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Baumaschinen statt Spieler: Die Stadt hat den Sand an der Beach-Arena Südschule auswechseln lassen. 

Und wer zahlt?

Zu grob und schmerzhaft: Volleyball-Sand an Südschule ausgetauscht

„Karibik“-Sand klingt einfach besser als nur „Fun“-Sand. Und ist es offenbar auch. Die Stadt hat nach vielen Klagen den Sand am neuen Beachvolleyball-Platz an der Tölzer Südschule austauschen lassen. Wer das nun bezahlt, ist noch nicht ganz klar.

Bad Tölz – Im Sommer wurden die neuen Freisportanlagen an der Südschule in Betrieb genommen. Im Juli fand das erste große Turnier der Beachvolleyballer auf den neu angelegten Plätzen statt. Die Spieler seien sich einig gewesen, sagt Wolfram Fischer, Abteilungsleiter Volleyball im Tölzer Turnverein. „Der Sand ist viel zu grobkörnig und lässt sich nicht gut bespielen.“ Diese Klagen erhoben später auch die trainierenden Kinder- und Jugendmannschaften. Beim Beachvolleyball ist voller Körpereinsatz gefragt. Die Spieler werfen sich oft in den Sand. Die Folge: Der grobkörnige Beach-Sand mit dem Namen „Fun“ führte, so Fischer, sogar zu Hautabschürfungen. Das bestätigt auch der Tölzer Südschul-Rektor Christian Müller, der selbst lange aktiver Beachvolleyballer war. Wie Fischer ist er der Stadt „sehr dankbar“ für die neuen Sportanlagen. Gleichwohl: „Mit dem Sand hat das Spielen keinen Spaß mehr gemacht.“ Der hohe Lehmanteil habe auch noch zur Folge gehabt, dass man nach dem Spielen immer sehr schmutzig war.

Paradox: Der Sand ist für Beachvolleyball zertifiziert

Paradox: Der Sand, der vom Hersteller nur „für Freizeitanlagen“ empfohlen wird, hat eine Zertifizierung des Beachvolleyverbands. Das wundert Müller ebenso wie Fischer. Ein Sprecher des Bayerischen Volleyballverbandes stellt aber klar, dass der Landesverband ausdrücklich einen besseren Turniersand desselben Herstellers empfiehlt. Es sei aber wohl richtig, dass die Materialprüfungskommission des Bundesverbands den in Tölz verwendeten Sand zugelassen hat.

Der Planer der Stadt, der von Stadtbaumeister Hannes Strunz eigentlich den mündlichen Hinweis bekommen hatte, denselben runden, kleinkörnigen und hellen Quarzsand zu verwenden, der bereits am Tölzer Gymnasium an der Peter-Freisl-Straße eingebaut wurde, hatte sich auf die Zertifizierung verlassen und den grobkörnigeren Sand geordert.

„Das ist schief gegangen“, sagt Bürgermeister Janker

„Das ist schief gegangen“, räumt Bürgermeister Josef Janker unumwunden ein und ärgert sich darüber, dass es keine schriftliche Anweisung (Das empfehle ich seit Jahren“) gegeben hat. So wurden in diesen Tagen nun 250 Kubikmeter braun-roter gegen hellen, kleinkörnigen Sand der Marke Caribic von einem anderen Hersteller ausgetauscht.

Obwohl die Stadtwerke einen Teil für die Eichmühle und Straßenarbeiten abgekauft haben, bleibt nach den Worten des Bürgermeisters ein Betrag von 10 000 Euro übrig, der buchstäblich in den Sand gesetzt ist. „Wir versuchen jetzt, uns mit dem Planer zu einigen“, sagt Janker.

Christoph Schnitzer

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