1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz
  4. Bad Tölz

Walchensee-Kraftwerk: Tölz soll zum Sechserkreis der Gemeinden dazu

Erstellt:

Kommentare

Walchensee-Kraftwerk
Zum Walchensee-Kraftwerk wird ein großer Teil des Wassers der Oberen Isar abgeleitet. Die Rechte des Uniper-Konzerns, diese Eingriffe in die Natur vorzunehmen, laufen 2030 aus, sofern der Freistaat die Verträge 2020 kündigt.  © Arndt Pröhl

Vor Kurzem wurde bekannt, dass sich sechs Gemeinden im Isarwinkel und Loisachtal mehr Mitsprache bei der Neuordnung der Wasserrechte für das Walchensee-Kraftwerk wünschen. Die Stadt Bad Tölz solle auch dabei sein, fordern die Grünen im Stadtrat.

Bad Tölz – Wie es halt so ist im Tölzer Stadtrat: Die interessanten Themen verbergen sich oft unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen und Mitteilungen“. Auch wenn das die Rathausspitze nicht gerne sieht und keine Diskussionen wünscht. Franz Mayer fragte am Dienstag an, inwieweit die Stadt Bad Tölz in die Neuordnung der Wasserrechte zum Betrieb des Walchensee-Kraftwerks im Jahr 2030 eingebunden sei.r Grünen-Stadtrat bezog sich dabei auf einen Bericht im Tölzer Kurier vom Wochenende, wonach die Gemeinden Kochel, Lenggries, Jachenau, Mittenwald, Krün und Wallgau seit drei Jahren einen Zusammenschluss gebildet haben, um ihre Interessen in dieser Frage zu bündeln.

2030 klingt weit weg, ist es aber nicht“

Bürgermeister Ingo Mehner

Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) konnte die Frage nachvollziehen: „2030 klingt weit weg, ist es aber nicht.“ Die Wasserrechte würden im Vorlauf entschieden. Es gebe aber noch kein offizielles Verfahren. Bislang sei man, so Mehners Antwort, auch nicht in einen Diskussionsprozess eingebunden.

Beitritt der Tölzer ist wohl nicht erwünscht

Hintergrund: Wie schon öfter zu hören war, ist der Tölzer Beitritt zum Verbund der sechs kleineren Gemeinden durchaus umstritten und gar nicht so erwünscht. Davon klang in Mehners Antwort freilich nichts an. Er berichtete von einzelnen Kontakten zu Bürgermeistern und Vereinen wie „Rettet die Isar jetzt“, in dem Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair Zweiter Vorstand ist. Auch hätten die Tölzer Stadtwerke zu anderen örtlichen Energieversorgern Kontakt. Es werde jedenfalls spannend werden, wenn der Freistaat den Prozess um die Neuordnung der Wasserrechte anstößt.

Franz Mayer begründete dann auch nochmals im Detail, warum er dafür ist, dass „aus dem Sechserkreis ein Siebenerkreis wird“. Es gebe gleich mehrere Gründe dafür. Schließlich werde Tölz mehr Wasser durch die Niedrigwassererhöhung an Rißbach und Jachen bekommen. Mayer wies auch darauf hin, dass im Hochwasserfall künftig mehr Wasser über die Isar abgeleitet werden soll, um den Geschiebetransport des Flusses unterhalb des Krüner Stauwehr zu verbessern.

Ein weiterer Punkt ist aus Sicht des Grünen-Stadtrats die touristische Auswirkung der Neuregelung. „Da sind wir als Isar-Anlieger zweifelsohne auch betroffen.“ Der für Mayer wichtigste Grund, sich als Stadt zu engagieren, ist aber, dass die Wertschöpfung des Kraftwerksbetriebs derzeit großteils ins Ausland fließt. Hinter Kraftwerksbetreiber Uniper stehe finnisches Kapital sowie mit „BlackRock“ amerikanische Investmentfirmen. „Unser Ziel muss doch sein, dass wir die Wertschöpfung behalten.“ Deshalb sei er dafür, dass Tölz sich an dem Sechserkreis als starke Stimme beteilige. Mit den Tölzer Stadtwerken habe man als Energieproduzent und -versorger zudem ein großes Pfund, mit dem es zu wuchern gelte.

Sechserkreis will mehr mitreden

Der Sechserkreis von Gemeinden hatte sich mit einer Presseerklärung öffentlich zu Wort gemeldet. Man wolle bei den Beratungen „nicht links liegen gelassen werden“. Auch sie betonten, dass die Wertschöpfung vor Ort bleiben müsse. Sie haben sich deshalb in einem Brief an Umweltminister Thorsten Glauber gewandt, der in seiner Antwort zusicherte, dass die betroffenen Kommunen bei den einzelnen Schritten beteiligt werden. Bisher wurde aber keiner der Rathauschefs zu einem Treffen von möglichen Arbeitsgruppen eingeladen. Von Christoph Schnitzer

Lesen Sie auch: Isar- und Loisach-Anliegergemeinden wollen beim Walchensee-Kraftwerk mitreden

So läuft der Verkehr, wenn die Tölzer Nordspange gebaut wird

Online-Betrüger bringen Mann aus Landkreis um 60000 Euro

Auch interessant

Kommentare