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Eltern-Initiative

Wir gründen einen Kindergarten

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Ein neuer Kindergarten für den Isarwinkel: Diese Idee haben sich jetzt zwei Mütter auf die Fahnen geschrieben.

Bad Tölz/Lenggries – Es war ein Aushang an der Pinnwand eines Tölzer Biomarkts, der sie zusammenführte: Die Lenggrieserin Kathrin Meßmer suchte nach gleichgesinnten Eltern, die gerne bei der Gründung eines Kindergartens mitmachen wollen. Die 32-Jährige ist Lehrerin und Mutter von zwei Buben im Alter von knapp einem und zwei Jahren. Julia Surel (42) sah den Zettel – und fühlte sich spontan angesprochen. „Diese Idee, einen Kindergarten zu gründen, hatte ich schon sehr lange. Aber allein konnte ich es bisher nicht umsetzen“, sagt die Erzieherin. Die beiden Frauen schlossen sich zusammen und wollen ihr Vorhaben jetzt in Angriff nehmen. „Wenn alles gut geht, soll der Kindergarten im Herbst in Betrieb gehen und Platz für eine Gruppe bieten“, teilen sie mit. Der erste Schritt ist ein Informationsabend für Eltern. Dabei wollen die beiden Frauen abklopfen, wie groß das Interesse an der Einrichtung wäre.

Die Initiatorinnen haben ein ganz bestimmtes Konzept vor Augen. Besonders wichtig ist ihnen, Kinder in ihrer Individualität wahrzunehmen und ihnen die Gelegenheit zu geben, „sich mit ihren Begabungen, Neigungen, Interessen und auch Handicaps zu entwickeln und ihren eigenen Weg zu gehen“, schreiben sie. Dazu bräuchten sie „kompetente erwachsene Vorbilder, liebevolle und sichere Beziehungsverhältnisse und ihre eigene Entwicklungszeit“. Das solle in der Kindergartenpraxis gewährleistet werden durch „wertschätzende Bezugspersonen, kleine Gruppen, sichere Orientierung mit Bezug zu den Rhythmen von Natur und Jahreszeiten, Spielsachen aus Naturmaterialien, biologische Verpflegung und ansprechende Räumlichkeiten“. Der Kindergarten soll integrativ werden und Kindern mit Migrationshintergrund und Handicap offen stehen.

Julia Surel, die im Sommer nach Lenggries umziehen wird, wohnt derzeit in Baierbrunn, hat ihre Kinder (4 und 3) dort in einem Waldorf-Kindergarten untergebracht – „und damit fühlen wir uns ausgesprochen wohl“, sagt sie. So ein ganzheitliches und gesundheitsförderndes Konzept gebe es hier in der Gegend noch nicht, meinen sie und ihre Mitstreiterin.

Beim Infoabend wird der Pädagogik- und Psychologie-Dozent Peter Lang vom Verein „Waldorfpädagogik in der Region Südostbayern“ einen Vortrag halten. Laut Meßmer muss der neue Kindergarten aber „nicht zwangsläufig“ nach reiner Waldorf-Pädagogik arbeiten. Vielmehr sollen die Eltern ein hohes Maß an Mitspracherecht und Gestaltungsmöglichkeiten bekommen. Geplant ist die Gründung eines Trägervereins.

Andere Punkte sind derzeit noch nicht geklärt – etwa der genaue Standort. „Dazu müssen wir noch eine geeignete Immobilie finden“, sagt Meßmer. Die sollte im Raum Bad Tölz/Lenggries liegen und über einen Gruppenraum von etwa 80 Quadratmetern für rund 20 Kinder verfügen.

Genau Bescheid wissen die beiden Mütter dagegen, welche Bedingungen sie erfüllen müssen, um vom Landratsamt eine Betriebserlaubnis zu bekommen. Außerdem haben sie Erfahrungen von anderen Elterninitiativen eingeholt. Auch die Stadt Bad Tölz ist informiert. Besteht in Tölz Bedarf an zusätzlichen Kindergartenplätzen? Im vergangenen Jahr musste in der Kinderkrippe auf der Flinthöhe eine Kindergarten-Notgruppe eingerichtet werden, weil nicht alle Kinder versorgt waren. Wie es heuer aussieht, das wird laut der stellvertretendenden Stadtkämmerin Silke Furmanek erst noch ermittelt. In jedem Fall gibt sie zu bedenken, dass der geplante Kindergarten nicht nur Tölzer, sondern Kinder aus dem ganzen Isarwinkel aufnehmen würde.

Infoabend

am Donnerstag, 1. Februar, 20 Uhr im Tölzer Mehrgenerationenhaus (5 Euro).

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