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Interview mit Dr. Franz Hartmann

„Zecke ist das gefährlichste Tier im Landkreis“

Bad Tölz - Vor einer starken Zeckenbelastung warnt der Wetterdienst „Donnerwetter“. Im Fernsehen prognostizierten Forscher für 2016 ein starkes Zeckenjahr – aufgrund der nassen Witterung. Wie die Situation im Landkreis aussieht, dazu befragte Redakteurin Melina Staar den Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Franz Hartmann.

Herr Dr. Hartmann, wie ist die „Zeckenlage“ im Landkreis?

Dr. Franz Hartmann: Es gibt niemanden, der die Zecken zählt (schmunzelt). Aber man muss immer vorsichtig sein, wenn man in freier Natur unterwegs ist. Die Zecke ist das gefährlichste Tier im Landkreis – nicht Fuchs oder Kreuzotter.

Aber zumindest das Risiko, an FSME zu erkranken, ist bei uns gering, oder?

Hartmann: Das stimmt. Da wir aber zwei bis drei Fälle in der Vergangenheit hatten, gelten wir dennoch als ein Endemiegebiet. Theoretisch kann man FSME – obwohl das Wort „Frühsommer“ in der Abkürzung steckt   das ganze Jahr über bekommen. Gefährlicher bei uns sind aber eigentlich die Borrelien, also Bakterien.

Wie viele Fälle wurden Ihnen gemeldet? 

Hartmann: Obwohl die Krankheit Borreliose meldepflichtig ist, wurde heuer noch kein Fall gemeldet. Das liegt vermutlich daran, dass die Leute einen Stich aufmerksam beobachten und rechtzeitig mit einer Behandlung beginnen. Die Menschen wurden sensibilisiert. Wenn man einen Zeckenstich rechtzeitig entdeckt, kommt es zudem oft nur zu einer lokalen Infektion.

Wie merke ich denn eigentlich, dass ich mir eine Infektion geholt habe?

Hartmann: Das ist das eigentlich Schwierige: Nicht jede geht zwingend mit einer Rötung einher. Manchmal merkt man es erst, wenn die Symptome auftreten: Diese können Gelenke, Herz und in schwierigen Fällen auch das Gehirn betreffen.

Kann man sich Zecken nur im Wald einfangen?

Hartmann: Nein, sie sind in jedem Vorgarten, in jedem Busch. Aber Panik muss niemand haben: Die Erkrankungen sind bei uns selten. Dennoch ist es gut, achtsam zu sein.

Wie kann man sich vor Zecken schützen?

Hartmann: Es gibt Mittel in den Apotheken, ähnliche, wie gegen Mücken. Die helfen möglicherweise. Gegen FSME gibt es eine Impfung – aber die wird nur schlecht angenommen.

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