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Die Windräder in den Wadlhauser Gräben in der Gemeinde Berg bescheren der Gemeinde Gaißach und den Tölzer Stadtwerken eine erste Geld-Auschüttung.

Gemeinde Gaißach und Tölzer Stadtwerke beteiligt

Windräder werfen erstmals Geld ab

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    Susanne Weiß
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Bad Tölz/Gaißach/Berg – Der Bau der Windräder in der Gemeinde Berg bei Starnberg war günstiger als geplant. Das ist eine gute Nachricht für Gaißach und Bad Tölz: Die Gemeinde und die Stadtwerke haben in das regenerative Projekt in den Wadlhauser Gräben investiert. Das heißt, sie erhalten die erste Ausschüttung, noch bevor die vier Windräder richtig in Fahrt kommen.

Die Baukosten wurden um 700.000 Euro unterschritten, wie es in einer Pressemitteilung der Gesellschaft „Bürgerwind Berg“ heißt. In der Gesellschafterversammlung wurde kürzlich eine Sonderausschüttung von vier Prozent der Einlagen beschlossen. Die Gemeinde Gaißach und die Tölzer Stadtwerke gehören zu den 189 Kommanditisten der Bürgerwind Berg GmbH. Gaißach hat 750 000 Euro investiert, bei den Tölzer Stadtwerken waren es 500 000 Euro.

„Das hat uns natürlich gefreut“, sagt Stadtwerkechef Walter Huber. Zumal das Geld ja nicht den Stadtwerken zugutekomme, sondern den Tölzer Bürgern. Die vier Prozent müssten zwar noch versteuert werden, aber es bleibe etwas übrig. Ende des Jahres rechnet Huber mit der ersten Ausschüttung vom Ertrag. „Das ist sowohl für die Umwelt gut, als auch für den Geldbeutel.“

Gaißachs Bürgermeister Stefan Fadinger war nicht erstaunt über den Geldsegen. „Robert Sing, der Geschäftsführer der Betreibers, ist sehr versiert und hat schon mehrere Projekte durchgeführt. Sein Büro hat alles möglich gemacht, um die Kosten zu reduzieren“, sagt Fadinger. Um zu sagen, ob es sich lohnte, in Berg zu investieren, sei es zwar noch zu früh. Aber „ich glaube schon, dass es eine gute Entscheidung war“.

Fadinger kann sich grundsätzlich vorstellen, wieder Geld in ein solches Projekt zu stecken. Allerdings glaubt er nicht, dass es in Bayern noch viele Möglichkeiten gebe. „In der Ferne wäre es nicht im Sinne der Gemeinde, wir wollen ja die regionale Wertschöpfung unterstützen“, sagt Fadinger.

Die Stadtwerke sind an insgesamt sechs Windanlagen beteiligt. „Wenn man die Investitionen zusammennimmt, gehört uns ungefähr ein komplettes Windrad“, sagt Huber. In Fuchstal (Kreis Landsberg) stehe demnächst der Jahresabschluss an. „Dort sieht es auch sehr gut aus, aber die Bauarbeiten sind noch nicht fertig.“ In Zieger (Oberpfalz) hatten die Stadtwerke allerdings weniger Glück. Die Baukosten wurden leicht überschritten und die Leistung läuft ein bisschen unter Plan. „In der Hauptwindrichtung hat noch ein anderer gebaut, das ist leider das Risiko“, sagt Huber.

Von den beiden Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern wurde heuer auch Geld ausgeschüttet. „Sie drehen sich und erzeugen Strom.“ In Bad Kissingen ist das sechste geplant. Laut Huber sei schon gerodet worden und die Elemente wurden geschalt. „Ich bin wirklich ein Fan von Windrädern.“

Die Anlage in Berg etwa sehe man vom Rechelkopf aus. Ob man das nun schön findet oder nicht: „Global gesehen ist das besser als ein Kernkraftwerk in Japan“, so Huber. Laut Geschäftsführer Sing haben die Anlagen in Berg bis Ende Mai 8,2 Millionen Kilowattstunden Strom ins Netz eingespeist.

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