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Diese Buche auf dem Weg zwischen dem Tölzer Klammerweiher und dem Ellbacher Schützenhaus hielt dem Sturm nicht stand.

Bilanz aus Forst-Sicht

Für den Wald war Sturm „Sabine“ keine Katastrophe

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Die Befürchtungen waren groß. Doch am Ende richtete „Sabine“ in den Wäldern im Landkreis weniger an als befürchtet. Der Wald hat aber auch so genug Probleme.

Bad Tölz-WolfratshausenDer Wald hatte einiges zu verkraften: Der schwere Schnee im Januar 2019, Trockenheit im Sommer, ein schwerer Föhnsturm im November – und nun noch Orkantief „Sabine“. Die Schäden halten sich dieses Mal aber glücklicherweise in Grenzen.

„Nach unseren bisherigen Erkenntnissen sind wir im Bereich des Landkreises von größeren Schäden verschont geblieben“, sagt Rudolf Plochmann, Chef des Tölzer Forstbetriebs der Bayerischen Staatsforsten. Allerdings sei das im Moment nur eine „Wasserstandsmeldung“. Ein genaueres Bild werde man erst in den kommenden Tagen haben. Bislang gehe man davon aus, dass der Sturm einzelne Bäume umgeworfen habe. „Wir haben aber wohl keine flächigen Schäden. In Zahlen ausgedrückt rechnen wir momentan mit rund zwei bis maximal vier Prozent der normalen jährlichen Nutzungsmenge.“

Sturm-Bilanz des Försters: „Lästig, teuer, unnötig“

Ähnlich sieht es im Zuständigkeitsbereich von Robert Nörr aus. „Es sind keine großen Flächen betroffen“, sagt Wolfratshausens Revierförster. „Wir haben Einzel- und Nestwürfe, überwiegend sind dicke, hohe Fichten gefallen.“ Waldbaulich gesehen sei der Orkan keine Katastrophe. Seine Bilanz fasst Nörr so zusammen: „lästig, teuer, unnötig“. Das Problem: Die Bäume liegen sehr verteilt. Das macht den Abtransport mühsam und zeitaufwendig. Er muss jedoch erledigt sein, bevor der Borkenkäfer erstmals fliegt. Generell ist Nörrs Revier „glimpflich davongekommen. Die Erfahrung lehrt, dass die Stürme aus Nordwest die gefährlichsten sind. Insofern hätte es uns schlimmer treffen können“.

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Laut Christian Webert trifft Nörrs Einschätzung auf die Wälder im gesamten Landkreis zu. Der Forstdirektor im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Holzkirchen war „selbst etwas in Richtung Berge unterwegs“ und hat auch dort „überwiegend Einzelwürfe gesehen“. Glück gehabt, resümiert er. Aber: Wenn der Sturm jetzt nachlasse, so Webert, bedeute dies nicht, dass man die Wälder sofort betreten solle. „Dort bleibt es gefährlich. Die Leute sollten Sperrungen unbedingt beachten und den Waldbesitzern die Zeit geben, kritische Bäume und Äste zu beseitigen.“ Das betont auch Plochmann. „Es wäre besser, jetzt erst einmal nicht in den Wald zu gehen.“

Forstbetrieb nahm Kampf gegen Borkenkäfer auf

Hinter dem Forstbetrieb liegt ein arbeitsreiches Jahr. Über Monate wurde der Schneebruch aus dem vorigen Winter aufgearbeitet. „Selbst in Hochlagen haben wir Bäume entrindet, um den Borkenkäfer fernzuhalten.“ Die Aufgabe sei oft mühselig, aufwendig und teuer. „Aber im Bereich der Staatsforsten blieben wir vergangenes Jahr weitgehend vom Borkenkäfer verschont.“  

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