Aus und vorbei: Im September 2006 schloss Wolfgang Hößl seine Wurstkuchl und die Metzgerei Ertl. Pappkamerad Ottfried Fischer, der für seine „Bullenknacker“ warb, war zuvor eines der meistfotografierten Objekte in der Marktstraße. Foto: esc/Archiv

Nachruf

Wolfgang Hößl mit 73 Jahren gestorben

Bad Tölz - Der Tölzer Gastronom und Metzger Wolfgang Hößl, genannt "Ertl-Wolfi", erlag am 1. Juni seiner langen, schweren Krankheit.

Bad Tölz – „Best kitchen of the games – die beste Küche der Olympischen Spiele“, urteilten im Sommer 1996 übereinstimmend die beiden amerikanischen Fernsehsender CBS und CNN. Das Lob galt „Wolfi’s Bavarian House“, das der Tölzer Gastronom Wolfgang Hößl für die Zeit der Spiele in Atlanta aufgebaut hatte. Am 1. Juni ist der Tölzer Metzger und Gastronom im Alter von 73 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben.

Die bayerische Heimat wenigstens gastronomisch erfahrbar zu machen, das hatte sich der gebürtige Ruhpoldinger schon bei der Winterolympiade in Albertville (1992) und Lillehammer (1994) sowie bei vielen Weltcups und Weltmeisterschaften im Biathlon auf die Fahnen geschrieben. Und zwar mit Erfolg. Nicht nur weiß-blaue Sportprominenz gab sich – siehe CNN-Zitat oben – bei Hößl gerne ein Stelldichein.

Ob sich der personelle und finanzielle Riesenaufwand wirklich rentiert hat, darf man bezweifeln. Hößls Wirkung war eine andere. „Er hat den Namen von Tölz in die Welt hinaus getragen“, würdigte gestern der Tölzer Bürgermeister Josef Janker den Verstorbenen. Die Stadt hatte sich bei ihm in der Weihnachssitzung 1997 öffentlich bedankt und sein Wirken für das Image der Stadt Tölz hervorgehoben.

Hößl habe, erinnerte sich Janker gestern, „ein offenes Herz“ gehabt und sei „ein guter Kerl“ gewesen. Das kann man belegen. Als er noch Wirt des Tölzer „Ratskellers“ in der Marktstraße gewesen ist, veranstaltete er seine berühmten Ratskeller-Turniere, wo er mehrfach Stars vom FC Bayern, 1860 München, aus Eishockey und Skisport in den Isarwinkel lotste. Im Juli 1990 kamen so beim Fußballturnier in Lenggries 30 000 Mark (15 000 Euro) zugunsten der Marianne-von-Weizsäcker-Stiftung für drogengefährdete Jugendliche zusammen.

Erwähnen muss man den „Ertl-Wolfi“, wie man ihn genannt hat, natürlich auch im Zusammenhang mit dem „Bullen von Tölz“. Da hatten sich zwei Schwergewichte, die sichtlich Freude am Leben hatten, gefunden. Beide verstanden sich ausgezeichnet, was dazu führte, dass auch in Zeiten, da zwischen Stadt und Ottfried Fischer Eiszeit herrschte, der Kontakt immer weiterbestand. Hößl kreierte in seiner Metzgerei sogar die „Bullenknacker“ und durfte mit einem lebensgroßen Papp-Otti vor seiner Metzgerei werben.

Christoph Schnitzer

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