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In zwei Jahren werden in den Kommunen Bürgermeister und Gemeinderäte gewählt.

Kommunalwahlen 2020

Welcher Bürgermeister im Landkreis will 2020 noch mal?

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  • Peter Borchers
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Welcher Bürgermeister tritt 2020 noch mal an? Wer zieht sich zurück? Wer hat sich noch nicht entschieden? Ein Stimmungsbild im Landkreis – zwei Jahre vor den Kommunalwahlen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – 2020 werden im Landkreis nicht nur die Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte neu gewählt, sondern auch der Landrat. „Wenn ich das Mandat wieder bekommen sollte, stehe ich zur Verfügung“, sagt der amtierende Kreischef Josef Niedermaier (Freie Wähler). Das einzige, was ihn von der erneuten Kandidatur abhalten könne, sei die Gesundheit. „Aber ich fühle mich soweit fit.“

Benediktbeuern

Das Kriterium schlechthin war die körperliche Verfassung für den Benediktbeurer Bürgermeister Hans Kiefersauer. Er habe den Krebs soweit besiegt, lässt er wissen. „Ich muss nur noch alle drei Monate zur Überwachung. Ich fühle mich gut und stecke voller Tatendrang“, sagt er. Kiefersauer, seit 2014 im Amt, will 2020 zum zweiten Mal antreten.

Bichl

„Diese Frage stellt sich mir noch nicht“, antwortet Bichls Gemeindechef Benedikt Pössenbacher (Unabhängige Bichler Bürger) und verweist auf die Nominierung, die erst in eineinhalb Jahren sei. „Es ist ja nicht meine alleinige Entscheidung.“

Bad Heilbrunn

Für Thomas Gründl (CSU), Bürgermeister in Bad Heilbrunn, ist die Sache schon jetzt klar: „Wenn mich die Bürger wieder wollen, stelle ich mich zur Wahl.“ Im März feiert Gründl sein zehnjähriges Amtsjubiläum. „Die Zeit ist wie im Flug vergangen.“ Nun freut er sich, mit der Ortsmitte „etwas Bleibendes gestalten zu können. An diesem Punkt aufzuhören: Das wäre nicht mein Ding.“

Kochel am See

Thomas Holz, Bürgermeister von Kochel.

Der Breitbandausbau von Walchensee bis Ried steht in den kommenden Jahren auf der Agenda von Kochels Bürgermeister Thomas Holz (CSU). Unter anderem: „Es stehen einige Projekte an, die ich gerne umsetzen würde“, sagt er. Deshalb will sich Holz 2020 wieder zur Wahl aufstellen lassen. „Ich brenne für diese schöne Aufgabe.“

Schlehdorf

Stefan Jocher (48) ist bereits seit 2002 Bürgermeister von Schlehdorf: „Es spricht nichts dagegen, wieder anzutreten“, sagt er. Es könne sein, dass sich auch ein anderer Kandidat aus seiner Wählergemeinschaft Loisach aufstellen lasse. „Danach sieht es aktuell aber nicht aus.“ Für Jocher wäre es die vierte Periode.

Bad Tölz

Josef Janker, Bürgermeister von Tölz.

Der Tölzer Rathauschef Josef Janker (CSU) darf nach zwei Wahlperioden altersbedingt nicht mehr antreten. Bürgermeister dürfen am ersten Tag ihrer Amtszeit noch nicht 67 Jahre alt sein. „So sind die Spielregeln“, sagt Janker, aktuell 65. „Ein Stück weit bedauere ich das, denn ich wäre gern bei der Umsetzung der zahlreichen Projekte und Investitionen, die wir angestoßen und in einer To-Do-Liste bis 2024 priorisiert haben, bis zum Schluss dabei.“ Ob er jemanden als Nachfolger im Auge habe? „Warum keine Nachfolgerin?“, antwortet Janker. „Ja, ich hätte tatsächlich schon jemanden im Sinn – aber ich sag’s nicht.“

Lenggries

„Man merkt täglich, dass man nicht jünger wird“, sagt das Lenggrieser Oberhaupt Werner Weindl (CSU). Er ist zwar erst 57, aber der dienstälteste Bürgermeister im Landkreis. Zum ersten Mal 1996 gewählt, hätte Weindl auch nichts gegen eine fünfte Amtszeit – „wenn die Gesundheit passt“. Der Beruf sei schnelllebiger geworden: „Man ist ständig erreichbar. Und man soll sofort handeln und entscheiden.“

Wackersberg

Alois Bauer (Wählergemeinschaft Oberfischbach) würde der Altersgrenze 2020 gerade so entkommen. Der 63-Jährige ist seit 2008 Bürgermeister in Wackersberg. Er will sich ein Jahr vor der Wahl, also im Frühjahr 2019 entscheiden. „Ich lasse das auf mich zukommen“, sagt Bauer, der auch private Gründe vor einer erneuten Kandidatur abwägen möchte.

Gaißach

Stefan Fadinger, Bürgermeister von Gaißach.

Unentschlossen ist auch noch der parteifreie Gaißacher Bürgermeister Stefan Fadinger, der das Amt 2012 von Nikolaus Trischberger übernommen hatte. „Die Wahl ist für mich noch in weiter Ferne“, sagt er. „Ich werde zu gegebener Zeit eine Entscheidung treffen.“ Tendenziell könnte er sich eine zweite Periode aber schon vorstellen. „Es gibt einige Projekte, die gerade erst begonnen haben.“ Fadinger denkt zum Beispiel an die Realisierung einer Zweifach-Turnhalle.

Jachenau

Zu denen, die sich bedeckt halten, gehört auch Georg Riesch, Bürgermeister der Jachenau, ebenfalls parteilos. Der 61-Jährige, der der Freien Wählergemeinschaft angehört, sagt: „Ich lege mich noch nicht fest.“ Wie Fadinger will er sich erst einmal noch um laufende Projekte kümmern. Sobald der Umzug des Rathauses in den ehemaligen Gasthof Post vonstatten gegangen sei, „werde ich mich hinsetzen und in Ruhe überlegen“, sagt Riesch. Bei der Kommunalwahl 2014 hatte Riesch zuletzt etwas Gegenwind erfahren. Er war als einziger Kandidat angetreten, hatte aber mit 72,4 Prozent der Stimmen kein berauschendes Ergebnis eingefahren.  ast

Reichersbeuern

„Bürgermeister ist man nicht nur von 8 bis 17 Uhr.“ Das hat Ernst Dieckmann (FWG) in den ersten vier Jahren als Reichersbeuerer Gemeindechef gelernt. „Das ist nicht immer einfach für die Familie“, sagt er. Der Spaß an der Arbeit überwiege aber um ein Vielfaches – und deshalb bekennt sich Dieckmann klar: „Ja, ich will wieder antreten.“

Greiling

Ähnlich hört sich das aus dem Mund seines Greilinger Kollegen Anton Margreiter (FWG) an, der ebenfalls 2014 gewählt wurde. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat sei sehr gut, einen Grund, auf die Kandidatur zu verzichten sieht der 46-Jährige nicht. Mit seinem Beruf als Landwirt lässt sich das Amt gut verbinden, sagt Margreiter: „Es gibt ja manchmal monotone Arbeiten. Da habe ich dann Zeit, nebenbei über die Gemeinde nachzudenken.“

Sachsenkam

Hans Schneil, Bürgermeister von Sachsenkam.

Für ehrenamtliche CSU-Bürgermeister wie Johann Schneil (70) gilt die Altersgrenze nicht. Angesprochen auf die Wahl 2020, sagt der Sachsenkamer: „Das mach ich nicht mehr. Sonst fragen sie mich ja: Was will denn der Opa?“ Seit 2008 ist Schneil Rathauschef, bereits seit 1978 gehört er dem Gemeinderat an. Das Amt will er „in gute Hände weitergeben. Wir haben da jemanden im Auge.“ Bis Herbst soll der Kandidat feststehen.

Dietramszell

Nach bald zehn Jahren im Amt kann man schon mal Bilanz ziehen, meint die Dietramszeller Bürgermeisterin Leni Gröbmaier: „Ich finde, die Gemeinde steht heute besser da.“ Im Hinblick auf die Wahl 2020, wolle sie bald eine Entscheidung treffen. „Die Chancen stehen fifty-fifty“, sagt das Mitglied der Bürgerliste Dietramszell. Familiäre Gründe könnten den Ausschlag geben.

Wolfratshausen

Seit Mai 2008 sitzt Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) auf dem Bürgermeisterstuhl. In einem Interview mit unserer Zeitung kündigte der 50-Jährige bereits im Mai vergangenen Jahres – in der Mitte der Wahlperiode – an, bei der Kommunalwahl 2020 erneut kandidieren zu wollen. „Ja, ich werde mich noch einmal um das Amt bewerben, ich möchte definitiv gerne weitermachen“, sagte Heilinglechner. Er begründete seine Entscheidung mit den Worten: „Es gibt viele Projekte, die ich gerne weiter begleiten möchte beziehungsweise Aufgaben, die ich sehr gerne anschieben möchte.“  cce

Geretsried

Recht einsilbig reagiert Michael Müller (CSU) auf die Frage unserer Zeitung, ob er eine zweite Amtszeit anstrebe. Über seinen Pressereferenten Thomas Loibl lässt der Bürgermeister kurz und knapp ausrichten: „Kein Kommentar“.

Königsdorf

Eine einschneidende Veränderung hat Anton Demmel gerade hinter sich. Von den Freien Wählern ist er zur CSU gewechselt. „Über die Kreistagsfraktion will ich mich verstärkt in die Kreispolitik einbringen“, sagt er. Das bedeute aber nicht, dass Demmel als Bürgermeister amtsmüde sei. Seine unklare Ansagen: „In den nächsten Monaten werden die entsprechenden Weichenstellungen getroffen. Dann sind wir alle schlauer.“

Icking

Es wäre Margit Menrads (Unabhängige Bürgerliste Icking) dritte Amtszeit. Doch ob die Rathauschefin 2020 erneut antritt, ist unklar. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, sagt sie kryptisch, es gebe Gründe, die dafür sprächen, und Gründe dagegen. Menrad findet momentan allerdings kaum Zeit, um über ihre politische Zukunft nachzudenken. „Wir haben in Icking aktuell so viele große und wichtige Projekte, die mich beschäftigen, wie zum Beispiel zu Zufahrt zur Geothermie. Die nehmen meine ganze Zeit in Anspruch.“

Eurasburg

Moritz Sappl (Gemeinsame Wählervereinigung) macht der Job im Eurasburger Rathaus „großen Spaß“. Der 46-Jährige ist seit 2014 Bürgermeister und sieht „von meiner Seite keinen Hinderungsgrund, warum ich mich nicht nochmals zur Verfügung stellen sollte“. Bis zur Wahl liege aber erst noch ein gutes Stück Arbeit vor ihm. „Wir haben viele Dinge angeschoben. Einige werden bis zum Ende der Wahlperiode fertig, andere nicht. Die würde ich gerne auch zu Ende bringen.“ Allerdings sei das nicht allein seine Entscheidung, sondern auch die der GWV. „Und darüber sprechen wir frühestens Ende 2019.“

Egling

Auch Hubert Oberhauser (Freie Wähler) würde wieder zur Verfügung stehen, „und das mit ganzem Herzen“. Voraussetzung sei natürlich, dass ihn seine Partei auch aufstellt, „da kann und will ich nicht vorgreifen“. Man habe in Egling sehr, sehr viele Dinge und Projekte angefangen, „die möchte ich auch zu Ende bringen“. Und wenn er nicht wieder Bürgermeister werden sollte? „Dann bricht für mich keine Welt zusammen. Ämter werden in Demokratien auf Zeit vergeben.“

Münsing

Michael Grasl (Freie Wähler) behält sich vor, ob er in zwei Jahren noch einmal als Bürgermeisterkandidat antritt oder „ganz andere berufliche Herausforderungen sucht“. Darüber mache er sich im kommenden Jahr Gedanken, sagte Münsings Rathauschef kürzlich. Andere politische Ämter – beispielsweise den Chefsessel im Landratsamt – strebe er nicht an, versicherte der Sprecher der Landkreis-Bürgermeister.

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