Zwei Hände, die viel mitgemacht haben: Ein langes Leben hinterlässt Spuren.
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Zwei Hände, die viel mitgemacht haben: Ein langes Leben hinterlässt Spuren.

Eine Frau aus Wolfratshausen führt die Statistik an

So viele Landkreisbürger sind über 100 Jahre alt

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Viele Menschen im Landkreis haben ein gesegnetes Alter. Wie viele genau - das wollte unserer Zeitung wissen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Im Jahr 1912 sinkt die Titanic, die US-Bürger wählen Woodrow Wilson zum Präsidenten – und Emilie Otschko wird im slowenischen Rogatec geboren. Im Herbst 2020 feierte die Seniorin ihren 108. Geburtstag. Im März verstarb mit Otschko eine der ältesten Landkreisbürgerinnen.

Insgesamt gibt es derzeit 27 Personen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, die über 100 Jahre alt sind: Es sind 20 Frauen und sieben Männer, wie Sabine Schmid vom Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. In der Kurstadt Bad Tölz leben am meisten über 100-Jährige. Sechs Frauen und ein Mann haben dieses biblische Alter erreicht. In der Gemeinde Lenggries sind es sechs Personen (vier Frauen, zwei Männer) und in der Stadt Geretsried zwei Frauen und drei Männer.

In der Gemeinde Münsing leben drei Frauen, die über 100 Jahre alt sind, und im benachbarten Wolfratshausen zwei. Außerdem gibt es in den Gemeinden Benediktbeuern (eine Frau), Kochel am See (eine Frau), Egling (ein Mann) und Wackersberg (eine Frau) Menschen, die vor 1921 geboren wurden. „Die älteste Landkreisbürgerin wohnt in Wolfratshausen“, verrät Pressesprecherin Schmid. „Sie ist 110 Jahre alt.“

Frauen werden älter als Männer

Laut dem statistischen Landesamt Bayern haben diese Altersgrenze (und darüber hinaus) im Jahr 2019 im Freistaat 57 Personen (32 Frauen, 25 Männer) erreicht. Insgesamt gab es zum Stichtag am 31. Dezember 956 Menschen, die ihren 100. Geburtstag feierten. Das sehr eindeutige Verhältnis von Frauen zu Männern spricht dafür, dass das weibliche Geschlecht die besseren Gene haben muss: 742 Frauen und 214 Männer wurden registriert.

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Auch Emilie Otschko war Teil dieser Statistik. Sie erlebte zwei Weltkriege und zahlte mit wechselnden Währungen, dem Tolar, der Deutschen Mark und dem Euro. Otschko bekam mit, wie der Eiserne Vorhang fiel, die Europäische Union gegründet wurde und aus der Gemeinde die Stadt Geretsried wurde. Sie war Mutter von vier Kindern, sechsfache Großmutter und fünffache Urgroßmutter. Im Februar war sie noch im Wolfratshauser Impfzentrum, um sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen. Im Oktober hätte die Seniorin ihren 109. Geburtstag gefeiert, berichtet Schwiegersohn Gunter Siegmund. Doch den erlebte sich nicht mehr. „Sie ist einfach eingeschlafen“, sagt der Geretsrieder.

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