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Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen - Miesbach ist bundesweit schlechtester SPD-Wahlkreis

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Von: Christoph Schnitzer

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Klaus Barthel
Klaus Barthel © Picasa

Im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen - Miesbach hat die SPD deutschlandweit am schlechtesten abgeschnitten. SPD-Kreisvorsitzender nennt Gründe.

Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach – Die SPD hat bundesweit klar die Wahl gewonnen. Auf Wahlkreis-Ebene ist die Bilanz allerdings mau. In den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach hat die SPD unter den rund 300 Wahlkreisen in Deutschland mit 13,5 Prozent der Zweitstimmen am schlechtesten abgeschnitten. Der bester Wahlkreis (Aurich-Emden) liegt im Norden. Die SPD holte dort 43,3 Prozent. Der Tölzer Kurier hat mit SPD-Kreisvorsitzendem Klaus Barthel gesprochen.

Der Wahlkreis hat bundesweit das schlechteste SPD-Ergebnis. Warum ist das so?

Das ist nicht neu. Das war schon so, als ich 1990 erstmals für den Bundestag kandidierte. Wir haben traditionell ein Strukturproblem, an dem wir arbeiten müssen.

Worin besteht das Strukturproblem?

Hintergrund ist die Veränderung bei der Bevölkerungsstruktur. Wir haben zum Beispiel eine Zuwanderung vieler wohlhabender Menschen, die es sich noch leisten können, in einer teuren Region zu leben. Verdrängt werden dabei junge Menschen und Familien und Bürger mit durchschnittlichem Einkommen. Das sind klassische SPD-Wähler.

Was wollen sie daran ändern?

Wir brauchen mehr Mitglieder und die Altersstruktur muss sich ändern. Da ist auch was zu machen. Überall dort, wo die SPD im Landkreis in den vergangenen Jahren wahrnehmbar war, hat sie auch zugelegt. Im Wahlkreis hat die SPD immerhin ein Plus von 2,5 Prozent erzielt. In Wolfratshausen und Kochel, wo die SPD wegen örtlicher Themen stark wahrnehmbar war, haben wir um 4 Prozent zugelegt.

Noch eine ganz andere Frage. Sie waren lange im Bundestag und haben als Vertreter des eher linken Flügels bestimmt oft Konflikte mit Olaf Scholz ausgetragen. Was ist er für ein Typ?

Wir waren nicht immer der gleichen Meinung, das stimmt. Aber er hat eine klare Linie und ist zuverlässig und berechenbar. Außerdem kann er auf andere zugehen. Die Gelassenheit, die er gerade zeigt, da sich Grüne und FDP sehr deutlich in Szene setzen, kommt aus der Kraft der Stärke. Er ist clever genug und wird sich am Ende durchsetzen.

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