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Erst schauen, dann drübergehen: An Zebrastreifen kommt es häufig zu Unfällen.

Straßenverkehr

Zebrastreifen vom Aussterben bedroht

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Bad Tölz-Wolfratshausen - Der "Tag des Zebrastreifens" bot diese Woche Anlass zu Diskussionen: Bringen Zebrastreifen tatsächlich mehr Sicherheit - oder doch nur Scheinsicherheit. In Bad Tölz jedenfalls setzt man stattdessen lieber auf bauliche Querungshilfen.

Seit vielen Jahren veranstaltet die Deutsche Studiengesellschaft für Straßenmarkierungen (DSGS) am 1. September den „Tag des Zebrastreifens“. Denn die Straßenmarkierung ist laut der Initiative vom Aussterben bedroht – birgt aber auch Gefahren.

In Bad Tölz gibt es laut Alexander Schindler, im Rathaus zuständig für öffentliche Ordnung und Verkehr, fünf Zebrastreifen: An der Mühlfeldkirche, in der Nockhergasse, in der Säggasse, an der Königsdorfer Straße und an der Angerstraße. In den vergangenen Jahren seien einige weggekommen: Zum Beispiel der an der Osterleite, an der August-Moralt-Straße und an der Königsdorfer Straße auf Höhe des „Penny“-Markts. Die Tendenz geht laut Lars Werner, Verkehrsexperte der Tölzer Polizei, in Richtung Querungshilfen wie Inseln.

Denn es gibt neue Richtlinien, was etwa die Sichtbarkeit, Beleuchtung und Ausschilderung der Zebrastreifen anbelangt. Sie müssten häufig genutzt werden, um von den Autofahrern akzeptiert zu werden. Und sie dürfen nicht an unübersichtlichen Stellen liegen.

Viel schwerer wiegt aber, dass „Zebrastreifen nicht so verkehrssicher sind, wie man vielleicht meint“, sagt Schindler. Ein Zebrastreifen könne, so Werner, eine „Scheinsicherheit“, einen „sicheren Raum“ vermitteln. In dem Bereich gebe es daher häufig Unfälle, nicht speziell in Tölz, aber bayernweit. Denn nicht alle Verkehrsteilnehmer verhalten sich richtig: „Zwar hat jeder in der Fahrschule gelernt, dass er am Zebrastreifen stehen bleiben muss“, sagt Werner. Häufig fahren Autos aber dennoch einfach ohne anzuhalten drüber.

Ein paar wesentliche Regeln lauten: „Der Fußgänger muss erkennbar zeigen, dass er queren möchte“, so Werner. „Man sollte den Blickkontakt mit den Autofahrern suchen“, rät Ilka Fottner von der Kreisverkehrswacht. Gerade für Kinder sei es wichtig, dass die Erwachsenen als Vorbild fungieren. „Also nicht einfach losrennen, sondern warten, bis die Autos wirklich anhalten“, so Fottner. Für Kinder gelte, dass sie ein Handzeichen geben könnten, um zu signalisieren, dass sie über die Straße gehen möchten. „Generell sollte man im Straßenverkehr respektvoll miteinander umgehen.“

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