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Wildschweine sind auch im Landkreis auf dem Vormarsch.

Afrikanische Schweinepest

Wildschweine als Überträger: Kein Grund, zum Halali zu blasen

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In Deutschland steigt die Sorge vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Gleichzeitig breiten sich, auch im Landkreis, Wildschweine immer stärker aus, die als Überträger in Frage kommen. Beide Entwicklungen waren für das Landratsamt Anlass, am Dienstag zu einem Runden Tisch einzuladen.

Bad Tölz – Jagdbehörde, Amtsveterinäre, Jagdberater sowie Vertreter der Jagdverbände und der Hochwildhegegemeinschaft setzten sich mit Landrat Josef Niedermaier zusammen, um über die aktuelle Lage zu sprechen. Eine Aufforderung, dass die Jäger akut mehr Wildschweine ins Visier nehmen müssten, um der Schweinepest Einhalt zu gebieten, erging dabei allerdings nicht.

Über die Ergebnisse des nichtöffentlichen Runden Tischs informierte im Anschluss Landratsamts-Sprecherin Marlis Peischer. Ihr zufolge lief die Sitzung ausgesprochen harmonisch ab und diente in erster Linie dem Informationsaustausch. „Die Fachämter haben das Thema Afrikanische Schweinepest auf dem Schirm“, sagt sie. „Man bereitet sich vor, aber die Situation ist bei uns derzeit nicht problematisch.“ Zum einen sei die Schweinepest noch nicht ausgebrochen, zum anderen gebe es im Landkreis keinen wirklich großen Mastbetrieb und überhaupt nur einige wenige Betriebe, die sich der Schweinezucht widmen. Aktuell bestehe noch kein Grund, die Schwarzwildjagd wegen des Virus zu intensivieren.

Tenor bei der Veranstaltung sei vielmehr gewesen, „dass der häufigste Übertragungsweg über den Menschen erfolgt“. Das Schweinepestvirus halte sich lange auf Fleisch- und Wurstprodukten. Werden solche Lebensmittel, auf denen Überträger sitzen, aus dem Ausland eingeschleppt, könnten sie auf dem Müll und auf diesem Weg in Wildschweinmägen gelangen.

Unabhängig von der Schweinepest bleibt die Vermehrung des Schwarzwilds im Landkreis ein Faktum. Am Runden Tisch wurde laut Peischer auch über die Schäden gesprochen, die die Tiere im Grünland anrichten, indem sie den Boden aufwühlen. „Diese Schäden gibt es überall im Landkreis verteilt“, so Peischer. „Bis dato haben das die Landwirte und die Jäger aber meist gut untereinander geregelt.“

Ein Thema am Runden Tisch waren auch die Bewegungsjagden (Oberbegriff für Drück- und Treibjagd) auf Schwarzwild – eine Form, die bisweilen in der Kritik steht. Diese gebe es im Landkreis „immer wieder“, erklärt dazu Peischer – wie oft genau, sei in der Jagdbehörde aber nicht erfasst. Am Runden Tisch hätten die Vertreter der Jägerschaft auch auf die lange Vorlaufzeit verwiesen – zum einen wegen der nötigen Straßensperrungen, zum anderen weil dazu Hundemeuten von außerhalb benötigt würden, die man bis zu einem Jahr im Voraus organisieren müsse.

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