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Im Frühjahr 1985 kam Nicolaus Harnoncourt (re.) zu den Chorproben ins Jugendcafé nach Tölz, denn dort studierte Gerhard Schmidt-Gaden (2.v.re.) mit den jungen Sängern gerade die Johannes- und Matthäuspassion ein. Die gemeinsame Aufführung war Ende Juni im Dom in Graz.

Weggefährte von Gerhard Schmidt-Gaden

Tölzer Knabenchor trauert um Nikolaus Harnoncourt

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Bad Tölz – Auch im Tölzer Land trauern viele Musiker um den verstorbenen Dirigenten Nikolaus Harnoncourt.

Vor allem mit dem Tölzer Knabenchor war Harnoncourt eng verbunden. „Die jahrzehntelange enge Zusammenarbeit mit unserem Chor und unseren Solisten hat uns erfüllt, bewegt und inspiriert“, sagte Barbara Schmidt-Gaden, Geschäftsführerin und e Tochter des Chorgründers Gerhard Schmidt-Gaden, zu unserer Zeitung. „Zahlreiche Konzerte, Opernabende und Einspielungen dokumentieren diese enge Verbindung und sind uns wertvolle Maßstäbe, auch für die Zukunft.“ 

Der Tölzer Knabenchor hat unter Harnoncourt sämtliche Kantaten von Johann Sebastian Bach in Wien aufgenommen. Einer der Solisten war damals der junge Sepp Kronwitter, heute Dirigent der Tölzer Stadtkapelle. „Es war unglaublich, wie tief Harnoncourt in das Notenbild hineingegangen ist, ja wie er die Musik bildlich-verbal beschrieben hat“, erinnert sich Kronwitter. „Er hat mich sehr stark beeindruckt.“ Für ihn ist Harnoncourt „einer der genialsten Musiker“. 

Knabenchor-Gründer Schmidt-Gaden pflegte zu Harnoncourt ein freundschaftliches Verhältnis. Er erinnert sich unter anderem an Vorstellungen am Züricher Opernhaus, vor allem an den legendären Monteverdi-Zyklus mit Harnoncourt und Jean-Pierre Ponnelle. Die Tölzer traten in den Opern „Orpheus“, „Die Heimkehr des Odysseus“ und „Die Krönung der Poppea“ als Solisten auf. Hier war Kronwitter einer der Solisten. „Schmidt-Gaden und Harnoncourt waren auf einer Wellenlänge. Davon hat auch der Chor sehr profitiert.“ Kronwitter beschreibt Harnoncourt als „sehr menschlich: Da war nie ein böses Wort, kein Schimpfen oder Unmut. Er hat immer versucht, alles im Positiven zu regeln.“

Mehr zum Thema morgen im Tölzer Kurier. (müh)

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