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Für Rehe enden die Unfälle meist tödlich. Auf der Suche nach Futter laufen sie häufig unvermittelt über die Straße.  

Jetzt ist besondere Vorsicht geboten

Wildwechsel: Nach der Zeitumstellung ist’s oft kritisch

Es geschieht in der Dämmerung und endet oft verhängnisvoll: Bei Wildunfällen überlebt das Tier nur selten, Auto und Fahrer nehmen häufig ebenfalls Schaden. Nach der Zeitumstellung im Frühjahr verschärft sich das Problem jedes Jahr.

Bad Tölz– Oft stoßen die Autos mit Rehen zusammen, die die Fahrbahn in den ersten und letzten Stunden des Tages queren. Die Tiere treibt es aus dem Wald zum Äsen auf die Felder. „Der Frühling ist eine der Hauptzeiten für Wildunfälle“, sagt Josef Hesslinger, Pressereferent des Tölzer Jagdverbands. „Alle Alpentäler mit Nord-Süd-Gefälle und überall, wo Straßen in Schattenlage auf Sonnenseiten übergehen, sind gefährdet.“ Insbesondere in den Tagen nach der Uhrenumstellung erhöht sich laut Hesslinger die Wahrscheinlichkeit, Tiere anzufahren. Neue Fressgewohnheiten und das veränderte Verkehrsaufkommen spielen dabei die entscheidende Rolle.

„In dieser Jahreszeit arbeiten die Pansen der Tiere wieder stärker, und das Wild braucht mehr Äsung“, sagt Hesslinger. Das bedeutet: Die Tiere brauchen mehr frisches Grün in ihren Mägen. „Deswegen ziehen sie auf die Äsungs-Flächen in Sonnenbereichen, weil dort schon mehr frisches Gras wächst und kein Schnee mehr liegt,“ sagt der Jäger. Um diese sonnenreichen Flächen zu erreichen, müssen die Tiere oft Straßen überqueren. „Gerade bei uns im Landkreis gibt es viele Queralpenstraßen“, sagt Hesslinger und meint damit Routen, die von Ost nach West führen. Eine dieser gefährdeten Ost-West-Straßen sei die B 472. Zwischen Bad Heilbrunn und Tölz liegt sie in Hesslingers Revier. Erst vergangene Woche wäre es hier beinahe zu einem schweren Wildunfall gekommen. „Von Nord nach Süd verlaufende Straßen sind weniger gefährdet“, sagt Hesslinger.

In der Zeit nach der Uhrenumstellung müssen Autofahrer besonders vorsichtig sein. „Durch die Zeitumstellung fällt der Berufsverkehr in die Zeit der Dämmerungen“, sagt Hesslinger. Und die wildabweisenden Reflektoren, die seitlich an den Leitpfosten befestigt sind, helfen nur nachts. „In der Dämmerung wirken sie leider nicht.“ nl

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