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Schüler freuen sich über die Ferien – aber nicht selten stellt die freie Zeit viele Eltern vor Betreuungsprobleme.

Erfahrungsberichte

Wenn Ferien ein Problem sind: Eltern erzählen

Für viele Eltern ist es nicht leicht, mit Urlaubstagen die gesamte freie Zeit der Kinder abzudecken. Betroffene aus dem Landkreis erzählen.

Bad TölzSchule kann schon anstrengend genug sein. Sechs Wochen Sommerferien tun an sich allen gut, aber berufstätigen Eltern bereiten sie manches Kopfzerbrechen: Was machen meine Kinder, wenn ich in der Arbeit bin? Ferienangebote, Großeltern und Kindergarten: Einige Eltern aus Tölz berichten, wie sie die Sommerferien „lösen“.

Judith und Fritz Rinshofer haben fünf Kinder im Alter zwischen 15 und 8 Jahren. Ihr Motto lautet seit Jahren: „Die ersten drei Wochen hat Fritz frei, die letzten drei ich“, so die Mutter. Sie arbeitet im Landratsamt, er bei der Diakonie in Miesbach. „Bisher waren wir in den großen Ferien noch nie weg“, sagt Judith Rinshofer, „aber alles zu seiner Zeit. Es geht jetzt halt nicht anders.“ Sie habe aber durchaus Urlaub: Wenn ihr Mann zuhause sei, schlafe sie länger als zur Schulzeit, sei trotzdem früher im Büro und mittags stehe das Mittagessen schon auf dem Tisch – der Mann kocht. Die lästigen Hausaufgaben fielen weg, so dass die Nachmittage frei seien für Familienzeit.

Urlaub zuhause heißt heuer auch die Devise bei Familie Dustmann. „Im Sommer habe ich keinen Urlaub mehr“, berichtet Mutter Daniela. „Ein wenig habe ich mir für die Herbst- und Winterferien aufgehoben.“ Zu Beginn der Ferien verbrachten die Kinder Vinzent und Sophie zehn Tage bei den Großeltern in Nordrhein-Westfalen. Ihr Mann Stefan hat nur die letzten zwei Ferienwochen frei. Die Kinder, die in die siebte und vierte Klasse kommen, bleiben bis mittags auch mal allein. Beide Eltern sind Sprachtherapeuten: Die Mutter pendelt nach München, der Vater ist in Bad Heilbrunn. Vielleicht schafft es die Familie im nächsten Sommer wieder, gemeinsam wegzufahren.

„Man braucht auch unterm Jahr Zeit um runterzukommen“

Das Camp der Tölzer Kindersportschule nutzte eine Woche lang Brigitte von Waldenfels für Tochter Magdalena und Sohn Laurenz. Mittags übernahmen die Großeltern vor Ort die Betreuung, bis die Mutter nach Hause kam. Beide Grundschulkinder waren Anfang der Ferien noch im Kindergarten untergebracht. Von Waldenfels und ihr Mann Alexander, beide Apotheker, können zehn Tage gemeinsam Urlaub genießen. „Ich habe insgesamt zweieinhalb Wochen im Sommer frei“, erklärt die Mutter. „Man kann nicht den ganzen Urlaub auf die großen Ferien verlegen. Unterm Jahr braucht man auch Zeit um runterzukommen.“

Stefanie Reisböck ist alleinerziehend, ihr Sohn Matthias hat die zweite Klasse hinter sich. Beim Thema Sommerferien lacht die Mutter nur trocken. „Allein ist das ganz schön sch…“, sagt sie. „Wenn ich meine Eltern nicht hätte, wäre es schwierig.“ Eine Woche war Matthias bei seinem Vater, die zweite Woche verbrachte er bei den „Schulmäusen“ an der Jahnschule. Die stünden aber nur die ersten drei Wochen der Ferien zur Verfügung, so Reisböck. Glücklicherweise hat ihre Firma im Sommer zwei Wochen geschlossen. „In der letzten Ferienwoche hätte ich Matthias auch noch gern zu den ,Schulmäusen‘ gegeben, aber nun ist er bei meinen Eltern.“ Alles zu organisieren, sei sehr schwierig, sagt die Alleinerziehende: „So geht mir das aber mit allen Ferien.“

Birgit Botzenhart

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