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Zumindest am Samstagabend waren die Plätze in den Biergärten auf dem Festivalgelände voll besetzt.

Festival-Bilanz und viele Bilder

„Das war das letzte Summer Village“

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Das vierte Summer Village war laut Veranstalter Peter Frech das letzte. Das schwere Unwetter von Samstag auf Sonntag, das große Teile des Festivalgeländes verwüstete, ist nur ein Grund für diese Entscheidung.

Bad Tölz – Eliran Hasson war fünf Minuten zu spät. Als er Sonntagnacht, aufgeweckt vom starken Sturmunwetter, sein Kinderzirkuszelt erreichte, war es bereits zerstört. „Die Stangen sind stark verbogen. Das kostet uns einiges. Aber die Show geht weiter“, sagte Hasson, der Bubble-Clown mit den Riesen-Seifenblasen, am Sonntag. Als der Regen am letzten Festivaltag aufgehört hatte, zog der Mitmach-Zirkus mit Trommel und Jonglierkursen wieder einige Kinder und Eltern an. Hasson schwärmte: „So viele liebe Menschen hier.“

Vor allem am Samstagabend war das Summer Village bestens besucht: In sämtlichen Biergärten vor den Burger- und Bratwurstständen fand man kaum einen Platz. Ein bombastisches Feuerwerk, das vom Kohlstatt-Fußballplatz aus lange Lichtschleier regnen ließ, wurde zum Höhepunkt des Abends. „Das war viel schöner als Silvester“, fand eine Besucherin. Danach rockte die Tölzer „Volbeat“-Coverband „Guitar Gangsters“ auf der Außenbühne bis Mitternacht.

Das Tölzer „Summer Village“: Bilder

Trotzdem musste Veranstalter Peter Frech am Tag danach sagen: „Das war das letzte Summer Village.“ Seit 2014 präsentierten sich im Festivaldorf im Moraltpark jedes Jahr Künstler und Kulinariker. „Ich bin megatraurig darüber. Aber ohne Sponsoren ist die Veranstaltung nicht mehr machbar“, so Frech. 2016 habe er rund 100 000 Euro verloren, auch heuer habe der „Jailhouse“-Chef ein Minus von zirka 50 000 Euro eingefahren. Ein großer Kostenfaktor sei die Infrastruktur. „Wir müssen Strom über den ganzen Platz verlegen und die Wasserversorgung gewährleisten.“

Um schwarze Zahlen zu schreiben, müsste wohl jeder Tag so laufen wie der Samstag. „Das Wetter hat uns die Grenzen aufgezeigt“, sagt Frech. Nicht nur das: Der Veranstalter musste sich bereits am Donnerstag Beschwerden von Anwohnern des Manfredhofs auf der anderen Isarseite anhören. „Sie haben angerufen, weil sie nicht schlafen können“, berichtet Frech und betont, „dass wir alle Lautstärkegrenzen eingehalten haben“.

„Ein Fest von Tölzern für Tölzer“

Am Ende waren es zu viele Widerstände, gegen die der Veranstalter ankämpfen musste. Deshalb ist jetzt Schluss mit dem Summer Village. Frech, der auch das „Harley Rock’n’ Race“, das US-Car- und das Oberland-Trucker-Treffen organisiert, hat bereits eine Idee für eine andere Großveranstaltung. Sein Wunschort: Ein Teil der Marktstraße und die Tölzer Isarbrücke. Er habe ein Konzept, das er allerdings erst mit der Stadt besprechen müsse.

„Ein Fest von Tölzern für Tölzer: Das war immer mein Traum“, sagt Frech. Leider hätten sich die Tölzer Gastronomen zuletzt sehr zurückgezogen. Das Café Heimat war mit Kaffee, Kuchen und Drinks heuer zum dritten Mal vertreten. Stand-Mitarbeiterin Sabrina Fürstberger sagte am durchwachsenen Sonntag: „Das Geschäft ist eben total wetterabhängig.“ Als Café habe man auf dem Gelände keine große Konkurrenz. Im Gegensatz zu einigen der vielen Imbissständen, deren Tische nur spärlich besetzt waren.

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