Ein NHS-Mitarbeiter hält eine Dosis des Corona-Impfstoffs von Pfizer im Impfzentrum des Gloucestershire Royal Hospital in der Hand
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Der Impfstoff ist im Landkreis nach wie vor Mangelware.

Vorbereitungen in den beiden Impfzentren laufen

„Wir wissen nicht, wie viel Impfstoff wirklich kommt“

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Vermutlich gibt es kein zweites Thema, das die Menschen derzeit so bewegt wie die Corona-Impfung. Im Landkreis laufe es bislang „ganz gut“, sagt Landratsamtssprecherin Marlis Peischer. Man sei mit den Pflegeheimen zwar „noch nicht ganz fertig“, aber doch schon weit fortgeschritten.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Bis die rund 1200 Bewohnerinnen und Bewohner aber wirklich einen kompletten Impfschutz haben, wird es noch eine Weile dauern: Ab übernächster Woche steht erst einmal die notwendige zweite Impfung an.

Getroffen werden auch die Vorbereitungen für die Öffnung der beiden Impfzentren an der Tölzer Asklepios-Klinik und der Wolfratshauser Kreisklinik, die jeweils die Aicher Group betreiben wird. „Wann es wirklich losgeht, können wir immer noch nicht sagen“, erklärt Peischer. Das Problem: Es ist schwierig, längerfristig abzuschätzen, wie viele Dosen an Impfstoff wann zur Verfügung stehen. Die nächste Lieferung ist für dieses Wochenende angekündigt. „Wir wissen aber nicht, wie viel Impfstoff wirklich kommt“, sagte Peischer am Donnerstag. Man wolle nicht riskieren, Termine in den Impfzentren zu vereinbaren, die man dann absagen müsse, weil es keinen Impfstoff gebe.

Ab der kommenden Woche werden nun aber die über 80-Jährigen im Landkreis angeschrieben, die nach den Heimbewohnern auf der Priorisierungsliste ganz oben stehen. Das werde über die Gemeinden gemacht, die über die Meldedaten verfügen, so Peischer. Um wie viele Menschen es sich handelt, kann sie nicht sagen. Laut seniorenpolitischem Gesamtkonzept lebten 2016 gut 7000 über 80-Jährige zwischen Icking und der Jachenau. Für 2020 wurde eine Zahl von knapp 9000 prognostiziert.

In den Briefen wird erklärt, wie die Anmeldung für einen Impftermin funktioniert. Ein Weg wird ein Online-Buchungssystem sein. Aber auch telefonisch können Termine vereinbart werden. Vor allem Letzteres braucht gute Vorbereitung. „Wir wollen nicht, dass die Anrufe ins Leere laufen“, sagt Peischer. Die Überlastungen und Nichterreichbarkeiten von Telefon-Hotlines hatten in einigen Nachbarlandkreisen für massive Kritik und Ärger gesorgt.

Was aber ist mit den Senioren im Landkreis, die nicht mobil sind und nicht in eines der beiden Zentren kommen können? „Das ist tatsächlich eine Herausforderung, an der wir arbeiten und zu der wir auch mit Aicher schon im Gespräch sind“, sagt Peischer. Das Problem: Der Biontech-Impfstoff wird in konzentrierter Form geliefert und muss quasi „angemischt“ werden. Sobald dies geschehen ist, darf er nicht mehr transportiert werden. Wenn eine einzelne Dosis aus einer Ampulle entnommen wurde, um einen Menschen zu Hause zu impfen, müsste man den restlichen Inhalt der Ampulle entsorgen.

„Generell ist es so, wenn jemand impfberechtigt ist, muss er vom Grundsatz her erst einmal mit seinem Anliegen – sprich der Impfung – zum Impfzentrum kommen“, sagt Peischer. Es gebe aber Überlegungen, „dass in Härtefällen mobil jemand tatsächlich zu dieser Person fährt – das wird aber individuell nach Fall entschieden“.

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