Der Berg geht: Vor Allem im oberen Teil des Blomberg-Rodelwegs sind die kleinen Abrutschungen zu erkennen. Auch die schon bestehenden Hangabsicherungen mit Draht müssen dringend erneuert werden. 
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Der Berg geht: Vor Allem im oberen Teil des Blomberg-Rodelwegs sind die kleinen Abrutschungen zu erkennen. Auch die schon bestehenden Hangabsicherungen mit Draht müssen dringend erneuert werden. 

Tölzer Finanzausschuss 

Hat das Rodeln am Blomberg eine Zukunft?

Es war nur ein Nebensatz, der im Tölzer Finanzausschuss beim Thema Blomberg aufhorchen ließ. Der Wegebau am Blomberg und seine Kosten hängen davon ab, so Kämmerer Hermann Forster auf eine Frage von Karsten Bauer (CSU), ob dort künftig noch gerodelt wird. Das ist keineswegs gesichert. 

Wackersberg/Bad Tölz – Der vor rund 100 Jahren angelegte Rodelweg bereitet nämlich Kummer. Die Flysch-Geologie des Berges führtimmer wieder zu Hangabrutschungen. Die Sturmschäden in jüngerer Zeit führten zu weiterer Bodenerosion. Immer wieder landen Geröll und Steine auf dem Weg, die Drahtsicherungen müssen dringend erneuert werden. Das soll nun geschehen, hat der Ausschuss beschlossen.

Diskussion um künstliche Beschneiung

Aber was geschieht mit dem Weg? Saniert werden muss er. Und klar ist, sagt Forster auf Nachfrage, dass ein einfacher Forstweg mit Dachprofil am einfachsten und vor allem billigsten zu machen wäre. Dachprofil heißt, dass die Fahrbahn mittig erhöht ist und das Wasser nach beiden Seiten ablaufen kann. Ein Rodelweg hat einen anderen Aufbau. Das wäre deutlich teurer, meint Forster. Zumal auf dem Weg auch schweres Gerät wie Pistenraupen für die Präparierung des Rodelwegs fahren müssten.

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Ist künstliche Beschneiung in Zeiten des Klimawandels noch angebracht, sei eine weitere von vielen nicht gelösten Fragen, die im Blomberg-Beirat diskutiert werden. Der Stadtrat werde da „möglichst zeitnahe“ eine Grundsatzentscheidung treffen müssen.

An der Rodelbahn nur noch Fahrt ab Mittelstation

Blombergbahn-Betreiber Hannes Zintel sitzt auch im Beirat und bestätigt die nicht einfachen Gespräche. Schon vor zwei Jahren habe man auf drohende Hangabrutschungen hingewiesen und sei froh, dass bei der Stadt inzwischen die Einsicht gewachsen sei und man nun tätig werde. Auch die Rodelbahn sei „stark sanierungsbedürftig“. Baulastträger sei nun mal der Wegbesitzer, die Stadt. Das Invest, da ist Zintel überzeugt, komme aber doppelt und dreifach wieder zurück. „Den Blomberg gibt es auch noch in 100 Jahren.“

Auch aus Sicht des Unternehmers ist der Standpunkt klar. „Wir haben 2014 den Skibetrieb eingestellt und uns ganz auf den Rodelbetrieb konzentriert.“ Man habe seitdem einen sechsstelligen Betrag in die künstliche Beschneiung gesteckt. „Mit der Rodelbahn punkten wir im Winter.“

Rodelstrecken mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad

Schon seit zwei Jahren kann aus Sicherheitsgründen nicht mehr die ganze Rodelbahn befahren werden. Die Fahrt nur von der Mittelstation bringe aber das Problem mit sich, dass man schon in fünf Minuten wieder im Tal sei und damit die Förderkapazität der Seilbahn nicht mehr ausreicht. Bei der Fahrt nach ganz oben seien auch die gastronomischen Möglichkeiten besser. „Man fährt hinauf, kehrt im Blomberghaus ein und rodelt dann herunter.“ Zintel schweben auch unterschiedliche schwere Rodelstrecken vor. Mit den früheren Skischleppliften am Talhang und am Blomberghaus sei damachbar.

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Und was ist, wenn der Stadtrat von der Investition „im hohen sechsstelligen Bereich“ (Forster) Abstand nimmt. Dann müssten Alternativen her, um ein ganzjähriges Tourismus-Angebot zu schaffen, sagt der 42-Jährige. Mehr Restaurationen, Waldwipfelpfade, Premium-Winterwege nennt er einige Schlagworte. Da sei man im Beirat schon auf dem Weg dazu, aber da sei noch vieles unkonkret. „Es ist noch nicht so weit, dass ich das Rodeln aufgebe. Man kann ja den Spatz in der Hand nicht loslassen, wenn die Taube noch am Dach sitzt.“

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