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Hans Mayers Enkelin Anna wird mit „Bella“, einem sechsjährigen Süddeutschen Kaltblut, am „Winter-Rosstag“ in Wildbad Kreuth teilnehmen.

Pferdezucht-Genossenschaft

Winter-Rosstag macht Geschichte lebendig

Bad Tölz-Wolfratshausen/Wildbad Kreuth - Es ist ein Pflichttermin für alle Pferdefreunde: der Winter-Rosstag am kommenden Sonntag in Wildbad Kreuth. Mit dabei sind auch zahlreiche Rosserer aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

„Die Arbeit mit dem Pferd war früher in der Land- und Forstwirtschaft unverzichtbar“, erklärt Hans Mayer („Spöckberger“), Vorsitzender der Pferdezucht-Genossenschaft Bad Tölz. Und genau diese schwere Arbeit mit Pferden, wie sie vor 100 Jahren im Oberland üblich war, wollen die „Pferdefreunde Waakirchen“ sowie die Pferdezucht-Genossenschaften Bad Tölz und Miesbach-Tegernsee am kommenden Sonntag, 15. Januar, ab 11 Uhr beim „Winter-Rosstag und Bergfahren“ auf dem herzoglichen Gelände in Wildbad Kreuth präsentieren. Ein Termin, den sich alle Pferde-Liebhaber ganz dick im Kalender anstreichen sollten.

Dazu rücken die „Rosserer“ aus den beiden Landkreisen mit etwa 40 historischen Gespannen, gezogen von insgesamt knapp 60 Pferden, an. Ein Höhepunkt der Vorführungen wird der „Zehnerzug“ sein. Das sind zehn Pferde, die einen historischen Schneepflug ziehen.

Bereits 2014 hatten der „Vinzenzi-Verein“ der Holzknechte und die Miesbacher Pferdezucht-Genossenschaft das Arbeiten mit Pferden aus früheren Zeiten der breiten Bevölkerung präsentieren wollen. Doch wegen Schneemangels musste die Veranstaltung damals abgesagt werden. 2015 hatte die Tölzer Genossenschaft mit dem Wetter mehr Glück und konnte ihren „Winter-Rosstag“ in Benediktbeuern durchführen. „Das hat gut funktioniert, war aber etwas kleiner als heuer in Kreuth, wo wir an die 1500 Besucher erwarten“, erklärt Mayer, in Benediktbeuern noch Cheforganisator. Nach den jüngsten Schneefällen steht der Großveranstaltung der „Waakirchner Pferdefreunde“ – Vorsitzender ist der Sachsenkamer Rasso Babel jun. – nichts mehr im Weg.

Die hauptsächliche Winter-Arbeit der Waldbauern war früher das Rücken von Baumstämmen und das Bringen von Brennholz aus dem schwer zugänglichen Bergwald. „In jüngerer Zeit werden auf den Bauernhöfen wieder vermehrt Pferde gehalten, die auch bei der Holzarbeit eingesetzt werden“, sagt Mayer. Im unwegsamen Gelände haben die wendigen Tiere Vorteile gegenüber dem „Dieselross“ – und staatliche Förderung gibt’s zudem.

Beim „Winter-Rosstag“ werden neben den Holzgespannen aber auch zahlreiche andere Fuhrwerke präsentiert: zumeist zweispännig mit einem alten Odelfass mit Milchkannen oder mit einem Fuder Heu beladen. Aber da vormals auch für Sonntagsausfahrten Pferde eingespannt wurden, wird auch der original Landauer der Schirmherrin Herzogin Helene in Bayern gezeigt. Durch das etwa dreistündige Programm führt Florian Schelle, Vorsitzender des Pferdezuchtverbands Oberbayern.

Natürlich kommt auch das leibliche Wohl der Besucher am Sonntag nicht zu kurz: Bayerische Schmankerl sowie Kaffee und Kuchen sind im Angebot. Die Zufahrt zum Vorführungs-Gelände ist beschildert. Für die Besucher stehen geräumte Parkplätze in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Sollte das Wetter doch nicht mitspielen, wird die Veranstaltung auf Sonntag, 19. Februar, verschoben. Aktuelle Auskunft gibt es am Veranstaltungstag unter der Telefonnummer 0 80 41/ 79 46 33.

Ewald Scheitterer

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