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Kein Patzer, kein falscher Ton: Der Unterstufenchor unter der Leitung von Elisabeth Scheucher brachte auch recht schwierige Stücke fehlerfrei zu Gehör.

Weihnachtskonzert des Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums

Wie die Profis

„O, Du fröhliche“ ertönt es traditionell am Ende des Abends: Was das Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium beim Weihnachtskonzert auch in diesem Jahr Musikalisches auf die Bühne gebracht hat, braucht an so etlichen Stellen den Vergleich mit Profis nicht zu scheuen.

Bad Tölz – Fünftklässler genauso wie angehende Abiturienten zeigten an zwei Abenden im Kurhaus ihr Können – und das Publikum war wieder schwer begeistert. 

Klar ist: Dazu ist nicht nur Talent, sondern auch Probenfleiß und großes Engagement nötig. Nicht nur die Schüler waren mit den Vorbereitungen für das Konzert schwer beschäftigt, sondern natürlich auch die Lehrer. Mit viel Leidenschaft und vermutlich einer großen Portion Geduld haben sie ihre Schützlinge dazu gebracht, Stücke einzustudieren, die von moderner Popmusik über Spiritiuals, christliche Weihnachtslieder, Opernarien bis hin zu Sinfonien eine große musikalische Bandbreite zeigen.

Voll besetzt war das Tölzer Kurhaus bei den beiden Weihnachtskonzerten des Tölzer Gymnasiums.

So begann die Schulband „Gabs on fire“ unter der Leitung von Lisa Wiener recht schmissig mit dem Song „Photograph“ von Ed Sheeran, gefolgt von dem alten Eartha-Kitt-Klassiker „Santa Baby“. Hier ließ vor allem Maria Christov aus der elften Jahrgangsstufe aufhorchen, die mit ihrer souligen Stimme mühelos den Flow des Originals transportierte. Blockflöte, Querflöte und Klarinette kamen in Eva Emmlers Flötenensemble „Flautissimo“ zum Einsatz; und sie entführten mit zwei traditionellen Liedern nach Spanien und Chile.

Immer wieder erstaunlich ist es, was die „Grande Dame“ des Schulchors, Elisabeth Scheucher, aus den jungen Sängern herausholt: Beim Unterstufenchor der fünften bis siebten Klassen schlich sich kein Patzer und kein falscher Ton ein. Die Kinder sangen die nicht unbedingt simplen Lieder „Lieb Nachtigall wach auf“ und „Maria durch ein Dornwald ging“ souverän, was ihnen großen Applaus einbrachte. Auch ihren Mittel- und Oberstufenchor und das Vokalensemble hat sie im Griff: Stimmsicher, exakt, fein arrangiert und mit perfekter Intonierung kamen Stücke wie „Feliz Navidad“, Bachs „Ich steh an deiner Krippen hier“ oder das „Ave Maria“ von Javier Busto. Wenn die Chöre auf die Bühne kommen, dann ist ganz schön was geboten, so um die 40 Sänger sind es jeweils. Die Jüngeren traditionell in weiß, ab der achten Klasse ist als Bekleidungscode schwarz angesagt – die jungen Damen werfen sich dabei natürlich festlich in Schale und bieten neben den akustischen Darbietungen auch einen sehr hübschen Anblick. Die Begleitung am Piano übrigens übernahm auch dieses Jahr wieder Svea Thomson.

Nach der Pause kam es zum großen orchestralen Aufmarsch: Zunächst spielte das Jugendorchester unter der Leitung von Edgar Schumann „Walking in the Air“, danach folgte die Arie „Selig, die Verfolgung leiden“ aus der Oper „Der Evangelimann“. Es spielten und sangen das Instrumentalensemble, die Fünf- und Sechstklässer des musischen Zweiges, und als Solist sang Bariton David Schumann. Hier hatte Elisabeth Artmeier-Mogl die Leitung. Das Stück „Tragische Ouvertüre“ von Johannes Brahms kam zum Schluss – es wurde erst mal ein bisschen eng auf der Bühne. Doch nach ein wenig Arrangieren und Stühlerücken konnte das schuleigene Sinfonieorchester loslegen mit dem höchst professionellen Finale.

Doch beim Tölzer Gymnasium gilt: Nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Bald sind zwar Weihnachtsferien, Zeit zum Verschnaufen. Danach geht es für die jungen Musiker und Sänger und für die Lehrer weiter mit den Proben: Schließlich wartet bereits das Sommerkonzert. (Ines Gokus)

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