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300 Jahre alt: Die Nepomuk-Figur, die seit einigen Tagen wieder im Tölzer Gries zu bewundern ist. 

Nach der Restaurierung  

Wieder daheim: Nepomuk strahlt

Vor einem dreiviertel Jahr brachen Unbekannte Hand und Kreuz der mannshohen Nepomuk-Figur in der Tölzer Krankenhausstraße ab. Jetzt ist die künstlerisch bedeutsame Holzskulptur wieder zurück im alten Heim – und strahlt im Glanz der neuen Fassung.

Bad Tölz – Rund 11 000 Euro hat sich die Stadt Bad Tölz die Restaurierung und Fassung der Figur aus einer Mauernische im Haus Nr. 18 in der Krankenhausstraße kosten lassen. Man habe, sagt Stadtbaumeister Hannes Strunz, alte Farbreste gefunden und so die Fassung wieder herstellen können.

Nicht ganz klar ist, ob die unbekannten Täter im August 2016 versucht haben, die Holzskulptur zu stehlen und bei dem Versuch die Schäden anrichteten. Der restaurierte Nepomuk sei nun jedenfalls mit einem massiven Haken an der Mauer befestigt, sagt Strunz. Die Idee, ihn mit einer Glasscheibe zu schützen, hält Strunz für übertrieben.

Die Eichenskulptur war nicht umsonst beliebtes Fotomotiv im Tölzer Stadtteil Gries. Sie stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wird wegen ihrer „hervorragenden Schnitzqualität“ von den Restauratoren der Werkstätten Wiegerling dem Umkreis der am Kalvarienberg beschäftigten Künstler zugezählt. Das wären immerhin so renommierte Namen wie Joseph Anton Fröhlich.

Dass heute im kleinen Häuschen am Taubenloch eine künstlerisch eher bescheidener Kopie des Brückenheiligen über Wohl und Wehe der Tölzer Isar-Nutzer (früher die Flößer) wacht, hat seinen Grund. Die fast 300 Jahre alte Figur aus dem Gries war bis 1952 im Eigentum des Tölzer Bildhauers Anton Bierling, der im Haus 18 (Haus Ammon) seine Werkstätte hatte. Die Figur hatte da, so wird in einem Zeitungsartikel 1957 geschrieben, schon gut 250 Jahre ihren angestammten Platz in der Nische im ersten Stock des Anwesens inne. Die Statue ging 1952 ins Eigentum der Stadt über, ihr Standplatz wurde aber mit rechtlicher Sicherung am Haus 18, das heute Dietrich Penzkofer gehört, festgelegt. 1958 wurde sie erstmals restauriert.

Ganz vollständig ist der heimgekehrte heilige Nepomuk übrigens nicht mehr. Ihm fehlt der für Nepomukfiguren seiner Epoche typische Strahlenkranz, den es aber, so der Restaurierungsbefund, wohl einmal gegeben hat.

Von Christoph Schnitzer

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