+
Constantin Leopold Prinz von Anhalt.

Austritt aus der Partei

„Zu starker Rechtsruck“: Der Prinz verlässt die AfD

  • schließen

Die AfD im Oberland verliert eines ihrer schillerndsten Mitglieder. Constantin Leopold Prinz von Anhalt (71) tritt aus der Partei aus.

Bad Tölz-Wolfratshausen/Tegernsee – „Es gefallen mir etliche Dinge nicht mehr“, sagt der Tegernseer, der bei der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach als Direktkandidat für die AfD antrat und 9,9 Prozent der Stimmen holte. Dass der „soziale Bereich total vernachlässigt wird“, stößt dem Unternehmer beispielsweise sauer auf. Als äußerst problematisch empfindet er aber vor allem „den starken Rechtsruck der Partei. Das will ich nicht. Das ist eine Entwicklung, die ich nicht mittrage.“ Er habe sich immer eher als Vertreter der Mitte gesehen, betont von Anhalt.

Constantin Leopold Prinz von Anhalt 

Seit 2014 war er Mitglied der AfD. Am Dienstag schickte er seine Austrittserklärung ab – „aus persönlichen und politischen Gründen“, sagt er. Zurückgezogen aus der ersten Reihe der Partei im Oberland hatte sich der Tegernseer aber schon früher. Ende 2017 hatte von Anhalt nicht mehr für den Vorsitz im Kreisverband Oberbayern Süd kandidiert. Seine Nachfolge trat Anne Cyron aus Rosenheim an. Übernommen hatte der Tegernseer den Kreisvorsitz erst Ende 2016 – begleitet von allerlei Wirbel. Er ersetzte damals den Königsdorfer Mario Buchner, der im Streit aus der Partei ausgetreten war.

Politische Zukunft im liberalen Lager

Seinen Rückzug aus dem Kreisvorstand nur ein gutes Jahr später hatte von Anhalt damit begründet, dass er sich auf die Landtagskandidatur vorbereiten wolle. Doch die AfD schickte im Herbst 2018 stattdessen Cyron als Direktkandidaten ins Rennen, die über die Liste den Sprung ins Maximilianeum schaffte. Von Anhalt blieb nur die Bewerbung für den Bezirkstag. Möglich, dass auch dies letztlich zum Bruch führte.

Von Anhalt begleitete zwar noch die Trennung des landkreisübergreifenden Kreisverbands in zwei eigenständige Gruppen für Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach. Aber nun sei Schluss, sagt er.

„Ich werde allerdings politisch weiter aktiv bleiben“, kündigt der Prinz an, dessen Adelstitel beziehungsweise dessen Echtheit immer wieder für Diskussionen gesorgt hatte. Seine politische Zukunft sehe er eher im liberalen Lager. Hier würden gerade Gespräche laufen.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Sicherheitswacht: Im Süden kein Thema
In Wolfratshausen gilt sie als „Erfolgsmodell“, in Geretsried hat man sich jetzt nach anfänglichem Zögern ebenfalls dafür entschieden. Im südlichen Landkreis hingegen …
Sicherheitswacht: Im Süden kein Thema
Unterwasser-Archäologe Florian Huber: Der Mann, der aus der Kälte kam
Forschungstaucher Florian Huber ist weltweit unterwegs - als Unterwasserarchäologe hat er sich einen Namen gemacht. In seiner Heimat Lenggries zeigte er jetzt bei einem …
Unterwasser-Archäologe Florian Huber: Der Mann, der aus der Kälte kam
Tölz Live: Tipps gegen Langeweile
Kleiner Blechschaden da, großer Stau dort, eine Gewitterfront zieht an, ein tolles Konzert startet in Kürze. Hier gibt‘s unseren Newsblog direkt aus der Redaktion.
Tölz Live: Tipps gegen Langeweile
Frauen diskutieren rege über Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für viele Frauen schwer. Hinzu kommen weitere Herausforderungen. Über neue Wege wurde an der Hochschule in …
Frauen diskutieren rege über Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Kommentare