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Unternahmen einen Waldspaziergang zur Douglasie (v. li): WBV-Vorsitzender Hans Killer, Waldbesitzer Hans Kappelsberger, Amtsförster Peter Melf (Forstamt), WBV-Geschäftsführer Korbinian Häsch und Robert Nörr (Forstamt). Dieses Exemplar hat immerhin einen Stammdurchmesser vo n über einem Meter. 

Waldbesitzer und Forstamt begutachten Bäume

Die Douglasie mag es warm und trocken

Ist die Douglasie eine Baumart für die Zukunft? Sollte man sie der Fichte bevorzugen? Ein klares Ja oder Nein als Antwort auf diese Fragen gibt es nicht.

Dietramszell – Das wurde jüngst bei einer Begehung im Privatwald von Hans Kappelsberger in Helfertsried/Hechenberg deutlich. Eingeladen hatten die Waldbesitzervereinigung (WBV) Wolfratshausen und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Die Douglasie bringt mit ihren biologischen Eigenschaften Vor- und Nachteile in der waldbaulichen Nutzung mit sich. Wichtig für ein Gedeihen sei die Beschaffenheit des Standortes, wie die beiden Amtsförster Robert Nörr und Peter Melf erklärten: „Die Douglasie mag keine fetten Böden und keinen Kalk in der oberen Bodenschicht.“ Außerdem vertrage sie keine nassen Böden und am wenigsten Staunässe. Sie sei ein Baum, der im Gegensatz zur Fichte gut mit trockenen Standorten und höheren Temperaturen zurecht käme und bei solchen Bedingungen eine deutlich bessere Wuchsleistung zeige. Eigenschaften, die mit Blick auf den Klimawandel vorteilhaft sind.

Sollen Douglasien gepflanzt werden, ist sorgsames Vorgehen nötig: Die Wurzeln der möglichst kleinen Pflanzen dürften dabei nicht verbogen werden, denn letzteres würde die Ausbildung eines kräftigen Wurzelstockes verhindern. Die Standfestigkeit sei jedoch nicht nur von der Ausprägung des Wurzelstockes abhängig, so die Erfahrung eines Kurs-Teilnehmers: „Da ist schon auch die Bodenbeschaffenheit entscheidend.“ Man habe festgestellt, dass das Sturmrisiko bei Fichte und Douglasie in etwa gleich groß sei, merkte WBV-Vorsitzender Hans Killer an. Während allerdings umgeworfene Fichten dann schnell den Käfer anlocken würden, zeige dieser Schädling an den Douglasien kein Interesse.

Ein Problem bereite eher die Empfindlichkeit gegenüber Frösten und Frosttrockenheit. Während ihrer „Kinderjahre“ müsse man ihr „rigorose Hilfestellung“ geben. Zu schnelles Aufwachsen hemme die Wurzelbildung, so Nörr. „Die Douglasien fallen dann schnell um.“ Es sei ratsam, sie im Schutz von erwachsenen Bäumen zu pflanzen sowie rechtzeitig für Licht, Platz und Schutz vor fegenden Rehböcken zu sorgen. Wenn sie die Widrigkeiten der ersten 20 Jahre überstanden hätten – dazu gehört auch die durch einen Pilz hervorgerufene „Schütte“ – „dann gehen sie in die Höhe.“ Solche Exemplare mit dem respektablen Alter von rund 100 Jahren gab es vor Ort im Wald von Hans Kappelsberger zu begutachten. Melf erklärte ihre Geschichte: „Damals, in den 1920er Jahren, war in Deutschland die erste Anbau-Welle der aus Amerika eingeführten Art.“

Neben einigen dieser reifen Semester fiel bei dem Rundgang eine gemischte Naturverjüngung aus Fichten, Tannen und Douglasien auf. Im Gegensatz zu angepflanzten Bäumen seien jene stabiler, die selbstständig wachsen. Die Douglasie bereichere die Nadelbaumarten.“

Die Nachfrage auf dem Holzmarkt sei gegeben, „aber wir können sie wegen Mangel oft nicht bedienen“, betonte WBV-Geschäftsführer Korbinian Häsch. Verwendung fände die Baumart als Bauholz und für Zaunlatten. Die Ausbeute sei eher geringer als bei der Fichte, merkten einige Teilnehmer an. Vor allem das mittlere Stück des Stammes, wo nicht selten große Äste sitzen, werde verschmäht. Die Mischung macht’s, sagte Killer: „Die Douglasie kann dazu beitragen, mehrschichtige und vielfältige Wälder zu schaffen. Und sie ist nicht invasiv, wie von mancher Seiten behauptet wird.“ (Rosi Bauer)

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