+
Die Busverbindungen im Landkreis sollen verbessert werden.

ÖPNV Thema im Kreisausschuss

Warten auf den Alpenbus: „Hoffe das Projekt nicht unter die Räder kommt“

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
    schließen

Was ist eigentlich mit den beiden Expressbuslinien, die im 20-Minuten-Takt durch den Landkreis fahren sollen? Und wann kommt der Alpenbus?

Bad Tölz-Wolfratshausen – Um das Thema Öffentlicher Personennahverkehr ging es sowohl in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses als auch in der des Infrastrukturausschusses. Michael Müller (CSU) bangte ob der Corona-Krise und der damit einhergehenden staatlichen Wirtschaftshilfen um das eine oder andere ÖPNV-Projekt im Landkreis. „Denn irgendwo müssen die Milliarden, die ausgeschüttet werden, ja herkommen“, sagte der Geretsrieder Bürgermeister. 

Wie denn der Sachstand bei den Expressbuslinien sei, „auf die ich große Hoffnungen setze“, wollte Müller wissen. Einmal geht es um die Verbindung X970 Bad Tölz-Geretsried-Wolfratshausen-Starnberg. Die andere führt von Wolfratshausen über Egling nach Oberhaching (X320). Sie sind Teil einer Ringbuslinie rund um München. Endpunkte der Linien sind S- beziehungsweise Regionalbahnhöfe.

Expressbusse: Landkreis muss mit einem Millionen-Defizit rechnen

Fahren sollen die Busse im 20-Minuten-Takt. An den Kosten beteiligt sich der Freistaat in erheblichem Maß – anfänglich gibt es 60 Prozent. „Und die Ausschreibungen laufen“, berichtete Landrat Josef Niedermaier (FW) in der Kreisausschusssitzung. Das heißt: Diese Linien kommen auf jeden Fall. „Hier kann man nicht mehr zurück“, so Niedermaier. Matthias Schmid, ÖPNV-Experte am Landratsamt, geht davon aus, dass die Expressbuslinien ab dem Fahrplanwechsel 2021/22 fahren werden. Den Landkreis wird das trotz Staatszuschuss und Fahrgasteinnahmen einiges kosten. Für die ersten fünf Jahre rechnet Schmid mit einem Defizit von insgesamt 4,5 Millionen Euro.

Alpenbus: „Wir hängen im Verfahren“

Noch nicht ganz so weit wie die Expressbuslinien ist ein anderes Projekt: der Alpenbus, der eine schnell Ost-West-Querverbindung von Rosenheim bis Murnau oder Weilheim schaffen soll und von Ministerpräsident Markus Söder stets protegiert wurde. „Hier hängen wir etwas im Verfahren. Wir werden aber darauf drängen, dass gemachte Zusagen auch eingehalten werden“, sagte Niedermaier. Es gebe allerdings auch unter den beteiligten Landkreisen noch Abstimmungsbedarf. „Ich hoffe jedenfalls, dass das Projekt nicht unter die Räder kommt“, so Niedermaier. Im besten Fall, ergänzte Schmid, könnte der Alpenbus ab dem Fahrplanwechsel 2022/23 fahren.  va

Lesen Sie auch:

Mercedes landet kopfüber in Wassergraben: Fahrer gibt Übermüdung als Grund an

Auch interessant

Kommentare