Zwei Frauen, zwei Männer vor Schaufenster
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Die Jahreskrippe aus dem Stadtmuseum als Fensterdekoration (v.li.): Vize-Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier, Wirtschaftsförderin Sandra Kern, Krippenvereinsvorstand Wolfgang Friedl und Bürgermeister Ingo Mehner. Fotos: Pröhl

Gastrostände, Packerl-Service und 57 Krippen

Wenigstens ein bisserl Weihnachtsfeeling beim Mini-Christkindlmarkt

Trotz Corona und Lockdown will die Stadt Tölz einen Ersatz für den ausgefallenen Christkindlmarkt bieten. In der weihnachtlich beleuchteten Marktstraße gibt es Gastro-Stände und einen Krippenweg. Ein kostenloser Packerl-Service ist Service für kauffreudige Kunden.

Bad Tölz – Nein, so leicht lassen sich die Tölzer nicht ins Bockshorn jagen. Zwar ist der Christkindlmarkt abgesagt und auch das Weihnachtsdorf, das man mit Eisstockbahn und viel Musik rund ums Kurhaus angedacht hatte, fällt dem verschärften Lockdown zum Opfer. Doch ein bisschen müsse man die Menschen emotional schon auf die Weihnachtszeit einstimmen, sagt Bürgermeister Ingo Mehner. Bei einem Rundgang in der Marktstraße erläuterte er gestern mit den Verantwortlichen das Konzept der Stadt.

Es gibt ab Samstag, 28. November, in der Fußgängerzone fünf Gastrostände. Für alle Geschmäcker, also Wurst, Grill, Süßes und Fisch ist etwas dabei. Natürlich ist alles „to go“, wie die stellvertretende Kur- und Tourismusdirektorin Susanne Frey-Allgaier sagt, also nur Essen zum Mitnehmen. Alles andere ist nicht erlaubt. Den Zuschlag erhielten die Standbetreiber nach einem Punktesystem.

Eigens einen Verpackungskurs absolviert

Am Sonntag, 29. November soll ein verkaufsoffener Sonntag von 13 bis 18 Uhr Kunden locken. Ein Sicherheitsdienst wird für die Einhaltung der Regeln im öffentlichen Raum sorgen, sagt Bürgermeister Ingo Mehner. Um die Abstandsregeln und vorgeschriebenen Besucherzahlen auch in den Geschäften besser einhalten zu können, hat sich der Tölzer Unternehmerverein „Wir für Tölz“ etwas einfallen lassen. In zwei Hütten oben und unten in der Marktstraße verpacken Helfer Geschenke. Der Service ist kostenlos, wenn die Waren zuvor in einem Tölzer Geschäft gekauft wurden. Dort bekommt man beim Erwerb einen Gutschein, den man beim Packerl-Service einlöst. Damit sollen auch Warteschlangen vor den Geschäften verhindert und der Umsatz der örtlichen Händler angekurbelt werden, sagt Vorstand Ralph Munkert. Der Service wird in der Zeit von 27. November bis 24. Dezember, an allen Donnerstagen von 13 bis 18 Uhr, Freitagen von 10 bis 18 Uhr und Samstagen von 10 bis 16 Uhr offeriert. Am verkaufsoffenen Sonntag stehen die Verpackungskünstler, die eigens einen Kurs mitmachten, von 13 bis 18 Uhr parat.

Schon auf der Suche nach einem kleinen Geschenk? Wirtschaftsförderin Sandra Kern hätte da was Passendes. Ab 1. Dezember wird die neu gestaltete Wertkarte „Der Tölzer“ im Umlauf sein. Sie ist bunter als früher, trägt witzige Sprüche und ist nunmehr als 10- und 20-Euro-Wertkarte erhältlich. Auch „Der Tölzer“ trägt zum regionalen Wirtschaftskreislauf bei.

57 Krippen warten auf staunende Besucher

Keinerlei geschäftlichen Hintergrund, aber umso schöner ist der Tölzer Krippenweg, den der Tölzer Krippenverein zusammen mit der Stadt kreiert hat. In 57 Geschäften der Stadt warten Krippen auf Besucher, nur 18 davon sind vom Krippenverein, erzählt Vorstand Wolfgang Friedl. Die anderen stammten von den Geschäften selbst. Friedl ging durch die Läden und warb für die Idee. „Ich habe gar nicht gewusst, dass wir so viele Geschäfte haben.“ Beim Krippenweg seien übrigens durchaus ungewöhnliche Exemplare dabei, staunt Friedl. Es gibt afrikanische Weihnachtsdarstellungen und sogar eine mit Playmobil-Figuren. Ein Flyer führt alle Standorte auf.

Sandra Kern hatte auch die Idee, das seit dem Tod von Franz Xaver Hillerbrand verwaiste und nicht gerade einladend wirkende Hutmacher-Geschäft für die Weihnachtszeit passend zu dekorieren. Schaufenster und Türen wurden mit einer stark vergrößerten Weihnachtsszene aus der Jahreskrippe des Stadtmuseums verklebt. Der vor Kurzem verstorbene langjährige Vorsitzende des Tölzer Krippenvereins, Siegfried Schmeller, hätte seine Freude daran gehabt. Die Landschaft wurde von ihm kreiert. Von Christoph Schnitzer

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