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Keinen Eintrag ins Guinness-Buch, aber einen Spendenscheck über 10 000 Euro erbrachte der Versuch, den größten Semmelknödel der Welt zu kochen. 

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Vier-Zentner-Knödel: Riesen-Idee aus Tölz

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Bad Tölz - Das sorgte für Aufsehen: In Aldersbach sollte der größte Semmelknödel der Welt gekocht werden. Hinter dem Aufsehen erregenden Ereignis steckt die Eventagentur von Ralf Schönberger

Nein, der Appetit auf Semmelknödel ist Ralf Schönberger trotz allem nicht vergangen. Der Gründer und Inhaber der Tölzer Event-Agentur „Crossing Minds“ war der Ideengeber zu einem Weltrekordversuch, der bayernweit große Aufmerksamkeit erregte: Im niederbayerischen Aldersbach sollte am Sonntag der dickste Semmelknödel der Geschichte gekocht werden. Pech: Kaum war der 208,7 Kilogramm schwere K(o)loß aus dem Kochtopf gehoben, zerbrach er auch schon. Auch wenn es mit dem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde nichts wurde, ist Schönberger hochzufrieden mit der Aktion.

„Mit einem weinenden Auge sind wir am Sonntag schon heimgefahren“, gibt der 44-Jährige zu. „Aber das Wichtigste an der ganzen Sache haben wir erreicht. Wir konnten am Abend einen Scheck über 10 000 Euro an Edeltraud Plattner, die stellvertretende Landrätin des Landkreises Rottal-Inn, überreichen.“ Dieses Geld war aus dem Verkauf der Knödelportionen (begleitet von Biergulasch) sowie durch Sponsorengelder zusammengekommen und geht an die Hochwasseropfer in Simbach.

Die verrückte, medienwirksame Idee mit Wohltätigkeit zu verbinden, war von Anfang an der Ansatz der Knödelaktion. Schönbergers Agentur arbeitet seit Ende vergangenen Jahres mit der Brauerei Aldersbach und dem Haus der bayerischen Geschichte zusammen und begleitet die aktuelle Landesausstellung „Bier in Bayern“ mit Veranstaltungen.

„Ich bin gelernter Koch und stamme aus einer Brauerei-Gaststätte im Bayerischen Wald“, erklärt Schönberger. „1998 habe ich mit meiner Mama zusammen schon einmal einen großen Semmelknödel mit 75 Zentimetern Durchmesser gemacht.“ 18 Jahre später holte er die Idee aus dem Hinterkopf hervor – nur dass der Semmelknödel dieses Mal einen Durchmesser von zwei Metern haben und damit ins Guinness-Buch der Rekorde eingehen sollte. „So ein Knödel passt zum Bier – also haben wir gesagt: Lasst es uns probieren“, sagt Schönberger.

Weil es bei der Aktion nicht nur um „Jux und Tollerei“ gehen, sondern auch ein guter Zweck davon profitieren sollte, sei zunächst geplant gewesen, den Erlös den „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks zugutekommen zu lassen. Doch dann wurde während der Vorbereitungen Simbach am Inn von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht – gerade einmal rund 45 Kilometer von Aldersbach entfernt. „Und bei uns in Aldersbach hat es keinen Tropfen geregnet“, schildert Schönberger den Tag der Katastrophe. Dem Team sei sofort klar gewesen, dass mit dem Großteil der Spenden die niederbayerische Nachbarstadt unterstützt werden sollte.

Auch was das Medienecho angeht, kann der berufsmäßige „Unternehmer und Spinner“, wie er sich selbst nennt, den Mega-Knödel als Erfolg verbuchen. „Kein Mensch hätte gedacht, dass das solche Kreise zieht.“ Doch allein die Zutatenliste ließ aufhorchen: 100 Kilo Semmeln, 60 Kilogramm Mehl, 70 Liter Milch und rund 1.500 Eier.

Über den gescheiterten Rekordversuch tröstet sich Schönberger damit hinweg, dass „Crossing Minds“ zuvor bereits sieben andere Weltrekordversuche gestartet hat – jedes Mal mit Erfolg. „Vor drei Jahren haben wir in Mecklenburg-Vorpommern aus 17 000 Kartons das größte Karton-Iglu der Welt gebaut, mit 20 Metern Durchmesser und fünf Metern Höhe“, berichtet Schönberger. Auch die mit 400 Metern größte Kugelbahn der Erde – Startpunkt: ein 15 Meter hoher Turm – geht auf das Konto von „Crossing Minds“.

Vom zerbrochenen Knödel zehrte sein zehnköpfiges Team übrigens noch am Montag. „Wir haben uns ein paar Portionen auf die Seite gelegt, damit wir sie am nächsten Tag in aller Ruhe im Büro mit Biergulasch genießen können“, sagt Schönberger. Geschmeckt habe der Vier-Zentner-Semmelknödel übrigens „richtig gut“.

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