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Rund 25 Wallfahrer gehören zu einem Leonhardigespann. Um nach der Fahrt ein warmes Mittagessen zu bekommen, müssen sie frühzeitig reservieren.

Leonhardi

Wenig Platz für Wallfahrer beim Wirt

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Die Nachfrage an Leonhardi ist riesig, die Wirte wollen ihre Tischreservierungen genau planen. Wallfahrer stehen dabei vor Schwierigkeiten. Manche haben Mühe, überhaupt einen Platz im Lokal zu finden.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Wenn die Pferde gesegnet, alle Gebete gesprochen und der Trubel mit den vielen Menschen auf dem Kalvarienberg vorbei ist, sind die Leonhardifahrer bereits über acht Stunden auf den Beinen. Dann wollen die Protagonisten dieses Tölzer Feiertages vor allem eines: ein warmes Essen in einer Wirtschaft.

Doch dort einen Platz zu finden, ist für die Wallfahrer nicht immer ganz leicht. „Es ist allgemein schwierig, dafür dass wir es sind, die diese Tradition aufrechterhalten“, sagt zum Beispiel Barbara März. Sie ist eine der Oberbuchener Frauen im Schalk. Seit 1997 fährt sie auf dem Tafelwagen mit, den ihr Mann seit 1993 stellt. März hat den Eindruck, dass die Tölzer Gastronomen an Leonhardi vor allem „auf so viel Umsatz wie möglich“ schielen.

Uschi Bauer, die auf demselben Wagen sitzt, sagt: „Früher hat man uns mit Handkuss genommen. Es ist doch ein schönes Bild für die anderen Besucher, wenn wir da in Tracht sitzen.“ Das ist aber offenbar nicht die erste Priorität mancher Wirte. Man sei seit Wochen für den 6. November ausgebucht, erfährt man von einem „Starnbräu“-Kellner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Wir bewirten auch heuer Wallfahrer. Aber voll ist voll. Wer zuerst reserviert, mahlt zuerst.“

Im „Starnbräu“ an der Marktstraße gastierten die Oberbuchener in den vergangenen Jahren. Heuer aber nicht mehr: „Es hieß, ich soll eine E-Mail schreiben, und dann wird das ausgewertet“, berichtet Barbara März. Weil daheim gerade umgebaut werde und der PC nicht im Einsatz sei, schaute sie sich anderweitig um – und fand Platz im „Kolberbräu“ gegenüber. Laut März war dort aber Überredungskunst gefragt. Geschäftsführer Karlheinz Leimer erklärt, warum: „Ich kann nicht eineinhalb Stunden lang Plätze für 25 Leute freihalten. Ich müsste alle anderen in dieser Zeit abweisen, das ist eine Zumutung für die Gäste.“

Leimer weiß, dass das Problem nicht neu ist, und erinnert sich: „Jeder hat doch ein Handy dabei. Wir haben im Jahr 2006 gesagt, dass wir uns mehr Kommunikation und Kooperationsbereitschaft wünschen. Dafür wurden wir damals massiv angefeindet.“ Als Wirt möchte Leimer planen können. Für die Wallfahrer ist das aber sehr schwierig. Sie können je nach Wetter und Bedingungen auf der Wallfahrtstrecke nicht genau sagen, ob sie um 13 oder 14 Uhr einkehren. Barbara März habe dem „Kolberbräu“-Wirt nun zugesichert, dass sie nach der Zugfolgen-Verlosung (siehe dazu Bericht Seite 3) und „eine halbe Stunde, bevor wir kommen“, anruft. Auch in Sachen Effizienz ist sie gewillt, Leimer entgegenzukommen: „Wir essen alle etwas und bleiben maximal eineinhalb Stunden.“ Uschi Bauer ergänzt: „Wir trinken ja nicht nur ein Glas Wasser.“

Leimer wiederum betont, dass die Wallfahrer bei ihm sogar die Pferde in der Tiefgarage abstellen könnten. Das Miteinander sei gut gewesen in den vergangenen Jahren. Heuer werde er neben den Oberbuchenern eine Leonhardi-Gruppe aus Gaißach bei sich aufnehmen. Er möchte die Tradition aber „auf mehrere Schultern verteilen“.

Ein breites Kreuz bewies Andreas Binder 2016: Nach seiner Aussage kehrten gleich sechs Wagenbesatzungen in seinem „Binderbräu“ ein. „Ich habe dafür Busgesellschaften abgesagt, die reservieren wollten.“ Binder kennt das Problem. Früher ist er selbst auf einem Trachtenvereinswagen mitgefahren. In seinem Wirtshaus würden Wallfahrer an Leonhardi bevorzugt behandelt: „Sie stecken da viel Arbeit rein, und die ganze Stadt profitiert.“ Außerdem seien die Plätze „ja nicht fünf Stunden besetzt“. Der Wirt kann seine Gasträume also den ganzen Tag immer wieder neu besetzen. Davon abgesehen ist die Lage des „Binderbräu“ für die Fuhrmänner nicht schlecht, wie Binder erklärt: „Viele Teilnehmer stellen ihre Pferdeanhänger auf dem Parkplatz an der ,Alten Schießstätte‘ ab. So sind sie danach schnell draußen aus der Stadt.“

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