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Der Flussregenpfeifer nistet am liebsten auf Kiesbänken. Leider tummeln sich dort auch viele Badefreunde.

Vogelschützer warnen:

Wer sich gerne an der Isar erholt, bringt die Flussregenpfeifer-Brut in große Gefahr

Der Flussregenpfeifer ist eine gefährdete Vogelart. Gerne nistet er an der Isar auf Kiesbänken. Genau das ist für das Tier gefährlich - wegen uns.

Bad Tölz Der Flussregenpfeifer ist auf der Roten Liste Bayern als „gefährdete“ Vogelart gelistet. Am liebsten nistet er dort, wo auch der Mensch sich gerne aufhält: auf spärlich bewachsenen Kiesbänken am Wasser. Auch an der Isar. In Bad Tölz existiert ein solcher Nistplatz an frequentierter Stelle. Auf der Isar-Kiesinsel auf Höhe des Sportplatzes sind immer wieder Flussregenpfeifer zu sehen.

„Wir hatten auf der Insel in diesem Jahr bereits Brut-Versuche“, sagt Fabian Unger vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Aber auf der Insel gefährden Freizeitsuchende und hohe Wasserstände die Nistplätze der Vögel. Vier Flussregenpfeifer waren bisher regelmäßig zu beobachten. Ein Vogel-Paar begann zu nisten. Doch ohne Erfolg.

Unger nimmt an, dass der hohe Wasserstand das Gelege, also die gelegten, entwicklungsfähigen Eier, am 18. Mai fortgespült hat. „Vermutlich haben wir die Brut an das Hochwasser verloren“, so Unger.

Achim Rücker vom Bund-Naturschutz (BN) hat noch eine andere Vermutung: „Es kann sein, dass Leute mit ihren Hunden auf der Insel das Gelege zertrampelt haben“, sagt Rücker. Beide Naturschützer hoffen weiter auf Nachwuchs: „Flussregenpfeifer brüten in der Regel zwei Mal pro Saison“, sagt Rücker. Doch bislang starteten die Vögel noch keinen neuen Brut-Versuch. „Ich habe am Donnerstag geschaut und kein Gelege gesehen. Andererseits ist die Kiesbank so groß, da übersieht man auch leicht etwas“, so Rücker. LBV-Projektmanager Unger berichtet immerhin, dass die Tiere wieder mit der Paarung beschäftigt seien. „Es wurden mehrere Kopulationen beobachtet“, sagt Unger.

Die Isar ist beliebt bei Spaziergängern für Wege nah am Wasser, die Kiessnseln sind auch beliebt bei Badenden. Wer sich nicht auskennt, übersieht die Gelege der Flussregenpfeifer leicht. Denn die Vogel-Eier sind perfekt getarnt, sie sehen aus wie kleine Kiesel.

Die Insel ist mit Absperrband und Schildern versehen, damit die Tiere möglichst ungestört brüten können. Wenn die Flussregenpfeifer aus Angst vor Mensch und Hund ihren Nistplatz verlassen, sind die Eier Fressfeinden, Sonne und Kälte schutzlos ausgesetzt. Doch immer wieder sieht man Menschen auf der Insel. Unger und Rücker kennen das. „Wir versuchen durch die Absperrung und einen Infostand die Akzeptanz für den Schutz der Brut zu erhöhen“, sagt Unger.

Wer trotz allem dem Menschen auf der Insel sieht, solle sich an das Landratsamt wenden. Das schickt laut Unger ihre Isarranger zu den Brut-Störenfrieden. Achim Rücker ärgert sich auch noch über eine andere Gruppe Gleichgültiger: „Bei der Kiesinsel am Futterhaus gibt es ein zweites nistendes Flussregenpfeifer-Paar. Die Angler dort nehmen keine Rücksicht darauf“, sagt Rücker. (Nora Linnerud)

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