Ein Schulraum.
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Neustart: Sofern der Sieben-Tage-Inzidenzwert unter 100 liegt, kehren die Grundschüler am 22. Februar in die Schulen zurück. Zunächst jedoch findet in Bayern sogenannter Wechselunterricht statt.

Schulamt wartet auf Infos vom Kultusministerium

Wechselunterricht an Grundschulen ab Montag: Noch sind Fragen offen

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Die Grundschüler im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen kehren ab Montag in die Schulen zurück. Wechselunterricht heißt das Stichwort - doch noch sind Fragen offen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Mutmaßlich weiß inzwischen jedes Kind, was es mit dem Sieben-Tage-Inzidenzwert auf sich hat. Der liegt im Landkreis seit mehreren Tagen unter 100, laut Robert-Koch-Institut aktuell bei genau 64,9 (Stand: Dienstag, 0 Uhr). Somit können die Grundschüler ab Montag, 22. Februar, in ihre Klassenzimmer zurückkehren. Zunächst allerdings findet in Bayern sogenannter Wechselunterricht statt. Was das bedeutet, erklärt Schulrätin Ute Hübner. Sie wies gegenüber unserer Zeitung jedoch darauf hin, dass dem Schulamt noch nicht alle Informationen vorliegen.

Frau Hübner, wie darf sich der Laie den Re-Start der Grundschulen im Landkreis ab kommendem Montag vorstellen? Was heißt Wechselunterricht konkret?

Für den Wechselunterricht wird die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wird in Präsenz beschult, die andere Gruppe lernt zu Hause. Der Wechsel kann täglich, aber auch wöchentlich erfolgen. Die Lehrkraft beschult also eine Gruppe im Präsenzunterricht und kümmert sich zusätzlich um die Gruppe, die zu Hause lernt. Dies erfolgt meist im Anschluss an den Präsenzunterricht durch Telefonate oder E-Mail-Kontakt. Theoretisch besteht auch die Möglichkeit, den Unterricht nach Hause zu streamen. Dies dürfte aber technisch nur in den wenigsten Fällen möglich beziehungsweise durchführbar sein.

Entscheiden die Grundschul-Rektoren selbstständig über Details. Oder gibt es verbindliche Vorgaben des Kultusministeriums/des Staatlichen Schulamts?

Das Kultusministerium hat Vorgaben zum Unterrichtsbetrieb ab dem 22. Februar 2021 herausgegeben, die die Schulen, individuell auf die jeweiligen Situationen vor Ort angepasst, umsetzen.

Steht es Eltern von Grundschülern ab 22. Februar frei, ihre Kinder in die Schule zu schicken beziehungsweise sich für Homeschooling zu entscheiden?

Einzelne Schülerinnen oder Schüler beziehungsweise deren Erziehungsberechtigte, für die die derzeitige Situation eine individuell empfundene erhöhte Gefährdungslage darstellt, können einen Antrag auf Beurlaubung von den Präsenzphasen stellen. Diese Schülerinnen und Schüler können dann gegebenenfalls am Distanzunterricht der jeweiligen Gruppe teilnehmen, haben allerdings keinen Anspruch auf Distanzunterricht.

Wird es für die vierten Klassen – mit Blick auf den Übertritt an die Realschule oder das Gymnasium – Erleichterungen geben?

Das Übertrittszeugnis gibt es nun statt am 3. Mai am 7. Mai. Die Anzahl der zu schreibenden Probearbeiten wurde von 18 auf 14 reduziert. Darüber hinaus werden die Aufgaben für den Probeunterricht an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst.

Sind in den Grundschulen zusätzliche Maßnahmen zum Infektionsschutz geplant? Stehen für Lehrer Corona-Selbsttests zur Verfügung? Werden Lehrer mit ausreichend FFP2-Masken versorgt?

Alle Lehrkräfte haben von der bayerischen Staatsregierung medizinische Masken zur Verfügung gestellt bekommen. Sie haben eine höhere Schutzwirkung als die schlichte „Mund-Nasen-Bedeckung“, entsprechen den Vorgaben des Arbeitsschutzes und unterliegen keiner allgemeinen Tragezeitbegrenzung.

Welche Empfehlungen gelten für die Beförderung der Grundschüler mit Schulbussen?

Hier liegen uns keine Informationen vor.

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