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Die Wolfratshauser Klinik ist dem Landkreis lieb – und teuer.

Geschäftsführer berichtet im Kreistag

Zukunft der Kreisklinik Wolfratshausen: Wachsen oder weichen

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Bad Tölz-Wolfratshausen– Hubertus Hollmann, Geschäftsführer der Wolfratshauser Kreisklinik, machte gleich am Anfang klar, was Sache ist. „Es wäre schön, wenn ich Ihnen gute Nachrichten übermitteln könnte, aber die Situation auf dem Gesundheitssektor ist nicht rosig“, sagte er am Mittwoch im Bericht vor dem Kreistag. Vor allem die wirtschaftliche Lage von kleinen Kliniken wie der in Wolfratshausen sei sehr angespannt, betonte Hollmann. „Es stellt sich die Frage, wie man die Erwartung an eine hochwertige Versorgung erfüllen und gleichzeitig wirtschaftlich überleben kann.“ Tatsächlich brauche die Kreisklinik jedes Jahr ein Wachstum von mindestens vier bis fünf Prozent – genauso wie alle anderen Häuser. „So viele Patienten gibt es gar nicht. Deshalb sind mehr als die Hälfte aller Kliniken in Bayern defizitär.“

Dieses Schicksal teilt auch das Wolfratshauser Krankenhaus. 2017 sei „ein schwieriges Jahr“ gewesen, bekannte Hollmann. Nach einem kleinen Plus in 2016 blieb im vergangenen Jahr ein Minus von rund 1,3 Millionen Euro unter dem Strich stehen. Unter anderem, weil angefangene Projekte stabilisiert wurden und die Sicherung der Geburtshilfe bis zum Einstieg der Starnberger Klinik Mitte 2018 einige finanzielle Ressourcen geschluckt habe, so Hollmann.

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Dabei habe die Kreisklinik in der Vergangenheit vieles richtig gemacht, bestätigt ein Gutachten, das die Zukunftsfähigkeit des medizinischen Konzepts prüfte. Die gesetzten Schwerpunkte Weaning (Entwöhnung von Beatmungsgeräten), Akutgeriatrie und Endoprothetik sollten weiter ausgebaut werden, regt die Expertise an. Durch neue Leistungsangebote sei die Innere Medizin gestärkt worden. „Die Chirurgie dagegen schwächelt“, sagt Hollmann.

Hubertus Hollmann, Klinik-Geschäftsführer.

 „Das ist aber auch bei den benachbarten Häusern so.“ Das Gutachten regt an, den Kooperationsgedanken weiter zu konkretisieren – und rennt damit bei Hollmann offene Türen ein. „Ich bin ein Freund von Kooperationen, denn ohne Partner kann ein kleines Haus nicht überleben.“ Gut laufe die Zusammenarbeit mit Starnberg in Sachen Geburtshilfe. „Am Anfang gab es ein paar Wehwehchen. Aber das ist normal, wenn man zusammenzieht. Insgesamt ist es ein Erfolgsmodell.“ Allerdings sind im Kreishaushalt 1,9 Millionen Euro für den Defizitausgleich heuer und im kommenden Jahr eingeplant.

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Insgesamt kommt das Gutachten zu dem Ergebnis, dass die wirtschaftliche Lage mit Blick auf die Größe der Klinik und die schwierige Konkurrenzsituation „durchaus respektabel“ ist. „Wir könnten also zufrieden sein und sagen: passt schon“, sagte Hollmann. Sorgen bereitet ihm aber eine weitere Aussage, die getroffen wird: So brauche die Klinik ein Wachstum von 27 Prozent in den kommenden vier Jahren, wenn das Defizit bei rund einer Million pro Jahr bleiben soll. „Das ist eine riesige Herausforderung.“ Und es ist nicht die einzige. „Personalgewinnung wird die größte Herausforderung sein.“ Der Fachkräftemangel sei deutlich zu spüren, sagte Hollmann, der wie Landrat Josef Niedermaier dem Personal dankte.

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Um neue Mitarbeiter zu finden, brauche es nicht nur gute und attraktive Arbeitsbedingungen, sondern auch bezahlbaren Wohnraum. In diese Richtung geht ein Antrag der CSU-Kreistagsfraktion: Sie möchte prüfen lassen, ob auf dem Klinikgelände oder zumindest in der Nähe Wohnungen für Mitarbeiter gebaut werden können.

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