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Krippendetails (von links oben im Uhrzeigersinn): Josefs Traum aus der Tölzer Jahreskrippe und der Elefant mit dem Gesicht eines Gefängniswärters (ab dem Dreikönigsfest in der Benediktbeurer Krippe). Wer eine Münze einwirft, bekommt ein dankbares Kopfnicken an der Gaißacher Krippe. Links unten ist der markante Schafturm in der Mühlfeldkirche.

Weihnachtskrippen

„Kripperlschaun“ in Kirchen und Kapellen

Bad Tölz - Vielen geht das Herz auf, wenn sie das Jesuskind auf Stroh gebettet und umgeben von Ochs und Esel in einer Krippe liegen sehen. Krippen mit schönem Farbenspiel und prächtigen Gewändern gehören für viele zur Weihnachtszeit dazu.

Krippen mit den unterschiedlichsten Szenen sind im ganzen Tölzer Land aufgebaut. Die liebevolle Gestaltung und abwechslungsreiche Darstellung bieten für jeden Geschmack etwas. Hier ein Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Tölzer Jahreskrippe

In der Tölzer Jahreskrippe ist derzeit noch eine recht unbekannte Szene von Josef, dem Vater von Jesus‘, dargestellt. Die plötzliche Schwangerschaft Marias bewegt Josef dazu, sie verlassen zu wollen, da das Kind nicht von ihm sein kann. Doch im Traum erscheint ihm der Engel Gabriel, der ihm davon abrät, Maria zu verlassen. Diese Szene, wie der Engel Gabriel zu Josef spricht, ist mit stimmungsvoller Beleuchtung in der Tölzer Jahreskrippe zu sehen. Auch eine moderne Interpretation des Tölzer Ortsvereins, gestaltet mit Isarsteinen, kann man in einer Dauerausstellung bewundern. Die „Steinkrippe“ zeigt die „Flucht nach Ägypten“ und stellt mit farbenprächtigen Landschaften und Hintergründen eine lebhafte Szene dar. Auch diese Krippe ist von 8 bis 18 Uhr im gleichen Raum wie die Jahreskrippe geöffnet. „Wir versuchen, die Krippen jedes Jahr ein bisschen anders darzustellen“, sagt Gerhild Schmeller. Gemeinsam mit ihrem Mann Siegfried gestaltet sie als Mitglied im Krippenverein die Jahreskrippe. Kursangebote gebe es im Gegensatz zum vergangenen Jahr keine. „Die Mitglieder sind anderweitig ausgelastet“, sagt Schmeller.

Benediktbeuern

In der Marienkirche Benediktbeuern ist eine sehenswerte Krippe ausgestellt. „Weil Ostern dieses Jahr so früh ist, haben wir allerdings eine Szene rausgenommen“, sagt Mesner Christian Höck. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr werden dieses Jahr nur elf Szenen vom ersten Advent bis zum Palmsonntag gezeigt. Eine Szene fällt also weg. „Es macht Spaß, die Krippe alle zwei Wochen umzubauen“, so Höck. Doch sei es auch zeitaufwändig. Allerdings lohne sich der Aufwand. „Kinder und Familien kommen besonders gerne her“, erzählt der Mesner. So hat die Pfarreiengemeinschaft seit letztem Jahr ein Suchspiel für Kinder eingebaut, das zum besseren Verständnis der Krippenszenen führen soll. „Gerade nach Weihnachten wissen die Kinder oft nicht, welche Szene dargestellt wird, ein Suchspiel soll das erleichtern“, sagt Christian Höck. Die Krippe und das Suchspiel kommen gut an und „egal, ob mit oder ohne Schnee – Krippen werden sehr gerne angeschaut“.

Tölzer Krippenpavillon

Seit jeher hat auch ein Pavillon mit einer Krippe am Eingang zur Tölzer Marktstraße seinen Platz. Schon seit Jahrzehnten präsentiert der Tölzer Krippenverein hier eine Weihnachtskrippe. Vergangenes Jahr stellte die Stadt einen neuen Pavillon zur Verfügung: Der alte war morsch geworden.

Pfarrkirche Lenggries

„Es kommen viele Familien, teilweise auch Kindergärten, um unsere Krippe anzuschauen“, sagt Jakob Ertl. Seit einigen Jahren hilft er beim Krippenaufbau in der Pfarrkirche St. Jakob in Lenggries mit. Die zwei aus mehreren Epochen stammenden, teilweise bis zu 250 Jahre alten Krippen werden im Hochaltar und im Turm der Kirche ausgestellt. Das Gotteshaus ist von 8 bis 18 Uhr offen.

Müller-Krippe in der Asklepios-Stadtklinik

Eine vielfältige Darstellung der „Anbetung durch die Heiligen Drei Könige“ zeigt die Tölzer Krippe. Die Reste der ehemaligen bedeutenden Klosterkrippe erwarb der Tölzer Schreiner und Kunstmaler Michael Müller. Als leidenschaftlicher Krippenbauer hauchte er der Krippe neues Leben ein. Alle Tiere und die Könige mit Teilen ihres Gefolges stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Krippe befindet sich vor den Hauskapellen der Stadtklinik und ist das ganze Jahr allgemein zugänglich. Öffnungszeiten sind täglich von 8 bis 18 Uhr.

Seniorenheim Josefistift

Auch im Seniorenwohnheim Josefistift ist im Eingangsbereich eine neugestaltete, restaurierte und vergrößerte Krippe mit Beständen des 18. und 19. Jahrhunderts zu bestaunen. Es sind mehrere Szenen von der „Verkündigung“ bis zur „Flucht nach Ägypten“ aufgebaut. Die Krippe kann man noch bis 2. Februar täglich von 8 bis 18 Uhr besichtigen.

Gaißacher Pfarrhof

Die berühmte große „Reiner Krippe“ wird jedes Jahr auf einer 24 Quadratmeter großen Fläche im Gaißacher Pfarrhof aufgebaut. Einen eindrucksvollen Rahmen bilden Sternenhimmel, Kulissen, Höhlen, Landschaften und Figuren beim weihnachtlichen Geschehen. „Wenn man so einen historischen Schatz hat, muss man auch was dafür tun“, sagt Josef Mürnseer. Er ist der Hauptverantwortliche für die Organisation des Krippenaufbaus in Gaißach. „Wer sich für Krippen interessiert, sollte auf jeden Fall vorbeischauen“, sagt der 68-Jährige. Besonders Kinder und Familien seien an den Szenen interessiert. Zahlreiche Besucher jeden Alters kommen in der Weihnachtszeit, um die Aktion der „Gaißacher Krippenfreunde“ zu bestaunen. Manche Figuren seien bereits seit über 80 Jahren in Gebrauch. Eintritt für die Besichtigung wird nicht verlangt, doch Spenden sind gerne gesehen. Geöffnet ist die berühmte „Reiner Krippe“ noch bis zum 6. Januar täglich von 12 bis 16 Uhr.

Kalvarienbergkirche

Auch auf dem Tölzer Kalvarienberg ist eine Krippe mit verschiedenen Szenen von der „Verkündigung“ bis zum „Haus Nazareth“ mit großen bekleideten Figuren aufgestellt. Die Figuren stammen vorwiegend aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu besichtigen ist die Krippe noch bis Aschermittwoch, 10. Februar, täglich von 8 bis 18 Uhr.

Kirche St. Martin in Zell

Wie in den vergangenen Jahren findet auch dieses Jahr das „Kripperlschaun“ in der Kirche St. Martin in Zell (Gemeinde Großweil) statt. Die Öffnungstage sind am 26. und 27. Dezember, sowie am 1., 3., 6., 10., 17., 24. und 31 Januar. Weihnachtsmusik und Glühwein sorgen für eine angenehme, weihnachtliche Stimmung. „Unsere Krippe wird jedes Jahr um eine Figur erweitert“, erzählt Renate Bäck, verantwortlich für den Aufbau und die Organisation. Nach der Krippenbesichtigung gäbe es auch schöne Spazierrundgänge um die Kirche herum. Die Öffnungszeiten sind von 14 bis 16 Uhr an den oben genannten Tagen.

Krippenweg Sachsenkam

Die Sachsenkamer Krippenfreunde laden alle Interessierten ein, den Krippenweg zu besuchen, der von Donnerstag, 24. Dezember, bis Sonntag, 10. Januar, zu betrachten ist. Täglich bis 21 Uhr können die Krippen in den beleuchteten Fenstern besichtigt werden. Zur Orientierung sind die Krippenfenster mit einem Schweifstern gekennzeichnet. Flyer mit den Stationen der einzelnen Krippen liegen in den Sachsenkamer Geschäften aus. Krippenwanderungen finden am Sonntag, 27. Dezember und am Mittwoch, 6. Januar, jeweils um 16 Uhr statt. Der Treffpunkt ist die Pfarrkirche Sachsenkam. Letzte Station ist die Krippe in der Klosterkirche Reutberg. Dort findet eine kurze Andacht statt. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Einkehr ins „Klosterbräustüberl“.

Krippenführer

Noch einige weitere sehenswerte Krippen sind in dem Hef „Weihnachten & Silvester in Bad Tölz“ der Tourist-Information Bad Tölz aufgeführt. Das Heft ist bei der Tourist-Information erhältlich und beinhaltet auch weitere Veranstaltungen sowie Weihnachts-und Silvesteraktionen in Bad Tölz.

Sophie von Grudzinski


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