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Geschlossen: In der „Alten Schießstätte“ gibt es derzeit keine Bewirtung.

Für Gäste und Verpächter überraschend

Wirt sperrt „Alte Schießstätte“ zu

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Bad Tölz - Die Vereine traf es unvermittelt: Seit dieser Woche ist die „Alte Schießstätte“ geschlossen. Die Pächtergemeinschaft um Anton Krinner ist sauer und möchte rechtliche Schritte einleiten.

Als Anton Grätz am vergangenen Sonntag in der „Alten Schießstätte“ für die nächste Versammlung des Rauchclubs Gemütlichkeit reservieren wollte, erhielt er die Auskunft: „Wir sperren am 1. Juni zu.“ Das sei für ihn völlig überraschend gekommen, obwohl es sich einmal vor einem halben Jahr angedeutet habe, dass Wirt Ferudun Cakir aufhören wolle.

Auch für Angelika Borlinghaus, die mit der Rheumaliga einmal monatlich ein Treffen in der „Alten Schießstätte“ abhielt, kam die Schließung unvermittelt. „Ich habe per Zufall eine Bedienung aus der Wirtschaft getroffen, die mir gesagt hat, dass sie zu haben.“ Dann habe sie angerufen und den Juniorchef erreicht: „Er hat mir bestätigt, dass es nichts wird mit unserem Treffen bei ihnen. Er klang sehr traurig.“

Wie unsere Zeitung erfahren hat, sind es persönliche Gründe, die Cakir zum Aufhören bewegt haben. Borlinghaus und ihre Vereinsmitglieder seien immer gerne gekommen. „Die Leute waren so freundlich und das Essen war immer frisch und gut. Es tut mir richtig leid.“ Kurzfristig verlegten sie das Treffen in den „Binderbräu“ – wie auch der Rauchclub. „Aber ob wir uns dort regelmäßig treffen oder ob wir wieder in die ,Schießstätte‘ gehen, wenn sie wiedereröffnet, steht noch nicht fest“, so Borlinghaus.

Für Anton Grätz ist klar, dass der Rauchclub in die „Schießstätte“ zurückkehren wird. „Ich bin ein traditionsbewusster Mensch, die ,Schießstätte‘ ist ein Vereinslokal, das von der Stadt hergerichtet worden ist. Wenn es dort weitergeht, sind wir sofort wieder drin.“

Die Plattlerproben des Trachtenvereins Isarwinkel werden weiterhin in den Vereinsräumen der „Alten Schießstätte“ abgehalten. „Wir sind Pächter und haben unsere eigenen Schlüssel“, so Vorsitzender Heinz Bader.

Stinksauer ist dagegen Anton Krinner. Der Sprecher der Pächtergemeinschaft kündigt an: „Wir werden klagen, das müssen wir. Wir haben es hier mit einer ganzen Latte an Vertragsbrüchen zu tun.“ Vor allem ist es die sehr kurzfristige Schließung, die Krinner ein „Fiasko“ nennt. „Wir haben einen laufenden Mietvertrag, eine Kündigungsfrist. Wir werden darauf pochen, dass der Vertrag eingehalten wird.“ Auf die Schnelle einen neuen Wirt zu finden, sei unmöglich. „Wir sind mitten in der Hauptsaison. Es dauert Monate, bis wir jemanden haben.“ Die Vereine, alle Leute, die die Räumlichkeiten für Veranstaltungen gemietet haben, würden in der Luft hängen. „Alle haben mich angerufen, von der Tourist-Info bis zum Schachclub, und wollten wissen, wie es weitergeht“, sagt Krinner. „Wir werden jetzt versuchen, dass die Nutzung weitergehen kann – entweder ohne Bewirtung oder mit einer externen Cateringfirma.“ Problematisch sei auch, dass die Pächtergemeinschaft die Zahlungen an die Stadt Bad Tölz zu leisten habe – egal, ob sie selbst Geld bekomme oder nicht.

Ob es auch finanzielle Gründe für die Aufgabe des Wirts gebe, darüber kann Krinner nur mutmaßen. „Klar hat er die Eröffnung des ,Binder-Bräu‘ gespürt, das haben alle Gasthäuser in Tölz. Aber von den Veranstaltungen her waren wir voll belegt.“

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