzige Ampelanlage. Trotzdem sträube sich das Staatliche Bauamt aus unerfindlichen Gründen.

Auch dazu fragte der Tölzer Kurier bei Fritsch nach. Er erklärt, dass es bei einem Turbo-Kreisverkehr, wie er an dieser Stelle nötig wäre, zwei Fahrspuren im Kreisel gibt – mit Pfeilmarkierungen auf den einzelnen Spuren. „Der Autofahrer muss sich frühzeitig vorbereiten und einordnen. Das müsste an dieser Stelle aber auf einem sehr kurzen Weg passieren, die Fahrer müssten sehr konzentriert sein.“ Fritsch befürchtet, dass viele Verkehrsteilnehmer überfordert wären und ein neuer Unfallschwerpunkt entstünde. Das Bauamt habe aber „die Tür nicht endgültig zugeschlagen“ und der Stadt einen Gesprächstermin angeboten. Auch Staatssekretär Eck sicherte am Dienstag einen solchen Termin zu.

„Treibhaus“-Auffahrt

„Seit Langem nichts gehört“ hat Janker nach eigenen Angaben auch zum Thema „Treibhaus“-Kreuzung. Seit einem tödlichen Unfall vergangenen Sommer wird folgende – alte – Idee geprüft: Autofahrer, die von der Benediktbeurer Straße nach links auf die B 472 abbiegen wollen, sollen durch die vorhandene Unterführung Richtung Quellenstraße geleitet werden. Hinter der Unterführung soll eine neue Auffahrt auf die B 472 gebaut werden. Dadurch müssten die Linksabbieger die Bundesstraße nicht mehr kreuzen.

„Hier sollte man auf alle Fälle schauen, dass man was macht“, sagt Fritsch dazu. Der auf dem Tisch liegende Vorschlag sei technisch auf alle Fälle umsetzbar. Nun stehe noch eine naturschutzfachliche Überprüfung aus – und Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümern. Wenn alles passe, „könnten wir schnell loslegen“.

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