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An einen Tisch gebracht: In zehnminütigen Gesprächen können sich die Schüler den Ausbildungsleitern präsentieren. Der erste Eindruck ist wichtiger als die Zensuren.

"Job-Speed-Dating"

Zehn Minuten mit dem neuen Chef

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Bad Tölz - Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr findet auch heuer ein Job-Speed-Dating im Landratsamt statt. 61 Schüler und 27 Firmen aus der Region haben sich bereits für den 27. Oktober verabredet. Nach der großen Liebe suchen sie freilich nicht, sondern nach einer Lehrstelle beziehungsweise guten Azubis.

Mit sieben Schülern haben Kilian Willibald und seine Mitarbeiter beim letzten Job-Speed-Dating Gespräche geführt. Drei davon haben später ein Praktikum in dem gleichnamigen Lenggrieser Tiefbau-Unternehmen absolviert, zwei davon haben sogar eine Lehre in dem Betrieb begonnen. Es ist nur eine von zahlreichen Erfolgsgeschichten, weshalb der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft auch heuer wieder ein Job-Speed-Dating unter dem Motto „G’suacht und g’fundn“ organisiert.

Ziel ist es, die Ausbildungsbetriebe aus der Region mit den Schülern der Abschlussklassen von Real- und Mittelschulen an einen Tisch zu bringen, wie Schulrat Jürgen Heiß bei einem Pressetermin gestern im Landratsamt erläuterte. „Das ist eine ganz große Chance für die Jugendlichen“, sagte Heiß. Denn die eine oder andere schlechte Note, die im Rahmen eines normalen Bewerbungsverfahrens unter Umständen ein K.o.-Kriterium sein könnte, interessiert bei den gut zehnminütigen Gesprächen erst einmal niemanden. „Die Schüler können mit einem positiven persönlichen Eindruck punkten“, betonte Wirtschaftsförderer Andreas Roß.

Zahlreiche Praktika und Termine zu weiterführenden Gesprächen oder zum Probearbeiten sind auf diesem Wege im vergangenen Jahr zustande gekommen. „Insgesamt wurden vier Ausbildungsverträge plus x geschlossen“, sagte Heiß. Den Erfolg des Konzepts wollen die Mitglieder des Arbeitskreises aber nicht an solchen Zahlen festmachen. Laut Schulamts-Direktorin Marianne Konrad beispielsweise hätte das Job-Speed-Dating so oder so einen „unheimlichen Lerneffekt“. Denn die direkte Rückmeldung durch die Ausbildungsleiter helfe den Schülern auf alle Fälle bei künftigen Bewerbungsgesprächen. Und Lehrer Rüdiger Rieß ergänzte: „Je mehr Gespräche die Schüler führen, desto sicherer werden sie.“

Bislang haben sich laut Heiß 61 Schüler und 27 Firmen angemeldet. 19 dieser Unternehmen waren schon letztes Jahr mit dabei – und stellten den Verantwortlichen ein gutes Zeugnis aus: Ein Großteil der Betriebe war zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit dem Job-Speed-Dating. „Es war eine exzellente Möglichkeit, mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen“, fand etwa Karlheinz Leimer, Geschäftsführer des Posthotels Kolberbräu in Bad Tölz. Ausbildungsverhältnisse seien zwar keine aus dem Abend hervorgegangen. Aber das kann sich heuer ändern: Das „Kolberbräu“ ist wieder mit von der Partie, ebenso wie die Kaufhaus Rid GmbH oder Optik Emberger aus Bad Tölz, um nur einige Beispiele zu nennen. Wirtschaftsförderer Falko Wiesenhütter: „Die Bandbreite reicht von großen renommierten Firmen bis hin zu kleinen Handwerksbetrieben.“

Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 27. Oktober, um 16.30 Uhr in den Sitzungssälen des Landratsamtes. Wer die Anmeldung verpasst hat, kann sich an diesem Abend bei der Info-Stelle im Eingangsbereich melden. Eventuell können noch Kontakte hergestellt werden.

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