Es gibt viel zu tun in den Autowerkstätten: Zurzeit werden wieder die Sommer- gegen Winterreifen gewechselt. Im Bild Mathias Auer vom gleichnamigen Tölzer Toyota-Autohaus.
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Es gibt viel zu tun in den Autowerkstätten: Zurzeit werden wieder die Sommer- gegen Winterreifen gewechselt. Im Bild Mathias Auer vom gleichnamigen Tölzer Toyota-Autohaus.

Damit‘s im Winter „rund läuft“

Zeit für den Reifenwechsel: Tipps aus Tölzer Autowerkstätten

Das Brauneck ist schon weiß, und auch im Tal ziehen die Temperaturen an: Kfz-Mechaniker aus Bad Tölz-Wolfratshausen erklären, was Verbraucher jetzt rund um den Reifenwechsel wissen müssen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die ersten Schneefälle auf den Bergen und kühle Temperaturen im Tal kamen nun doch schneller als gedacht. Vorbei sind die warmen Tage und mit ihnen auch die Saison der Sommerreifen. In vielen Autohäusern der Region sorgt das herbstliche Wetter nun für Hochbetrieb. Etwa im Autohaus Gerg in der Jachenau.

Laut Geschäftsführer Anton Gerg „waren bereits einige Kunden für einen Wechsel in der Werkstatt“. Auch im Tölzer Autohaus Auer steigt in dem Maße, wie die Schneefallgrenze sinkt, die Zahl der Kunden. „Das ist nicht verwunderlich“, erklärt Geschäftsführer Hubert Auer, „schließlich empfehlen wir unseren Kunden, bis spätestens Mitte Oktober ihren Wagen umgerüstet zu haben.“ Das liege vor allem daran, dass Winterreifen ab einer Außentemperatur von sieben Grad „nachweislich einen besseren Halt haben“.

Das Geheimnis der Winterreifen ist die Gummimischung

„Die Gummimischung der Reifen für den Sommer ist einfach deutlich härter“, erklärt Gerg. „Dadurch ist der Reifen allgemein kälteempfindlicher und wird leichter brüchig, was bei Schnee und Eis dazu führen kann, dass das Auto leichter rutscht.“ Der im Winter verwendete weichere Gummi soll dem Fahrzeug mehr Halt geben. „Ein Wechsel von Sommer- auf Winterreifen ist deshalb besonders in unseren Breitengraden sehr empfehlenswert.“

Ganzjahres- oder Allwetterreifen sollten dagegen eher gemieden werden, sagt Gerg. Auch Auer sieht in ihnen nur einen schlechten Kompromiss. „Das macht sie für unsere Region, wo es ja auch öfter mal richtig schneien kann, eher unvorteilhaft.“

Einen Termin für den Reifenwechsel muss man etwa eine Woche vorher vereinbaren

Die Vorlaufzeit für einen Termin zum Reifenwechseln beträgt aktuell ungefähr eine Woche. „Auch kann man den Termin zum Reifenwechseln gleichzeitig als Kontrolle verstehen“, ergänzt Peter Sonner, Inhaber der Tölzer Kfz- Werkstatt „Autopro Reitberger“. „Da können dann zum Beispiel die Bremsbeläge kontrolliert werden.“

Von einem Selbstversuch im Reifenwechsel raten alle Werkstätten ab. Selber sollte man nur Hand anlegen, wenn man über das nötige Werkzeug und Know-how verfüge, erklärt Rupert Heller, Geschäftsführer der gleichnamigen Kfz-Werkstatt in Steinbach.

Reifenwechsel kostet zwischen 15 und 45 Euro

Das Reifenwechseln kostet in der Regel zwischen 15 und 45 Euro. „Die Reifen müssen natürlich nicht jede Saison neu gekauft werden, sollen aber beim Wechseln ein Mindestprofil von vier Millimeter aufweisen und nicht älter als fünf oder sechs Jahre alt sein“, sagt Gerg. Persönlich rät er, bei einem Neukauf Markenprodukte No-Name-Reifen vorzuziehen. „Wir haben einfach weniger Erfahrung mit No-Name-Produkten und würden sie deshalb auch nicht unseren Kunden empfehlen“, erklärt er und fügt noch hinzu: „Das muss aber nicht heißen, dass sie grundsätzlich schlechter sind.“ Dennoch gebe es für Markenreifen oftmals bessere Vergleichsmöglichkeiten und Verbrauchertests, die der Kunde selbst im Internet überprüfen kann. „Der Preisunterschied ist meist nur gering.“

Teuer kann es dagegen werden, wenn man bei winterlicher Wetterlage, sprich Schnee und Glätte, ohne Winterreifen erwischt wird. „In Deutschland herrscht eine situative Winterreifenpflicht“, erklärt Lars Werner, Verkehrsexperte der Tölzer Polizei. „Bei entsprechenden Straßenverhältnissen sind also Winterreifen vorgeschrieben.“ Ist man mit Sommerreifen unterwegs, muss der Fahrer mit einer Strafe von bis zu 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Kommt es gar zu einem Unfall, sind 120 Euro Bußgeld fällig. Die richtigen Reifen lohnen sich also.

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