„Forderungsmanagement“

Wenn der Blitzer zweimal klingelt: Zweckverband als Inkasso-Büro

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Mit Geldeintreiben kennt sich der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit schon jetzt aus. Nun wird er ins Inkasso-Geschäft einsteigen. Die erste Testphase beginnt am 1. Juli.

Bad Tölz-Wolfratshausen - Aus dem „Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberbayern“ könnte schon im Sommer das „Kommunale Dienstleistungszentrum Oberland“ werden – und zwar dann, wenn die Verbandsversammlung am 28. April einer Satzungsänderung zustimmt. Der neue Name wäre mit einer Erweiterung des Aufgabenspektrums verbunden. Nach den aktuellen Planungen soll neben der Verkehrsüberwachung nämlich das „Forderungsmanagement“ im Auftrag der Städte und Gemeinden dazukommen, sprich: Der Zweckverband soll Inkasso-Verfahren durchführen. Sofern Bürger also öffentlich-rechtliche Forderungen – sei es die Gewerbesteuer, die Kita-Gebühr oder der Straßenausbaubeitrag – nicht begleichen, übernimmt es nach ein oder zwei Mahnungen der Zweckverband, das Geld einzutreiben.

Erfahrung hat der Zweckverband damit genug – er hat schließlich ohnehin häufig mit säumigen Zahlern zu tun, versandte vergangenes Jahr allein 9917 Mahnungen, verhandelte im Einzelfall Ratenzahlungen, beauftragte 3223-mal den Gerichtsvollzieher und stellte 1812 Anträge auf Erzwingungshaft. Im Gegensatz zu den einzelnen Gemeinden hat der Zweckverband fürs Inkasso einen eigenen Außendienst. „Er läutet bei den Schuldnern an der Tür“, so Geschäftsführer Michael Braun.

Ein Großkunde wird die Stadt Rosenheim

Erster Großkunde im Bereich Forderungsmanagement wird voraussichtlich die Stadt Rosenheim – wo der offizielle Beschluss aber noch aussteht. „Weitere 20 bis 30 Kommunen haben Interesse angemeldet“, sagt Braun, darunter Miesbach, Pöcking und Kreuth.

Der Geschäftsführer kann sich vorstellen, dass der Inkasso-Bereich für den Zweckverband eines Tages ein gleich bedeutendes Aufgabenfeld sein wird wie die Verkehrsüberwachung. Zunächst soll es aber „auf kleiner Flamme“ losgehen, mit zwei bis drei zusätzlichen Mitarbeitern. Insgesamt beschäftigt der Zweckverband aktuell 75 Menschen, bis Ende des Jahres sollen es 90 sein. Für das Forderungsmanagement ist eine Testphase von 1. Juli 2017 bis 31. Dezember 2020 vorgesehen.

Der Zweckverband übernimmt zwar neue Aufgaben, will laut Braun aber auch „kein Gemischtwarenladen“ werden. So wurde in einer Strategietagung weiterhin die Idee abgelehnt, einen „kommunalen Ordnungsdienst“ zu stellen. Dies wäre eine „fachfremde Sortimentserweiterung“.

Rubriklistenbild: © picture allia nce / dpa

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