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Zehn Tölzer Gastgeber und Familienunternehmen melden sich in einem Offenen Brief zu Wort

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Von: Christoph Schnitzer

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Zehn Tölzer Familienunternehmen, die als Gastgeber arbeiten, üben in einem Offenen Brief herbe Kritik an der Tourismus- und Planungspolitik der Stadt.
Zehn Tölzer Familienunternehmen, die als Gastgeber arbeiten, üben in einem Offenen Brief herbe Kritik an der Tourismus- und Planungspolitik der Stadt. © privat

In einem „Offenen Brief“ haben sich zehn Tourismus-Unternehmen zur Tölzer Stadtpolitik im Badeteil zu Wort gemeldet.

Bad Tölz – Anlass ist der wiederholt behandelte Bebauungsplan Innere Buchener Straße, der vorsieht, dass die touristische Nutzung in einem Kernbereich um die Betriebe Sanatorium Sedlmayr, Landhaus Förg und Hotel Alpenhof erhalten bleibt und kein Wohnbau zugelassen wird.

Man sei allerdings zu Verkehrsberuhigungsmaßnahmen bereit, signalisierte der Stadtrat im August Kompromissbereitschaft und erntete bei den Betroffenen gleichwohl stürmischen Widerspruch (wir berichteten).

Eine Kernaussage des Briefs: Man sei „ein Bauernopfer“

Neben den drei genannten Betrieben protestieren in dem Offenen Brief nun auch das Gästehaus Rosl (Familie Müller), das Haus Gut (Gut), das Hotel Leonhardihof (Suttner), der Marienhof (Lukac), das Gästehaus Rosa (Sylvia Glas), das Hotel Schlössl (Sieberer) und das Haus Sybille (Lyons). Eine Kernaussage: Man sei „ein Bauernopfer“, weil sich die Stadt nicht mit dem größten Flächenbesitzer im Badeteil (Jod AG, Hoefter) über brachliegende Flächen einigen könne. Das Ergebnis des Streits seien „willkürliche Bebauungspläne in kleinsten Straßenzügen, während der touristische Gesamtplan fehlt“.

„Die Renaissance des Bäderviertels ist gescheitert“

Die Kritiker greifen die Stadt vor allem beim touristischen Angebot massiv an. Während sie selbst die Herausforderung angenommen hätten und „Generation um Generation für den Tourismus und die Kur kämpften“, müssten bei der Stadt schon „Toilettenhäuschen und ein umgebautes Militärbad dafür herhalten“, um die Strahlkraft von Bad Tölz aufzuwerten. „Die Renaissance des Bäderviertels ist gescheitert“, heißt es. Während in Bayern die Übernachtungszahlen steigen, würden sie in der Kurstadt stagnieren oder leicht sinken.

Kein gutes Haar lassen die Beschwerdeführer an der Tourist-Info. „Die Zusammenarbeit ist schon seit Langem gestört.“ Das Fachwissen der örtlichen Tourismusbetreiber werde nicht in zentrale Marketingmaßnahmen eingebunden. „Stattdessen setzt Bad Tölz auf auswärtige Berater ohne jeden lokalen Bezug.“ Die dürften dann „ohne jede Bürgerbeteiligung“ über die Zukunft der Tölzer Familienunternehmen entscheiden.

Forderung: Unternehmerische Freiheit statt Bevormundung durch Bebauungspläne

Man stehe zum Tourismus, fordere aber unternehmerische Freiheit statt Bevormundung durch Bebauungspläne. „Unser Lebenswerk ist in Gefahr. Wir kämpfen für die Zukunft unserer Kinder“, heißt es weiter.

Die Buchener Straße sei nur ein kleines Beispiel, das sich überall in Tölz wiederholen könne.

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