News-Ticker: Barcelona-Anschlag: Vierter Verdächtiger von der Polizei festgenommen

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In Hotelzimmern verschwinden immer wieder Einrichtungsgegenstände oder Deko-Artikel. Die Gastgeber kalkulieren die Verluste ein.

Diebstahl im Urlaub

Wenn Hotelgäste „Souvenirs“ einstecken

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Ob Tischdeko, Handtücher oder gleich den Feuerlöscher: Menschen stecken beim Besuch im Restaurant oder Hotel gerne „Souvenirs“ ein. Die Gastgeber kalkulieren die Verluste ein.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ja, es gibt Menschen, die den Fernseher im Hotelzimmer abmontieren und mit nach Hause nehmen. Christoph Seitz hat das erlebt – allerdings nicht im Arabella-Brauneck-Hotel, das er in Lenggries leitet. Dort habe aber mal ein Gast einen Feuerlöscher im Gang von der Wand genommen. Seitz hat ihn nie wieder gesehen. „Wir reden hier von seltenen Einzelfällen“, stellt der Hoteldirektor klar. Doch dass Einrichtungsgegenstände, Deko oder Geschirr in Hotels und Restaurants verschwinden, ist nicht ungewöhnlich. Im Gegenteil: „Man rechnet damit“, sagt Seitz. Seine Kollegen bestätigen das.

Zum Beispiel Julia Müller. Mit ihrem Mann betreibt sie das Panorama-Restaurant auf dem Brauneck und wirbt mit „Kerzenlichtabenden“. Beim Candle-Light-Dinner stecke der eine oder andere schon mal die Dekoration ein, am liebsten die kleinen Stein-Herzchen. „Ich finde das sehr schade. Wir wissen ja, wer dort gesessen hat.“ Und wie reagiert man als Gastgeber? Gar nicht, sagt Müller. „Ich kann den Diebstahl ja nicht beweisen.“ Lieber wäre es ihr, die Menschen würden einfach fragen, ob sie ein Herzchen mitnehmen dürfen – und vielleicht eine kleine Spende da lassen. Und noch etwas stört Müller: Wenn jemand ein Glas runter werfe, komme selten eine Entschuldigung oder die Frage: Was bin ich schuldig? „Ich würde nichts verlangen, es geht um die Einstellung“, findet Müller. „Man hat beim anderen etwas kaputt gemacht.“

Alle befragten Hotelchefs und Wirte loben ihre netten Gäste – doch manche von denen sind an Dreistigkeit nicht zu überbieten: Im Eingangsbereich des Panorama-Restaurant steht ein Schaukasten aus Glas. Hier stellt das Lenggrieser Radgeschäft „Do schau her“ Rucksäcke, Skischuhe oder andere Outdoor-Artikel aus. „Der Betreiber hat die Sachen extra mit Kabelbindern festgemacht“, sagt Julia Müller. Sie wurden durchgeschnitten. Nicht nur ein Rucksack verschwand.

Ein günstiges Doppelzimmer im Schlossgut Oberambach kostet 150 Euro pro Nacht. Das Biohotel in Münsing muss man sich leisten können. Auch die Wasserkaraffen auf den Zimmern sind nicht billig. „Die müssen wir oft teuer nachkaufen, weil sie gerne mitgenommen werden“, sagt Maximilian Schwabe, einer der beiden Geschäftsführer. Verschwundene Gegenstände tauchen in der Buchführung des Arabella-Hotels in der Kategorie „Bruch und Schwund“ auf. Direktor Seitz unterscheidet zwischen Kleiderbügeln und Sonnenschirmen: „Bei größeren Sachen kontaktieren wir den Gast, bevor wir die Polizei einschalten. Oft gibt es dann plausible Erklärungen.“

Martina Steinberger, Leiterin der Tölzer Villa Bellaria, hat auch schon Bademäntel, Kissen und Messer verschwinden sehen. „Aber ich kann das nicht automatisch den Gästen unterstellen“, sagt sie. Schließlich hat auch das Personal zu sämtlichen Räumen Zutritt. „Und manchmal landet ein Handtuch beim Saubermachen im falschen Bottich. Das passiert.“ Steinberger weiß, dass die meisten Gäste ehrlich sind: Der Getränke-Kühlschrank ist immer offen, gezahlt wird auf Vertrauensbasis. „Und das funktioniert bestens.“

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