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Wird gerne angeklickt: Die Webcam vom  Herzogstand.  Feratel-Panoramakameras

Webcams in der Region 

Bilder vom Urlaubsort

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Um sich einen Überblick über eine Urlaubsregion zu verschaffen, können Touristen auf aktuelle Bilder von Webcams zugreifen. Gemeinden im Landkreis bietet das eine sehr gute Werbemöglichkeit.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nebel in München. Wie wird es wohl in den Bergen aussehen?, fragt sich da so mancher Tagesausflügler. Ein schneller Blick auf die Homepage der Gemeinde und auf die Bilder der dortigen Webcam zeigt: Am Brauneck, Herzogstand und auf dem Blomberg scheint die Sonne.

Szenen wie diese spielen sich regelmäßig ab, sagt Holger Lortz vom „Tölzer Land Tourismus“. „Für Tagestouristen sind die Webcams sehr interessant.“ Er schätzt, dass es im hiesigen Einzugsgebiet etwa 20 Kameras gibt, dazu drei Panoramakameras auf Blomberg, Herzogstand und Brauneck, die „Tölzer Land Tourismus“ in Kooperation mit den Gemeinden installieren ließ. Letztere machen auf einer besonders großen Plattform Werbung für die Region: Deren Bilder sind auch im Bayerischen Fernsehen zu bewundern. In den vergangenen Jahren seien immer wieder Webcams dazugekommen. „Unsere Homepage, auf der alle Webcams verlinkt sind, gibt es seit sechs Jahren“, sagt Lortz. 10 bis 15 waren von Anfang an drauf.

Vorwiegend Tagesausflügler würden sich für die Bilder der Webcam in Gaißach interessieren, sagt Hubert Schweiger von der Gemeinde. Die Kamera ist am Kirchturm positioniert und zeigt in Richtung Süden. Von 6 bis 21 Uhr werden die Bilder jede Viertelstunde aktualisiert. Die beiden Webcams in der Jachenau – in Höfen und im Dorf – werden nicht von der Gemeinde betrieben, sagt Rosmarie Fischer von der Tourist-Info. „Aber meiner Erfahrung nach werden sie gerne von Tagestouristen genutzt, die nachsehen wollen, wie das Wetter ist oder ob die Loipe gespurt ist.“

Das bestätigt auch Susanne Frey-Allgaier. „Tagesgäste informieren sich über das Wetter, Urlauber über die Landschaft oder die Stadtansicht“, sagt die stellvertretende Tölzer Kurdirektorin. Sie hat noch eine weitere Nutzung beobachtet: „Bei Veranstaltungen kommen die Kameras zum Zaungast-Einsatz.“ Dafür eignen sich beispielsweise die Kameras an der oberen und unteren Marktstraße.

Die Webcam in der Tölzer Marktstraße.  

Wichtig sei die Webcam für die Herzogstandbahn, sagt Manuel Huber, zuständig für den Bereich Tourismus in der Gemeinde Kochel am See. Die Gäste glaubten früher oft der negativen Wetter-Vorhersage in den Medien und blieben zu Hause – obwohl am Berg die Sonne schien. „Jetzt können sie sich selbst ein Bild vom Wetter auf dem Herzogstand machen.“ Seiner Meinung nach erwarten die Besucher Live-Bilder. „Die Kameras müssen da sein und prominent im Internetauftritt platziert werden.“ Gute Bilder seien eine wichtige Entscheidungshilfe für den potenziellen Urlaubsgast.

Dass die Kameras von Bedeutung sind, zeigt sich an den Zugriffszahlen: Fast jeder fünfte Besucher der Tölzer Homepage klicke auf die Webcam-Bilder, sagt Frey-Allgaier. Die Panoramakameras an Blomberg und Brauneck wurden im Oktober 2014 in Betrieb genommen, die Kamera am Herzogstand im Mai 2015. Bis Oktober 2016 wurde über 2,1 Millionen Mal direkt auf die Bilder dieser Kameras geklickt, sagt Holger Lortz. Über 900 000 Klicks entfielen auf das Brauneck, über 830 000 auf den Herzogstand. „Es gibt jahreszeitliche Unterschiede“, sagt der Tourismus-Experte. „Im Winter erhält die Kamera im Skigebiet Brauneck mehr Zugriffe, im Frühjahr steigen die Zahlen am Herzogstand.“ Bei der Kamera am Blomberg ist das Interesse das ganze Jahr über konstant.

Der Blick vom Brauneck.

Die meisten Zugriffe kommen erfahrungsgemäß aus dem Großraum München, so Frey-Allgaier. „Zu 90 Prozent aus Deutschland“, sagt Manuel Huber. Die Touristen aus dem Inland seien in der Überzahl, beobachtet auch Lortz. Generell werde aber weltweit auf die Kamera-Bilder aus der Region geblickt. Beispiel Oktober 2016: Da kamen die Zugriffe unter anderem aus Großbritannien, Österreich und Russland. Die stärksten Zugriffs-Regionen seien in diesem Zeitraum Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen gewesen. „Aber schon auf Platz 15 kommt der US-Bundesstaat Massachusetts, und Kaliningrad steht noch vor Hamburg.“ Generell, so Lortz, sei festzustellen: „Aktuelle Bilder der Region sind aus der Reiseplanung nicht mehr wegzudenken.“

Wer derzeit die Webcam am Tölzer Golfplatz im Internet anklickt, sieht nichts – außer ein paar lila und rosa Streifen. Wer virtuell den Ausblick vom Kalvarienberg genießen möchte, hat ebenfalls Pech gehabt. Beide Kameras sind seit dem Jahreswechsel kaputt beziehungsweise haben technische Probleme. Sehr zum Ärger eines Bremerhaveners, der regelmäßig geschäftlich in Bad Tölz ist und sich seit Jahren an den virtuellen Rundgängen durch die Kurstadt erfreut. „Was nutzt das schönste Fahrzeug, wenn es keinen Treibstoff hat?“, fragt er in einer E-Mail an die Heimatzeitung. Die Tölzer Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter verspricht Abhilfe: „Eine neue Kamera und ein neuer Empfänger sind schon da und werden zeitnah aufgestellt.“ Beides soll in Kürze am Kalvarienberg aufgebaut werden. Die Webcam dort funktioniert zwar, aber die Verbindung zum Router macht Probleme. Die alte Kamera vom Kalvarienberg wiederum soll künftig Bilder vom Golfplatz aus ins Internet senden. Das müsste funktionieren, weil die Verbindung zum Router dort laut Hohenreiter gut genug sein sollte. Die alte Kamera am Golfplatz ist schlicht kaputt und muss ersetzt werden.

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