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Ein regelrechter Müllberg hat sich übers Wochenende an der Wertstoffinsel in der Karwendelsiedlung angesammelt. Der zuständige WGV-Mitarbeiter brauchte eineinhalb Stunden, um das Chaos zu beseitigen. 

Wertstoffinseln

Weg mit dem Dreck

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Bad Tölz - Müll, nichts als Müll: Die Tölzer Wertstoffinseln quellen an den Wochenenden über. Besonders in der Karwendelsiedlung herrschte gestern Chaos. Die WGV Quarzbichl leert die Behälter sechs mal die Woche – und ist am Ende ihrer Möglichkeiten.

Samstagmittag an der Wertstoffinsel: Ein paar Getränkekartons haben noch Platz, Aluminium wegzuwerfen ist kein Problem. Doch die Behälter für Folie und Blister sind übervoll. Wer vernünftig ist, dem bleibt nichts anderes übrig, als seinen Müll wieder mitzunehmen.

Doch einige sind nicht vernünftig. Sie lassen ihre Abfälle vor der Wertstoffinsel liegen – manches in Tüten, manches einfach so. Übers Wochenende türmte sich in der Karwendelsiedlung so ein unansehnlicher Müllberg auf, sehr zum Ärgernis des benachbarten Autohauses. „Wir werden montags bestimmt von fünf, sechs Kunden angesprochen, was da für ein Saustall ist“, sagt Georg Rinner. Ihn ärgert, dass die Stadt nichts dagegen macht. „Da versucht man, Menschen in die Kurstadt zu bringen und dann schaut es hier so aus.“

Besagte Wertstoffinsel ist eines der Sorgenkinder der WGV Quarzbichl, des Abfallwirtschaftsunternehmens des Landkreises. Auf der Suche nach einem Verantwortlichen für das Chaos spielt Abfallberater Georg Schneider den Ball zurück. „Wir sind auf die Sorgfalt und die Mitarbeit der Bürger angewiesen“, sagt er.

Laut Schneider leert ein Mitarbeiter täglich außer sonntags ab sechs Uhr morgens alle Wertstoffinseln im Südlandkreis. „Jetzt waren natürlich viele Feiertage, an denen nicht geleert wird.“ Trotzdem würden die Menschen ihren Müll bringen und hätten durch die Feiertage mehr Abfall als sonst.

Das Chaos an der Wertstoffinsel in der Karwendelsiedlung blieb gestern bis 14 Uhr unverändert. Eigentlich werde diese zwischen neun und zwölf Uhr geleert. „Montags ist das aber immer ein bisschen schwierig“, meint Schneider. Der zuständige Mitarbeiter muss zwischendurch nach Murnau fahren – dort werden die Wertstoffe nachsortiert –, damit in seinem Auto wieder Platz für neue Wertstoffinseln ist. „Dann verzögert sich das.“

Gestern war der Mitarbeiter also erst um 14 Uhr in der Karwendelsiedlung. „Er hat dort eineinhalb Stunden aufgeräumt“, sagt Schneider. Die Karwendelsiedlung sei ein Brennpunkt. „Wenn die Geschäfte schließen, ist die Verlockung groß, unbeobachtet etwas abzustellen.“ Und wenn eine Tüte am Boden liege, kann man darauf warten, dass der nächste seine danebenstellt. Darunter ist übrigens auch sonstiger Unrat und Sperrmüll. „Die Menschen denken einfach: ,Die werden’s schon wegräumen‘“, sagt Schneider.

Es gebe freilich auch andere Wertstoffinseln, an denen die große Masse der Nutzer ordentlich damit umgehe. „Wir bekommen oft konkrete Mitteilungen mit Kennzeichen, damit wir den Ordnungswidrigkeiten nachgehen können.“

Vielgenutzte Wertstoffinseln wie die in der Karwendelsiedlung zu erweitern, sei übrigens keine Möglichkeit. „Wir haben alles ausgereizt. Selbst wenn wir erweitern würden, wäre das Problem als solches nicht gelöst“, sagt Schneider. Schließlich sind die Inseln nur für kleinere Mengen gedacht. „Wer das Auto voll hat, kann zum Wertstoffhof.“

Dennoch sieht Schneider die Vorteile des Tölzer Müllkonzepts. Hätte jeder Haushalt einen gelben Sack, würde dieser nur alle vier Wochen geholt und man müsste ihn lagern. „Unser System lässt relativ offen, wann man seine Wertstoffe wegbringt. Das ist komfortabel.“

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