Wohnungen statt Gästezimmer: Das Haus Simon an der Tannenbergstraße soll abgerissen werden und stattdessen ein Mehrfamilienhaus entstehen. Foto: cs

Bauausschuss

Und wieder soll ein Gästehaus einem Mehrfamilienhaus weichen

Bad Tölz - Wieder hört ein Tourismusbetrieb in Bad Tölz auf. Stattdessen soll ein Mehrfamilienhaus entstehen.

Wieder gibt ein alteingesessener Tourismusbetrieb auf. Das Gästehaus Simon an der Tannenbergstraße (gegenüber dem Kurhaus) hat im Bauausschuss einen Antrag auf Abriss des Hauses und Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage gestellt. Entstehen sollen 15 Wohnungen, von denen zwei kleiner als 65 Quadratmeter sind. Das Rahmenkonzept Badeteil wird damit eingehalten. Die 28 Stellplätze werden großteils in einer Tiefgarage nachgewiesen. Der nach den Worten von Hannes Strunz ziemlich breite Baukörper besitzt ein Flachdach mit zwei Quergiebeln. „Ordentlich gestaltet“, lautete das Urteil das Stadtbaumeisters.

Die Knackpunkte lagen woanders. Erstens ist der Kinderspielplatz zu nah an den Wohnungen platziert. Zweitens hatten die Bauherren Antje und Michael Simon keinen Entwässerungsplan vorgelegt. Und der wird in jüngster Zeit immer wichtiger. Im Rathaus waren „jede Menge Einwände“ von Nachbarn gegen das Bauvorhaben eingegangen. Die Anlieger befürchten, dass durch die Tiefgarage das Schichtenwasser im Untergrund in Richtung ihrer Keller abgelenkt wird. Margot Kirste (FWG) teilte diese Bedenken: „Kann man so ein Vorhaben wirklich ruhigen Gewissens befürworten?“ Auch Josef Steigenberger (CSU) hielt massive Schäden für möglich.

Das Problem Schichtenwasser, so klärte Bauamtsleiter Christian Fürstberger auf, sei nicht Sache der Stadt. „Das muss das Landratsamt beim Genehmigungsverfahren prüfen.“ Da sei ein Gutachten empfehlenswert. Im Übrigen sei das Problem technisch lösbar. Eine Unterdükerung der Tiefgarage könne das Wasser vorbeileiten.

Ganz anders sieht es mit dem Oberflächenwasser aus. Da ist das Rathaus zuständig. Und hier berichtete der Bauamtsleiter von einem Umdenken im Wasserwirtschaftsamt. Statt Versickerung werde nunmehr Rückhaltung und Einleitung des Niederschlagswassers ins Kanalsystem empfohlen. „Das ist ja ein Paradigmenwechsel“, merkte Robert Paintinger (CSU) an und wollte wissen, ob es finanzielle Folgen für die Stadt hat, wenn die Kanäle im Badeteil nun unter Umständen vergrößert werden müssen.

Fürstberger hat hier keine Sorge. Dass bei der Wasserwirtschaft das Umdenken inzwischen die Regel und nicht die Ausnahme sei, monierte auch er in gewohnt spöttischem Ton. Da der Entwässerungsplan fehlt, lehnte der Bauausschuss den Antrag einmütig ab. Auch der Kinderspielplatz muss umgeplant werden. Zur Not müsse der Baukörper halt ein bisschen kleiner werden, regte Bürgermeister Josef Janker an.  cs

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