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Im Amt bestätigt: Der Vorstand der Tölzer CSU mit dem Vorsitzenden Ingo Mehner (3. v. li.), seinen Stellvertretern Stefanie Rasch und René Mü hlberger sowie Kassier Karsten Bauer (re.). In Abwesenheit wurden Christine Janker zu einer weiteren Stellvertreterin sowie Claudia Eichenseher zur Schriftführerin gewählt. Melchior Sappl und Anton Mayer schieden aus dem Vorstand aus.

Jahresversammlung der CSU

Wohnungsbau und Hotelprojekt: Kritik an Kritikern

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Für die Tölzer CSU ist auch das Thema Radeln in der Marktstraße noch nicht ausdiskutiert. Darum sowie um die Themen Wohnen und Tourismus ging es in der Jahresversammlung des Ortsverbands.

Bad Tölz– Die Tölzer CSU will das Thema „Radeln in der Marktstraße“ noch einmal aufs Tapet bringen. In der Jahresversammlung der Partei am Montagabend im „Starnbräu“ erläuterte Vorsitzender Ingo Mehner zwei Anträge, den die CSU-Stadtratsfraktion dazu gestellt hat, um die Sicherheit zu erhöhen.

Zum einen wird darin gefordert, dass der gesamte Stadtrat erneut über die Frage abstimmt, ob das Radfahren in der Fußgängerzone tatsächlich zwischen 21 Uhr abends und 9.30 Uhr morgens erlaubt werden sollte. Wie berichtet, hatte dies vor wenigen Tagen der Bau- und Stadtentwicklungsausschuss denkbar knapp beschlossen: Es gab ein Stimmenpatt von 6:6. Dies sieht die christdemokratische Fraktion nicht als ausreichend in einer so kontroversen Frage. Außerdem fordert die CSU die Verwaltung auf, Vorschläge zu machen, „wie das Fahrradfahren in der Marktstraße eingedämmt werden kann“. Im „Starnbräu“ erläuterte Mehner: „Es gibt durchaus Möglichkeiten, auch von städtischer Seite das Radfahrverbot sinnvoll zu kontrollieren – das darf nicht nur die Polizei“. Außerdem beinhalte der Antrag, das Verbot durch die Beschilderung deutlicher zu machen.

Mehner merkte zwar scherzhaft an: „Es kommt mir fast so vor, als wäre das Radeln in der Marktstraße aktuell das heißeste Thema.“ Trotzdem schnitt er in seinem Bericht auch viele andere Fragen an. Besonders beschäftigt die CSU demnach auch die Schaffung von Wohnraum in Tölz. Dass der Stadtrat vor einiger Zeit eine Wohnbebauung an der Isar (nahe Tennisplätze Königsdorfer Straße) ablehnte, stellte Mehner als verpasste Chance dar. „Damals hieß es: Wir brauchen doch dort einen Minigolfplatz – doch davon sehe ich bis heute nichts.“ Wenig Verständnis zeigte der CSU-Stadrat auch für Klagen bezüglich der anstehenden Bebauung von Flächen mit bezahlbaren Mietwohnungen. Da habe es Kritik gegeben, dass auf der Wiese an der Osterleite keine Kühe mehr grasen könnten und dass an der Kohlstatt eine alte Linde gefällt wurde. Mehner: „Man muss sich schon entscheiden: Linde oder Wohnungen, Kühe oder Häuser.“ Die CSU-Fraktion jedenfalls wünsche sich noch mehr Wohnraum und habe deshalb beantragt, dass die Stadt alle Flächen, auf die sie Zugriff hat, auf ihre Eignung dafür überprüfen soll.

Ohne sie zu konkret zu benennen, ging Mehner auch auf die Kritiker am Hotelprojekt an der Arzbacher Straße ein. Wie berichtet läuft gegen das Vorhaben ein Bürgerbegehren. „Diejenigen, die mit Standorten, Betreibern oder Konzepten unzufrieden sind, sollen Alternativen aufzeigen.“ Jedenfalls sei es ein Irrglaube, dass es an Touristen fehle, die Interesse an Tölz hätten. „Es fehlen Hotelbetten.“

Wie Mehner führte auch Thomas Holz als Gast der Versammlung ins Feld, dass vom Tourismusumsatz nicht nur Beherbergungsbetriebe, sondern das gesamte Gewerbe und die Dienstleistungsbranche vor Ort profitieren. Der Kochler CSU-Bürgermeister setzt daher – wie die Stadt Bad Tölz – auf den Trend Wellness und berichtete von der „Erfolgsgeschichte“ des Trimini. Die Gefahr, dass sich das frisch für 26 Millinen Euro renovierte Kochler Bad mit dem geplanten städtischen Tölzer Spa in die Quere kommt, sieht Holz nicht. „Ich glaube nicht, dass das eine Konkurrenz wird. Im Gegenteil: Wir brauchen mehr solche Leuchtturmprojekte. Sie befruchten sich gegenseitig und sind wichtig für das Gesamtangebot, um mehr Urlauber ins Tölzer Land zu holen. Das Kirchturmdenken muss aufhören.“ Andreas Steppan

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