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Einen Wolf wollen Autofahrer bei Beuerberg gesehen haben. 

Nach Sichtung

Wolf im Landkreis? „Wehret den Anfängen“

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ein einzelner Wolf ist noch keine Gefahr, ein Rudel wäre aber ein Problem: Nachdem Autofahrer einen Wolf bei Beuerberg gesehen haben wollen, sieht sich der Südlandkreis nicht in Gefahr - noch nicht. 

Ein Wolf zieht durch den Landkreis – zumindest nach den Aussagen derer, die das Tier am späten Samstagabend zwischen Königsdorf und Beuerberg im Lichtkegel ihres Autoscheinwerfers gesehen haben wollen. „Ich sehe das sehr gelassen, weil im Winter ja keine Weidezeit ist“, sagt Bezirksalmbauer Georg Mair, der auch Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO) ist. Überrascht ist der Gaißacher nicht von der Meldung: „Ob in Frankreich, Schweiz, Italien, Polen oder Sachsen: Die Wolfpopulationen sind in den letzten Jahren rund um uns angewachsen. Wir werden damit stärker konfrontiert werden.“ In Frankreich hätten Wölfe 2015 insgesamt 9000 Tiere – vor allem Schafe – gerissen.

Mair hält am Lerchkogel im Sommer Jungrinder. Ein einzelner Wolf nehme Abstand zu ihnen. Bei einer Rudelbildung seien sie aber in Gefahr. Auch wenn der AVO-Vorsitzende den Landkreis aufgrund dichter Besiedlung und starker Frequentierung durch den Tourismus nicht für ein dauerhaftes Wolfsrevier hält, sagt er: „Wehret den Anfängen. Ist der Wolf einmal sesshaft geworden, wird man ihm nicht mehr Herr.“ Im bergigen Gelände sei ein wirksamer Vieh-Schutz durch Weidezäune nicht möglich.

Wölfe bringen Unruhe ins Jagdrevier

Wolfgang Morlang, Vorsitzender des Kreisjagdverbands Bad Tölz, bezweifelt, dass die Autofahrer einen Wolf gesehen haben. „Sie werden oft mit Schäferhunden verwechselt.“ Gesunde Tiere seien in der Regel keine Gefahr für den Menschen. „Die hauen ab“, sagt Morlang. Sollte doch ein Wolf den Landkreis in diesen schneereichen Tagen durchstreifen, tauche er womöglich an den Fütterungsstellen der Wildtiere auf. Ein Problem, sagt Jäger Morlang: „Er bringt Unruhe ins Revier.“ Rehe zum Beispiel fahren im Winter ihren Stoffwechsel runter. Die Flucht vor einem Wolf könnte sie zu Tode schwächen, so Morlang.

Im März 2016 war ein Wolf im Landkreis Starnberg gesichtet worden. Der einzige vom Landesamt für Umwelt (LfU) bestätigte Fall in der Region. Franz Steger, Sachgebietsleiter Umwelt im Tölzer Landratsamt, erkundigte sich nach der angeblichen Sichtung bei Beuerberg bei Jägern. Denen sei außer freilaufenden Hunden nichts aufgefallen. Wer einen Wolf sieht, der „sollte am besten sofort sein Handy rausholen und ein Foto schießen“, sagt Steger. Die Auswertung der Fotos und anderer potenzieller Belege erfolgt durch das vor rund zehn Jahren gegründete „Wildtiermanagement große Beutegreifer“ im LfU. Das Landratsamt gibt Hinweise dorthin weiter.

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