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Tölzer verurteilt

Weil der Dealer dummen Fehler machte: Marihuana-Post landet bei Polizei

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Ein Tölzer bestellte Marihuana im Darknet. Die Drogen wurden auch abgeschickt. Nur leider kamen sie nie beim Empfänger an, dafür bei der Polizei, wohl, weil der Dealer sparen wollte.

Bad Tölz – Das sogenannte Darknet ist ein Supermarkt für allerhand illegale Waren. Drogen beispielsweise. Die Kunden wähnen sich dabei auf der sicheren Seite, doch immer häufiger kommt ihnen die Polizei auf die Schliche. Oft nur deshalb, weil die Verkäufer beim Versenden ihrer Päckchen und Briefsendungen dilettantische Fehler machen. Das wurde nun einem jungen Tölzer zum Verhängnis. Wegen versuchten unerlaubten Erwerbs und Besitzes von Betäubungsmitteln wurde der 21-jährige IT-Systemelektroniker vom Jugendgericht am Amtsgericht Wolfratshausen zu 1800 Euro Geldstrafe verurteilt.

Anfang Mai 2016 landete ein an den Angeklagten adressierter, aber unzureichend frankierter Brief bei einem Aachener Outdoor-Geschäft, weil dieses auf dem Kuvert als Absender angegeben war. Gemeinsam mit anderen Sendungen, auf die – ebenfalls wegen zu wenig Porto – Empfänger in Berlin, Frankfurt, Ulm und Flensburg vergeblich warteten, wurden die Briefe an die Polizei übergeben. Ende 2016 übernahm die Staatsanwaltschaft München II das Ermittlungsverfahren aus Aachen. Am 13. Februar vorigen Jahres stand die Kripo um 6 Uhr in der Früh mit einem Durchsuchungsbeschluss bei dem 21-Jährigen in Bad Tölz vor der Tür.

In der Wohnung fanden die Beamten 18,2 Gramm Marihuana sowie diverse Utensilien für den Drogenkonsum. Diesen Teil der Anklage räumte der Beschuldigte ein. Mit dem Irrläufer in Aachen wollte er hingegen nichts zu tun haben. Dass er gelegentlich im Darknet eingekauft habe, gab er zwar zu. Auch das war von der Polizei schon zuvor bei der Untersuchung des sichergestellten PCs des Angeklagten festgestellt worden. „Aber meine Bestellungen sind alle angekommen“, erklärte der Tölzer. Was die Staatsanwältin argwöhnen ließ, der Angeklagte habe „womöglich den Überblick über seine Einkäufe verloren“.

Der Verteidiger argumentierte, es sei „durchaus denkbar, dass diese Bestellung nicht von meinem Mandanten getätigt wurde“ („es ist nicht der erste Fall, dass Unbekannte Adressen ausspähen, um Betäubungsmittel zu erhalten“). Richter Urs Wäckerlin sah dagegen „genügend Indizien“, die eine Verurteilung rechtfertigten. Die Gesamtstrafe legte er mit 40 Tagessätzen zu je 45 Euro fest. „Wenn man die Puzzleteile zusammenfügt, besteht kein Zweifel daran, dass Sie die Drogen bestellt haben“, sagte Wäckerlin.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Holger Hollem / Holger Hollemann

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