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Die Gelbe Tonne wird 2018 auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen eingeführt.

Müllentsorgung

Die wichtigsten Fragen rund um die Gelbe Tonne

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Seit über 30 Jahren sind es die Bürger im Landkreis gewöhnt, recycelbaren Müll zu Wertstoffhöfen und -inseln zu fahren und dort nach verschiedenen Verpackungsarten zu sortieren. Nun steht eine tief greifende Änderung bevor: Die Gelbe Tonne kommt im Januar 2018 – so viel steht fest. Was damit genau auf sie zukommt, ist vielen Bürgern aber noch nicht ganz klar. Der Tölzer Kurier hat Antworten zu einigen Fragen zusammengetragen.

Warum gibt es überhaupt den Systemwechsel weg vom bewährten Tölzer Modell? 

Die Einführung des Tölzer Modells der Müllentsorgung vor über 30 Jahren sei „eine mutige Entscheidung“ gewesen, „die gut war für die Umwelt und für unsere Geldbeutel“, sagt Landrat Josef Niedermaier. Im Landkreis sei zuletzt zwar „sehr sauberer“ Verpackungsmüll für den Recycling-Kreislauf gesammelt worden, aber im bundesweiten Vergleich „viel zu wenig“. Das soll sich durch den Wechsel vom Bring- zu einem Holsystem ändern.

Müssen die Bürger etwas für ihre neue Gelbe Tonne bezahlen?

Das nicht, denn die Tonnen werden vom zuständigen Entsorgungsunternehmen bereitgestellt. „Aber die Gelbe Tonne kostet den Bürger trotzdem etwas“, sagt Reiner Späth, Geschäftsführer des kreiseigenen Abfallwirtschaftsunternehmens. Denn finanziert werden die Tonnen aus dem System des Grünen Punkts – über die Lizenzgebühren, die Verpackungshersteller bezahlen müssen und die wiederum auf die Verbraucherpreise umgelegt werden. Somit hat der Kunde beim Einkaufen schon für seine Gelbe Tonne bezahlt.

Wann und wie bekommt der Bürger die Gelbe Tonne? 

Das steht aktuell noch nicht im Detail fest. „Es wird der Inhalt von Übergangsgesprächen mit dem privaten Entsorgungsunternehmer sein, der den Auftrag erhält“, erklärt Späth. Doch bis klar ist, welche Firma den Zuschlag bekommt, dauert es noch bis Mitte des Jahres. Erst seit Anfang des Monats können sich Interessenten um den Auftrag bewerben. Vergeben wird dieser Auftrag ebenfalls von einem Privatunternehmen, „Recycling Kontor Dual“ mit Sitz in Köln. Diese Firma wiederum wurde dem Landkreis zugelost.

Was kommt alles in die Gelbe Tonne – und was nicht? 

„Alle Verpackungen aus Kunststoff und Metall, wie etwa Weißblech und Aluminium“, antwortet Späth. „Außerdem Verpackungen aus Verbundmaterialien.“ Dafür sei das klassische Beispiel der Tetrapak aus Karton, Kunststoff und Aluminium. Nicht in die Gelbe Tonne gehört dagegen Glas. „Es geht darin kaputt und ist nicht sortierfähig.“ Deswegen bleiben die Glascontainer stehen, wo sie sind: an etwa 100 Standorten im Landkreis. Weiterhin getrennt gesammelt werde auch Papier. -Was wird aus Wertstoffhöfen und -inseln? Die Wertstoffinseln werden abgebaut – was man bislang dorthin bringt, kommt künftig in die Gelbe Tonne. „Die Wertstoffhöfe bleiben – sie gibt es ja nicht nur wegen der Leichtverpackungen, sondern unter anderem auch für Grüngut, Metall, Papier und vieles andere.“ Nur für eine Übergangszeit würden dort noch Leichtverpackungen angenommen, erklärt Späth.

Wie oft wird die Gelbe Tonne geleert? 

Alle vier Wochen.

Werden nach der Einführung der Gelben Tonne die Müllgebühren steigen? 

Das ist aus Sicht von Reiner Späth schwer zu prognostizieren, da es viele verschiedene Faktoren für die Berechnung der Müllgebühren gebe. Es hänge nicht zuletzt davon ab, wie gut die Gelbe Tonne genutzt wird. Späth erhofft sich, dass die Bürger mehr Verpackungsmüll in die Gelbe Tonne werfen und dadurch weniger Abfall in der Restmülltonne landet. Das wäre eine finanzielle Entlastung. „Denn die Restmüllentsorgung verursacht Kosten.“ Dass die Gebühren sinken, daran glaubt Späth nicht. „Wenn’s gut geht, wird es ein Nullsummenspiel.

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