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Zum Anbeißen: Gesellin Franziska Zehetmaier (li.) und Auszubildende Caroline Freiberger vom Café Schwarz in Lenggries präsentieren die fertigen Krapfen.

Zur Faschingszeit

Traditionell und mit viel Liebe gebacken

Bis zu elf Krapfen-Sorten bieten die heimischen Bäcker zur Faschingszeit an. Am beliebtesten bei den Kunden sind aber die Klassiker mit Aprikosen- oder Hagebuttenmarmelade.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Vom Karibiktraum über Lumumba bis hin zu Schwarzwälder-Kirsch: Das Krapfen-Angebot im Landkreis ist vielfältig. Aber sind die Bürger überhaupt experimentierfreudig, wenn es um das beliebte Hefegebäck mit Marmeladenfüllung geht? Kurier-Mitarbeiterin Nora Linnerud hat sich bei etlichen Bäckern umgehört und nach Sorten, Preisen und den Lieblings-Krapfen der Kunden zur Faschingszeit gefragt.

Bad Tölz:

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Nicht so in der Bäckerei Bauer in Bad Tölz. Seniorchefin Inge Bauer setzt auf die traditionelle Aprikosen-Füllung, andere Sorten gibt es nicht. Aber: „Wir machen alles komplett selber“, sagt Bauer. Ein Krapfen kostet 1,30 Euro.

Kraftakt: Damit der Teig nicht zu grobporig wird, muss sich Auszubildende Caroline Freiberger beim Kneten mächtig ins Zeug legen.

Auf Vielfalt setzt dagegen die Bäckerei Büttner aus Bad Tölz: „Hirschkuss, Eierlikör-Weinbrand oder Karibiktraum mit Kokoscreme“, zählt Sandra Büttner einige ungewöhnliche Sorten auf. Elf verschiedene Krapfen sind in dieser Saison bei Büttners im Sortiment. „Wenn man beispielsweise irgendwo eingeladen ist, kann man mit unseren Sorten etwas Besonderes mitbringen“, sagt die 45-Jährige. „Am beliebtestens ist aber der ganz reguläre Hagebutten-Krapfen.“ Auch die glasierte Variante mit Aprikose gehöre zu den Verkaufsschlagern. Übrigens: Wer fünf Krapfen kauft, bekommt einen sechsten mit Hagebutte geschenkt. Je nach Aufwand liegen die Krapfen der Büttners preislich zwischen 1,50 Euro und 1,90 Euro.

Aller guten Dinge sind drei, dachte sich wohl Michael Detter von der gleichnamigen Tölzer Bäckerei. Der 29-jährige Bäckermeister bietet in der kleinen Backstube gepuderte Aprikosenkrapfen, glasierte und solche mit Himbeere-Johannisbeere Marmelade an. „Als kleiner Betrieb konzentrieren wir uns auf wenige Sorten, dafür machen wir in unserer Backstube alles selbst und in eigener Produktion“, sagt Detter. Am beliebtesten sei nach wie vor der Klassiker „Aprikose“. Der glasierte kostet 1,50 Euro, die anderen beiden Sorten 1,40 Euro.

Maßarbeit: 70 Gramm Teig muss jeder Teigling wiegen, ehe er aufgeschliffen – also zu runden Kugeln verarbeitet – wird.

Das Hefegebäck der Bäckerei Riedmeier in Bad Tölz punktet mit der Verträglichkeit. „Unsere Krapfen werden von den Kunden immer wieder für ihre Verträglichkeit gelobt“, sagt Chefin Claudia Schmidt. Denn: Die Teigbällchen kommen nur kurz ins Fett und saugen sich laut Schmidt „nicht so voll.“ Schmidt und ihr Mann bieten drei Sorten an: Eierlikör, Amarena-Kirsch und den am meisten nachgefragten Johannisbeere-Himbeere-Krapfen. Das Faschingsgebäck kostet zwischen 1,30 Euro und 1,60.

„Weich, luftig und mit Liebe gemacht“, sind laut Tatjana Wieselmann die Krapfen der Bäckerei Weisser in Bad Tölz. Am beliebtesten seien Vanille und Nougat, außerdem hat Wieselmann noch die Sorten Bienenstich, Eierlikör und rote Mehrfruchtmarmelade im Angebot. Wer drei Stück der Marmeladenkrapfen kauft, bezahlt nur 2,15 Euro. Die anderen „Spezialkrapfen“, die es nur zur Faschingszeit gibt, kosten 1,50 Euro, so die Bäckerei-Chefin.

Heiß und fettig: Konditor-Gesellin Franziska Zehetmaier backt die Teiglinge in 180 Grad heißem Erdnussfett aus.

Andreas Wiedemann von der gleichnamigen Bäckerei ist in diesem Jahr mit den Sorten Marille, Himbeere-Johannisbeere, Vanille, dem alkoholhaltigem Kokos-Krapfen und der ebenfalls alkoholhaltigen Sorte „Lumumba“ auf dem Krapfenmarkt vertreten. „Marille gibts bei mir das ganze Jahr, deshalb sind jetzt gerade Himbeere-Johannisbeerkrapfen am gefragtesten“, sagt Wiedemann. Auszeichnen würde seine Krapfen, „dass die besonders gut sind, immer frisch und nicht zu fett“, sagt der 40-Jährige. Der Bäckermeister bietet sein Faschingsgebäck zwischen 1,40 Euro und 2 Euro an.

Marmeladenspritze: Zu guter Letzt erhalten die ausgebackenen Krapfen ihre Füllung, in diesem Fall Himbeer-Johannisbeermarmelade.

Bichl:

Der Bichler Josef Eberl bietet ganze zehn Sorten Krapfen in seiner Bäckerei an. Bei Sorten wie Eierlikör, Hagebutte, Himbeere, Zwetschge, Schwarzwälder-Kirsch und den normalen Aprikosen-Krapfen bleiben kaum Kunden-Wünsche offen, so Eberl. Besonders gefragt seien Vanille und Mousse au Chocolat. „Der Geschmack“ zeichne die Krapfen des Bäcker- und Konditormeisters aus. Denn die backe er „nach dem alten Rezept vom Opa, das auch nie verändert wurde“. Fertigmischungen kommen dem 35-Jährigen nicht in die Backstube. Je nach Sorte kostet das Faschingsgebäck 1,10 Euro bis 1,80 Euro.

Lenggries:

Annemarie Hartl, die das Café Herrschmann in Lenggries leitet, hat „glasierte und gestaubte Krapfen“ mit den Füllungen Johannisbeere, Aprikose und Hagebutte. Letztere sind auch „die begehrtesten“. Die 58-Jährige achtet bei ihren Krapfen auf Frische, vor allem auch beim Fett, in dem die Krapfen ausgebacken werden. Außerdem gibt es das süße Hefegebäck mit Marmeladenfüllung wirklich nur im Fasching. „Unsere Krapfen kosten 1,60 Euro“, sagt Hartl.

Mehl und Eier aus der Region, eine lange Ruhezeit für den Teig und erst dann das Fettbad: Das ist Alfred Kellners Rezept, damit die Qualität seiner Krapfen im gleichnamigen Café in Lenggries stimmt. „Ich halte bei meinen Krapfen an der Tradition fest und verwende keine Backmischungen“, sagt Kellner. Auch die Qualität der Füllung muss für den Bäckermeister stimmen: „Die Marmelade hat einen hohen Fruchtanteil und in der Vanillecreme ist echte, gemahlene Vanille“, sagt der 38-Jährige. Die Sorten Schoko, Vanille, Himbeere-Johannisbeere und Aprikose hat er im Sortiment. „Aprikose läuft am besten“, sagt Kellner. Seine Krapfen kosten zwischen 1,20 Euro und 1,35 Euro.

„In der Faschingszeit haben wir ungefähr sechs verschiedene Krapfen im Sortiment“, berichtet Inge Kögl. Die Juniorchefin sagt, dass „die Urlauber am liebsten die Hagebutten-Krapfen essen. Die Hiesigen hingegen mögen am liebesten Vanille und Aprikose.“ Die „sehr großen Krapfen“, so die Bürokauffrau – sie führt die Lenggrieser Bäckerei Kögl mit ihrer Mutter – kosten zwischen 1 Euro und 1,50 Euro.

Konditormeister Christian Schwarz aus Lenggries hat „in der Faschingszeit die gängigsten Sorten wie solche mit Marmelade, Nougat, Vanille und Eierlikör im Sortiment“. Am besten verkaufen sich laut dem Lenggrieser aber die traditionellen Sorten mit Marmelade. „Die Krapfen stelle ich nach einem alten Rezept von meiner Lehrperson her.“ Backmischungen kommen bei ihm nicht zum Einsatz. Sein Teig beinhalte echte Butter, dazu Hefe, Milch und Zucker, zudem würden das Gebäck in reinem Erdnussfett ausgebacken. Im Bereich zwischen 1,10 Euro und 1,50 Euro liegen die Krapfen des 53-Jährigen.

„Wir machen traditionell nur zwei Sorten: Marille- und Hiffen-Krapfen“, sagt Regina Strehler. Laut der 54-Jährigen sind „die Leute begeistert von unseren Krapfen. Wir verwenden dafür nur pflanzliches Fett und wechseln das sehr oft aus“, sagt Strehler. Außerdem: „Wenn der Teig stimmt, saugen sich die Krapfen nicht so mit dem Öl voll“, sagt sie. Ein gutes Zeichen für die Qualität sei, dass es „in der Backstube nicht nach Fett riechen darf.“ Für 1,40 Euro sind die Strehler-Krapfen in Lenggries zu haben.

„Gerade biete ich zwei Sorten an, wenn’s so richtig in die Faschingszeit geht, erhöhe ich auf acht bis zehn“, sagt Georg Waldherr. „Die Klassiker mögen meine Kunden am liebsten“, verrät der Bäcker- und Konditormeister aus Lenggries. Außer dem Klassiker schlechthin – Aprikose – sei auch Himbeere-Johannisbeere sehr begehrt. „Die Frische ist das Entscheidende“, sagt Waldherr. „Wenn die Krapfen frisch gebacken sind, schmecken sie am besten.“ Deswegen backt der 62-Jährige täglich – ab 6 Uhr morgens. Dabei habe sich das Ausbacken in Erdnussfett bewährt. „Das ist Ideal, dann werden die nicht so fettig.“ Waldherrs Krapfen kosten „um einen Euro je nach Füllung.“ Bei einem Produkt „mit mehr Aufwand auch mal 1,30 Euro“.

(Von Nora Linnerud)

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