Vorübergehend floss wieder Wasser durch das Bett des Linsensägbachs. Dich das ist mittlerweile wieder weitgehend versiegt.
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Vorübergehend floss wieder Wasser durch das Bett des Linsensägbachs. Dich das ist mittlerweile wieder weitgehend versiegt.

Zufluss gereinigt

Wieder Wasser im Linsensägbach - doch die Freude währt nur kurz

  • Patrick Staar
    vonPatrick Staar
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Das Bild des ausgetrockneten Linsensägbachs stimmte zuletzt viele Anwohner in Bad Tölz traurig. Eine Verbesserungsmaßnahme hatte nur einen vorübergehenden Effekt.

Bad Tölz – Zwei Monate lang war der Linsensägbach komplett ausgetrocknet. Doch nun haben das Wasserwirtschaftsamt Weilheim, die Stadt Bad Tölz und die Gemeinde Gaißach den Zufluss von Sand und Kies befreit. Seither fließt in dem Bach wieder etwas Wasser. „Es ist noch immer ein trauriger Anblick“, sagt Anwohner und CSU-Stadtrat Karsten Bauer. „Aber es ist ein Fortschritt.“

Der Linsensägbach zweigt an einem Stauwehr von der Großen Gaißach ab und fließt vom Betonwerk Willibald durch den Moraltpark. Am Isarkai-Parkplatz mündet er in die Isar. Im August zerstörte jedoch ein Hochwasser das Wehr an der Großen Gaißach. Dadurch fehlte der Staueffekt, es kam seither kein Wasser mehr in den Linsensägbach.

Weil Niedrigwasser herrscht, floss immer weniger durch den Linsensägbach

Doch dann reinigten die Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts die Rohre zwischen Großer unter Alter Gaißach – und seither hat der Linsensägbach einen alternativen Zufluss. Der sorgte zunächst für jede Menge Wasser im Bachbett. „Doch dann ist das Wasser immer weniger geworden“, bedauert Bauer.

Ein Bach ohne Wasser: Mitte November konnte Karsten Bauer noch trockenen Fußes im Linsensägbach stehen. Ein paar Tage später sah es anders aus.

Grund dafür sei zum einen das Niedrigwasser, erläutert Roland Kriegsch, Leiter des Wasserwirtschaftsamts. Zum einen reinigen die Stadt Bad Tölz und die Gemeinde Gaißach derzeit verlandete Bereiche der Alten Gaißach. Deshalb fließe dort auch in den nächsten Tagen zeitweise kein Wasser. Hinzu komme eine Holzschwelle, die ein Unbekannter in die Große Gaißach eingebaut hat. Dies durchkreuze laut Pressemitteilung alle Pläne, „da eine derartige Barriere den natürlichen Geschiebebetrieb der Großen Gaißach unterbricht und zu einer beschleunigten Verlandung in der mit großem Aufwand geräumten Rohrleitung führt.“

Momentan laufen die Planungen. Das Wasserwirtschaftsamt stehe in ständigem Kontakt mit der Stadt, um eine gute Lösung zu finden. Die Lenggrieser Flussmeisterstelle sei damit beschäftigt, zu messen, wie viel Wasser durch die Große Gaißach fließt und wie viel Wasser zukünftig über die Alte Gaißach in den Linsensägbach geleitet werden kann. Dies sei gerade in Zeiten des Niedrigwassers interessant. Kriegsch: „Erst nach dem Winter wird das Wasser wieder mehr werden.“ Karsten Bauer wird sich also weiter in Geduld üben müssen.

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