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Dem Winterport geht Studien zufolge der Nachwuchs nicht aus – wie hier am Brauneck. 

Forschung der Kölner Sporthochschule

Wie Skigebiete vom Klimawandel profitierten - Präsentation von Sporthochschul-Studie im Kurhaus

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Weniger Schnee bricht die Begeisterung für das Skifahren scheinbar nicht. Im Gegenteil - Die Sporthochschule Köln forschte dazu und stellt die Ergebnisse im Kurhaus vor.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Klimawandel hat keinerlei Einfluss auf die Wintersport-Begeisterung der Deutschen. Es gibt Skigebiete, die sogar von der Erderwärmung profitieren werden. Das Ende der Dorf-Skilifte ist noch nicht gekommen: Das sind drei Ergebnisse einer Studie, die Prof. Ralf Roth von der Kölner Sporthochschule erarbeitet hat. Im Rahmen der Veranstaltung „Dein Winter, dein Sport, regional in Bad Tölz“ wird er die Studie am Mittwoch, 14. November im Kurhaus vorstellen.

Roth ist ein Fachmann. Unter anderem ist er Vorsitzender des Beirats „Umwelt und Sport“, der das Bundesumweltministerium berät und Empfehlungen ausspricht. Ziel des Gremiums ist es, Konflikte zwischen Naturschutz und Natursport zu lösen. Laut der Studie „Wintersport Deutschland 2018“ betreiben über 65 Prozent der sportlich aktiven Deutschen Wintersport. Sieben Millionen Deutsche fahren Alpinski. Dieser Wert bleibt auf stabil hohem Niveau. Geradezu einen Boom erleben mit fünf Millionen Aktiven die nordischen Sportarten wie Langlauf. „Wegen der Erderwärmung ist kein Nachfrage-Einbruch erkennbar“, sagt Roth.

Polemische Debatten schaden

„Was wirklich schadet, sind polemische Debatten.“ Auf der einen Seite werde es immer Menschen geben, die vorhersagen, dass in der nächsten Saison kein Schnee mehr fällt. Auf der anderen Seite gebe es die Klimawandel-Leugner, die glauben, dass alles so bleibt, wie es ist.

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Tatsächlich werde sich aber einiges ändern: „Wir dürfen nicht glauben, dass wir mit Technik alles in den Griff bekommen können.“ Die Wintersport-Orte werden seiner Ansicht nach verschiedene neue Angebote machen, „mal mit Schnee, mal ohne Schnee“. Roth prophezeit: „Das Aktiv-Verhalten der Menschen wird sich den Witterungsbedingungen anpassen. Wenn Schnee fällt, werden die Leute langlaufen, wenn kein Schnee fällt, werden sie wandern.“ Vom Klimawandel profitieren werden laut Roth die schneesicheren Orte, „denn Schnee war schon immer ein knappes Gut, und Schnee ist ein Alleinstellungsmerkmal.“

Skifahrer sind bereit mehr zu zahlen

Die Alpin-Skifahrer sind laut der Studie auch eine extrem attraktive Kundschaft, da sie bereit ist, deutlich mehr Geld auszugeben als andere Wintersportler. Profitieren werden laut Roth auch siedlungsnahe, kleine und extrem flexible Skigebiete, die schnell auf Witterungsumschwünge reagieren können – beispielsweise in Garmisch oder am Spitzingsee.

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Ob der Winter kurz oder extrem schneereich ist, sei dabei völlig unerheblich. „Kleine Skigebiete mit 50 bis 80 Tagen Schnee können wirtschaftlich erfolgreicher sein als höher gelegene und weiter entfernte Gebiete.“ Erfolgsmodelle gebe es auch im nordischen Skisport. Beispielsweise die Angerer-Loipe in Traunstein, auf der täglich bis zu 1000 Menschen unterwegs sind. Roth: „Dabei liegt sie auf einer Höhe von unter 1000 Metern. Die Münchner und Bayern gehen einfach raus, wenn Schnee liegt.“

„Schade“, wenn kleine Dorflifte zusperren

Roth glaubt auch, dass sich die kleinen „Dorf- und Bürgermeisterlifte“ dauerhaft behaupten: „Es ist immer sehr schade, wenn sie zusperren, weil sie eine extrem wichtige soziale und gesundheitliche Funktion haben.“ Im Winter gebe es für Jugendliche weniger sportliche Angebote als im Sommer: „Gerade in unserem digitalen Zeitalter ist es extrem wichtig, solche Wintersport-Biotope zu erhalten.“ Es gehe darum, alternative Betreibermodelle zu entwickeln, beispielsweise durch Gemeinden, Genossenschaften oder Privatleute.

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Die Veranstaltung

Zu dem Abend am Mittwoch, 14. November, um 18 Uhr im Kurhaus laden Tölzer Land Tourismus (TLT) und die Initiative „Dein Winter. Dein Sport“ ein. Eingeladen sind unter anderem Langlauf-Junioren-Weltmeisterin Alexandra Danner und die ehemalige Skirennläuferin Martina Ertl-Renz. Es moderiert der ARD-Sportreporter Tobias Barnerssoi. Anmeldung unter: E-Mail DWDS@toelzer-land.bayern oder Telefon 0 80 41/505-206.

pr

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