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Künstler Johannes Green und Stadtmuseumsleiterin Elisabeth Hinterstocker freuten sich über viel Zuspruch bei der Vernissage.

Ausstellung im Stadtmuseum

Von Thomas Mann über die Musik zur Fotografie

„Thomas Mann und der Eigentliche“ ist der Titel einer ganz besonderen Fotoausstellung in Verbindung mit dem Thomas-Mann-Jahr im Tölzer Stadtmuseum.

Bad Tölz In Thomas Manns Werken spielt öfter die Musik eine Rolle. So zum Beispiel in seinem Roman „Doktor Faustus“. Die darin vorkommende fiktive Figur des Adrian Leverkühn wiederum sorgte für große Verärgerung bei dem Komponisten und Musiktheoretiker Arnold Schönberg: Der sah sich und seine Erfindung der Zwölftontechnik ungefragt in die Figur des Adrian Leverkühn hineininterpretiert. Thomas Mann wies diesen Vorwurf zurück und bemühte sich, den aufgebrachten Schönberg, den „Eigentlichen“, wie Mann ihn zur Betonung der richtigen Identität nannte, per Schriftverkehr zu beruhigen.

„Thomas Mann und der Eigentliche“ gaben nun einer ganz besonderen Fotoausstellung in Verbindung mit dem Thomas-Mann-Jahr im Tölzer Stadtmuseum ihren Namen.

Im Roman „Doktor Faustus“ wird eine Reihe von Liedern genannt, und von diesen Liedern inspiriert schuf Johannes Green intuitive Bildmotive, die in dieser Art wohl wenig verbreitet sind. Bei der Vernissage am Samstagabend fand Museumsleiterin Elisabeth Hinterstocker auch noch eine kürzere und leichter verständliche Erklärung für die Idee zu dieser Präsentation: Dahinter stehe das Ansinnen, Kunst und Musik zusammenzuführen.

Der Münchner Fotokünstler Johannes Green, im Hauptberuf Sänger mit Baritonstimme und Gesangslehrer mit Vorliebe für das Genre „Kunstlied“, hatte die Herausforderung angenommen. Es sei für sie „ein Galopp ins Grüne“ gewesen, denn sie habe lange nicht gewusst, was dabei herauskommen würde, sagte Hinterstocker. „Aber als dann die Bilder aufgehängt waren, war ich begeistert.“

Diese Begeisterung teilten einhellig auch die Besucher der Vernissage. Die mystische, transzendentale Ausstrahlung der Motive lässt die Textinhalte der zu Grunde liegenden Lieder erahnen: Es geht darin oft um große Gefühle, um Freud’ und Leid des Daseins und sein unausweichliches Ende.

Zwei der Kompositionen stammen von besagtem Arnold Schönberg, die zugehörigen Texte mit den Titeln „Sommermüd“ und „Tot“ von Jakob Haringer. Für die fotografische Umsetzung all dieser seelenvollen Musik-Stimmungen arbeitet und bearbeitet Johannes Green digital mit speziellen Kombinationen von Belichtung, Bewegung und Blitzen.

Die ausgestellten Bilder nehmen den Betrachter das eine Mal mit hinaus in einsame graue Winterlandschaften, das andere Mal in üppiges Sommergrün oder in die nächtliche Atmosphäre verlassen wirkender Häuserzeilen. Menschen kommen darin manchmal nur schemenhaft, manchmal in sinnlich-reeller Echtheit eingefügt vor. „Diese Fotos sind keine Illustrationen – illustrieren geht mit Fotos nicht“, erklärte Green seine Werke. „Es sind vielmehr Assoziationen, die mich mit den vorgestellten Liedern verbinden.“ Man dürfe diese Bilder nicht als Gegenstand betrachten, sondern solle mit Empathie die darin eingefangenen gefühlsmäßigen Wahrnehmungen und auch eigene Assoziationen zur Wirkung kommen lassen. Wer die Fotos anschaut, kann eigentlich auch gar nicht anders. 

Die Foto-Ausstellung 

„Kunst? Lied? – Thomas Mann und der Eigentliche“ läuft bis zum 31. August und kann jeweils dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr im Stadtmuseum besichtigt werden.

Rosi Bauer

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