Das „Tölzer Bräustüberl“ wird saniert. Der Charakter des Wirtshauses soll erhalten bleiben.
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Das „Tölzer Bräustüberl“ wird saniert. Der Charakter des Wirtshauses soll erhalten bleiben.

Wirtshaus in Tölz wird saniert und neu verpachtet

Zukunft des „Bräustüberls“ gesichert

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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Was wird aus dem „Tölzer Bräustüberl“? Seit Ende März hat das traditionsreiche Wirtshaus geschlossen.

Bad Tölz – Nun ist klar: „Es geht weiter.“ Das sagt Bernhard Klier, Geschäftsführer von „Löwenbräu“, auf Nachfrage. Klier zufolge soll das „Bräustüberl“ aber zunächst einmal umfassend saniert werden. „Es ist zwar in einem Top-Zustand, aber nicht mehr zeitgemäß.“ In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wird Klier zufolge aktuell verhandelt, was alles gemacht werden soll. Vermutlich wird die Küche erneuert und vergrößert. Auch eine neue Theke ist im Gespräch, ebenso wie eine neue Decke, neue Vorhänge und Lampen. „Der Charakter soll aber beibehalten werden“, betont Klier.

Der Löwenbräu-Geschäftsführer geht davon aus, dass die Bauarbeiten noch heuer beginnen werden. „Die Fertigstellung soll im Laufe des kommenden Jahres erfolgen.“

Pächter des „Bäustüberls“ bleibt „Löwenbräu“. Die Brauerei hat die Immobilie seit Jahren und verpachtet sie ihrerseits weiter – zuletzt an Heidi Königbaur. Fast 40 Jahre lang hatte die Gastronomin das Wirtshaus geführt. Wie berichtet hörte Königbaur im März aus gesundheitlichen Gründen auf. Eigentlich hätte das denkmalgeschützte Gebäude direkt im Anschluss saniert werden sollen. Corona habe diese Pläne aber zunichte gemacht, sagt Klier.

Wer die Nachfolge von Wirtin Heidi Königbaur antritt, ist noch nicht entschieden. „Insgesamt gibt es zehn Interessenten“, verrät Klier. Die Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen. Fest steht bereits, dass die Sanierung nicht billig wird. Klier geht von „mindestens 500 000“ Euro aus. Die Kosten teilt sich „Löwenbräu“ mit dem Eigentümer der Immobilie, der Sedlmayr AG mit Sitz in München. Gerüchte, wonach die Sedlmayr AG das „Bräustüberl“ verkauft habe, sind Klier zufolge nicht richtig.

Bei Jürgen van Wahnem stoßen die Pläne auf Begeisterung: „Das sind großartige Nachrichten“, sagt der Tölzer, der zu den knapp 200 Mitgliedern der „Mühlfeldler Gmoa“ gehört. Van Wahnem sitzt außerdem im „Gmoa-Rat“, der das „Bräustüberl“ seit Jahren als „Rathaus“ nutzt. „Wir finden es toll, dass unser Rathaus hübsch herausgeputzt wird.“ Da die üblichen Veranstaltungen coronabedingt ohnehin nicht stattfinden können, bedeutet die Sanierung für die Mühlfeldler keine Einschränkungen. „Wir hoffen, dass sich die Situation nach der Renovierung wieder normalisiert und wir zum gewohnten Jahresprogramm zurückkehren können.“

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